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08.10.26 | Kultur LWL präsentiert Wort des Monats

"Planeite" - Astronomie auf Plattdeutsch

Im LWL-Planetarium in Münster wird regelmäßig über Planeten gesprochen, allerdings auf Hochdeutsch.<br>Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Im LWL-Planetarium in Münster wird regelmäßig über Planeten gesprochen, allerdings auf Hochdeutsch.
Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen
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Westfalen-Lippe (lwl). Das plattdeutsche Wort "Planeite" lässt sofort an das hochdeutsche Wort "Planet" denken, und damit liegt man tatsächlich richtig. Das Wort des Monats Oktober hat aber noch andere Bedeutungen, wissen die Sprachwissenschaftler:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Das Wort stammt von lateinisch "planeta" ab und ist meist ein Femininum, im Plattdeutschen hat sich bei "Planeite" allerdings noch eine Silbe mehr als im Hochdeutschen bei "Planet" erhalten. Allerdings spricht man auf Plattdeutsch nicht viel über den Mars, den Saturn und andere astronomische Dinge. Das Wort hat hier mehr mit irdischen Dingen zu tun. Die Frage "Wat maket de Planeiten?" heißt so viel wie: "Wie wird das Wetter?"

"Am häufigsten ist aber eine ganz andere Bedeutung, und zwar 'Kopf'", erklärt Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. "Darauf muss man erst mal kommen! Vielleicht hat hier die Ähnlichkeit zum Wort 'Plate', das auch 'Kopf' bedeutet, eine Rolle gespielt."

Die Bedeutung "Kopf" zeigen beispielsweise die beiden folgenden Satz-Belege für "Planeite" aus Lichtenau im Kreis Paderborn: "De Planeite däüt mei sau weih!" (auf Hochdeutsch etwa: "Der Kopf tut mir so weh.") oder die Redensart "Dat will mei ni in de Planeite" ("das begreife ich nicht").

Hintergrund:

Wort des Monats

"Knieptange", "Kinnergaoren", "Maihdiärschker" - die Bedeutung dieser plattdeutschen Wörter kann man relativ leicht aus dem Hochdeutschen herleiten. Sie stellen nämlich genaue lautliche Entsprechungen von "Kneifzange", "Kindergarten" und "Mähdrescher" dar. Der Wortschatz des Plattdeutschen ist allerdings über die Jahrhunderte eigenständig gewachsen, und so finden sich viele Wörter, die sich nicht so einfach aus dem Hochdeutschen herleiten lassen. Der LWL stellt deshalb seit 2019 das "Wort des Monats" vor. Hier finden sich alle Wörter des Monats: https://www.mundart-kommission.lwl.org/de/forschung/niederdeutsch/wort-des-monats/

Pressekontakt

Lena Hortian, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-5400

presse@lwl.org

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