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Blick ins Zentraldepot mit vileen verschiedenen Tierpräperaten

Das neue LWL-Zentralmagazin in Coerde


Das LWL-Zentralmagazin in der Speicherstadt in Münster beherbergt Museumsgut aus LWL-Museen – und darüberhinaus: Das sichere und klimatisch unterteilbare Gebäude bietet Lagerorte auch für Kommunen aus Westfalen-Lippe.

Zentraldepot aus der Luftperspektive

Vom Zebra bis zur Zeichnung

Einige der 250.000 Fossilien, die in das neue Fosilien-Depot umgezogen sind (Foto: LWL/Steinweg).

"Ob Zinnkännchen oder tonnenschwere Skulptur, ob 4,70 Meter hohe Giraffe oder Millimeter kleine Käfer – wir können hier alles gut und günstig lagern, was nicht dauernd in unseren Museen gezeigt wird.“ So verdeutlichte der damalige LWL-Direktor Matthias Löb die Dimensionen des neuen Zentralmagazins des LWL, das im April 2019 eröffnet wurde.

Auf 10.000 Quadratmetern Fläche kann das größte öffentliche Zentralmagazin Deutschlands alles das aufnehmen, was in seinen 18 Museen aktuell nicht zu sehen ist. Das Magazin erfüllt aber auch eine weitere Rolle für Westfalen-Lippe. „Wir bieten den Städten und Kreisen im Umkreis die Möglichkeit an, ihre Museumsdepots zu entlasten. Auch sie können unser Multikommunales Zentralmagazin nutzen“, sagte Löb. Falls das Interesse größer als der Platz ist, könne der LWL zudem an anderen Standorten Zentralmagazine für die Kommunen bauen.

Der Blick in das Schranksystem des Zentraldepots: Die Rollregale lassen sich an der Kurbel öffnen (Foto: LWL/Steinweg).

Blick in ein Regal mit Präparaten (Foto: LWL/Steinweg)

Das größte öffentliche Zentralmagazin Deutschlands

Den Bau des 14 Millionen Euro teuren Projektes hatte die LWL-Tochtergesellschaft WLV (Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft) im Jahr 2017 am Rande von Münster in der Speicherstadt begonnen.

Entstanden ist ein hermetisch abgeschlossenes Gebäude aus 600.000 Kubikmetern Beton und 650 Tonnen Betonstahl, das verschiedene Räume und Klimazonen für Gemälde, Skulpturen, Möbel oder Tier-Präparate jeglichen Gewichts und Größe bietet. Weil nur wenige Fenster eingebaut sind, kann ein stabiles Raum-Klima von Lagerraum zu Lagerraum unterschiedlich reguliert werden. Die LWL-Archäolog:innen können hier ihr empfindliches Fundarchiv ebenso einlagern wie das LWL-Medienzentrum seine Klimakammer für Film- und Fotomaterialien. Seit dem Frühjahr 2019 nutzen unter anderen schon das LWL-Museum für Kunst und Kultur knapp 1.700 Quadratmeter Fläche sowie das LWL-Museum für Naturkunde rund 2.900 Quadratmeter für ihre Ausstellungsstücke.

Der Wissenschaftler Dr. Pott bei der Arbeit (Foto: LWL/Steinweg).

Mehrere Millionen Objekte aus dem LWL-Naturkundemuseum

Das riesige Museumsdepot bietet Platz für Millionen Objekte. Diese Fläche ist auch nötig, denn allein das LWL-Museum für Naturkunde hat weit über 2,3 Millionen Objekte in seinem Sammlungsbestand. "Gezeigt wird davon höchstens ein Promille", so Museumsleiter Dr. Jan Ole Kriegs. "Nur ein kleiner Teil der Dermoplastiken, Skelette, Kristalle, Fossilien oder Herbarpflanzen können in den Ausstellungen im Museum ausgestellt werden. Die übrigen Tiere, Pflanzen, Pilze, Versteinerungen, Mineralien oder Insekten stehen in den Sammlungsräumen den Forschern zur Verfügung." Von der 4,70 Meter hohen Giraffe über tonnenschwere Fossilien bis hin zu winzigen Brunnenschnecken und nur wenige Millimeter messenden Pflanzensamen – im Museumsdepot kann alles unter optimalen konservatorischen Bedingungen und nach systematischer Klassifizierung sortiert untergebracht werden.

Auf drei Etagen und über 3.500 Quadratmetern Fläche wurden die einzelnen Sammlungen des Museums im Zentralmagazin verteilt, darunter 250.000 Fossilien, 500.000 Pflanzen, Moose, Algen, Pilze, Flechten, rund 13.000 Säugetiere und 1,1 Millionen Insekten. Diese Objekte haben zu großen Teilen ehrenamtliche Helfer:innen zusammengetragen und geordnet. In den Sammlungen wird aktiv geforscht, oft in Form ehrenamtlicher Projekte. Die Sammlungen sind zum Beispiel Grundlage für die Atlasprojekte zur heimischen Biodiversität. 

Im Zentralmagazin sind auch Arbeitsplätze für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen.

"In einem Raum lagern die Säugetiere und Skelette, im nächsten sind die Herbariumsbögen mit den getrockneten Pflanzen zu sehen und wieder einen Raum weiter lagert alles das in Gläsern und Behältern, was Forscher in jahrelanger Arbeit in Alkohol eingelegt haben", erklärt Kriegs.