07.10.26 | Kultur Neue Erkenntnisse zur Baumkrone eines 300 Millionen Jahre alten Bärlappbaums
Forschung des LWL-Museums für Naturkunde fließt in Ausstellung "Überleben" ein
Fossil und Rekonstruktion von Lepidodendron aculeatum im LWL-Museum für Naturkunde. Anhand der fossilen Überreste können Dr. Christian Pott und Dr. Lothar Schöllmann in ihrem neu erschienenen Artikel Rückschlüsse auf den Aufbau der Baumkrone ziehen.
Foto: LWL/Steinweg
Untersucht haben sie Fossilien des ausgestorbenen Bärlappbaums "Lepidodendron aculeatum". Einem sogenannten Schuppenbaum aus Hagen-Vorhalle. Die Forschungsergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift "Papers in Palaeontology" unter dem Titel "Insights into the canopy of the iconic Lepidodendron aculeatum, based on new and articulate fossils from the Bashkirian (Pennsylvanian) of Hagen-Vorhalle, Germany" veröffentlicht. Die Original-Fossilien, sowie eine darauf basierende Rekonstruktion, sind in der Paläontologischen Landesausstellung "überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" im LWL-Museum für Naturkunde zu sehen.
Im Mittelpunkt der Untersuchung der beiden Paläontologen steht das rund vier Meter lange, zusammenhängende Astsystem des Schuppenbaumes. Es gehört zu den größten bekannten Fossilien dieser Art und ermöglicht Rückschlüsse auf den Aufbau der Baumkrone von "Lepidodendron aculeatum". Neben dem Astsystem untersuchten die Forschenden weitere Stämme und Äste mit anhaftenden Blättern. Dreidimensional erhaltene Blattkissen zeigen Einzelheiten ihres Aufbaus. Auch fossile Fortpflanzungsorgane, sogenannte Strobili, sind erhalten. Die Ergebnisse bestätigen und erweitern unter anderem unser Wissen über die besondere Verzweigungsweise der Baumkrone von Lepidodendron aculeatum. Zugleich liefern die Fossilien weitere Informationen über Blätter, Blattkissen und das Verzweigungsmuster der Art.
Die bis zu 40 Meter hohen Bärlappgewächse prägten im späten Karbon tropische Feuchtgebiete und auch die ausgedehnten Sumpfwälder in Westfalen-Lippe. Fossilien, die gleichzeitig Informationen über Äste, Blätter und die Struktur der Baumkrone liefern, sind selten. Die Funde aus Hagen-Vorhalle geben deshalb Einblicke in den Aufbau dieser ausgestorbenen, baumförmig wachsenden Schuppenbäume Ihren Namen erhielten sie aufgrund des Schuppenmusters ihrer massigen Stämme. Dieses charakteristische Muster entstehen durch die Ansatzstellen von Blättern, die abgeworfen wurden, so genannte Blattnarben.
Auf Grundlage der Untersuchung entstand für die Landesausstellung eine lebensgroße Rekonstruktion von "Lepidodendron aculeatum". Sie zeigt, wie die Baumkrone nach heutigem Forschungsstand ausgesehen haben könnte.
Die Veröffentlichung ist erschienen unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/spp2.70118
Ort: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 9 bis 18 Uhr
Tickets: https://www.tickets.lwl.org
Eintritt: Kinder frei, Erwachsene 9 Euro
Zusammenhängend erhaltener fossiler Ast von Lepidodendron aculeatum. Eines der größten bekannten Fossilien dieser Art, welches wertvolle Erkenntnisse über die Verzweigungsweise der Baumkrone liefert.
Foto: LWL/Steinweg
Das namensgebende Schuppenmuster, das sich über den gesamten Stamm zieht, ist auf dem untersuchten Fossil des ausgestorbenen Bärlappbaums gut zu erkennen. An jeder dieser "Schuppen" saß einst ein schmales, nadelförmiges Blatt.
Foto: LWL/Steinweg
Pressekontakt
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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