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02.10.26 | Kultur Gewohnte Erzählungen brechen -  Regionalgeschichte und "die Wende"

Die Bahnhofstraße: Fußgängerzone und Einkaufsmeile im Stadtzentrum Herne. Um 1990 wehten hier zwei deutsche Flaggen.<br>Foto: LWL

Die Bahnhofstraße: Fußgängerzone und Einkaufsmeile im Stadtzentrum Herne. Um 1990 wehten hier zwei deutsche Flaggen.
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Münster (lwl). Viele denken bei "Wende" und "deutsche Einheit" sofort an Ostdeutschland, andere erinnern sich an persönliche Erfahrungen - vielleicht an Grenzregionen, an Umbrüche im Westen, an das Gefühl, dass "die Wende" auch im eigenen Nahraum Spuren hinterlassen hat. Genau hier setzt der neue Band "Die Wende dezentralisieren. Transformationsgeschichte(n) aus regionaler Perspektive" des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) an: Statt in "West hier - Ost da" zu verharren, lädt der von Dr. Claudia Kemper und Dr. Christoph Lorke (beide LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte) herausgegebene Band dazu ein, auf regionale Verflechtungen, unterschiedliche Zeitlichkeiten und widersprüchliche Erfahrungen zu schauen.

"Wir wollen weg vom starken Fokus auf eine Seite und weg vom starken Fokus auf ein Ostdeutschland, das irgendwie eine homogene Entität darstellt - hin zu einem komplizierteren, früher beginnenden und differenzierten Bild", so Kemper. "Und im besten Falle ist es genau das, was wir zeigen können mit diesem Sammelband. Keine kohärente Erzählung, sondern ein Aufrauen von Eindeutigkeiten." Das erklärt die Historikerin im Podcast "Radio" (Regionalgeschichte auf die Ohren), in dem sie und Christoph Lorke mit Host Greta Civis den 94. Band der "Forschungen zur Regionalgeschichte" besprechen, abrufbar ab Samstag (3.10.) auf allen gängigen Kanälen und unter: https://www.lwl-regionalgeschichte.de/de/vermittlung/podcast-reihe/

Der Band bietet dabei keine fertigen Antworten, aber konkrete Fallstudien, die zeigen, wie Transformation vor Ort aussah und wie unterschiedlich sie verlief. Zu den behandelten Themen gehören unter anderem Grenzregionen, Arbeitswelt und Protest, Politik vor Ort, Altlasten und deutsch-deutsche Netzwerke. Auch Überlegungen zur Vermittlung des Themas an Jugendliche und Bildungseinrichtungen finden Eingang in den Band, der ab sofort über den Buchhandel erhältlich ist.

Claudia Kemper/Christoph Lorke (Hg.):

Die "Wende" dezentralisieren. Transformationsgeschichte(n) aus regionaler Perspektive"


Forschungen zur Regionalgeschichte 94, Themenschwerpunkt: Die "Wende" dezentralisieren. Transformationsgeschichte(n) aus regionaler Perspektive.

Brill Schönigh Verlag, Münster 2026, X und 428 Seiten, gebunden

ISBN: 978-3-506-70549-5, Preis: 64 Euro

Plattenbauten, Brutalismus und Dauerwelle - gab es um 1990 auch im Westen, hier in Herne.<br>Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Plattenbauten, Brutalismus und Dauerwelle - gab es um 1990 auch im Westen, hier in Herne.
Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Cover des Buchs "Die &#039;Wende&#039; dezentralisieren. Transformationsgeschichte(n) aus regionaler Perspektive" herausgegeben von Claudia Kemper und Christoph Lorke am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.<br>Foto: LWL

Cover des Buchs "Die 'Wende' dezentralisieren. Transformationsgeschichte(n) aus regionaler Perspektive" herausgegeben von Claudia Kemper und Christoph Lorke am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.
Foto: LWL

Pressekontakt

Dr. Greta Civis, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Telefon: 0251 591-5706, greta.civis@lwl.org und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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