07.10.26 | Kultur Die Landwehr von Bad Westernkotten:
Neue Publikation der LWL-Altertumskommission für Westfalen
Das Cover des Heftes
Anleitung dafür gibt das neu erschienene Heft "Die Landwehr von Bad Westernkotten, Stadt Erwitte, Kreis Soest". Die von Wolfgang Marcus und Ulrike Steinkrüger verfasste Publikation erscheint als Heft 11 der Reihe "Landwehren in Westfalen", die seit 2014 von der Altertumskommission für Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) herausgegeben wird.
Der ehemalige Verlauf der Dorflandwehr ist neben den erhaltenen Teilstücken von einer Karte aus dem 16. Jahrhundert bekannt. Demnach schützte die wohl kurz nach 1506 errichtete Anlage das Dorf Westernkotten im Norden, Westen und Süden, während im Osten das Feuchtgebiet "Kotener Bruch" für einen natürlichen Schutz sorgte.
Die Landwehr von Bad Westernkotten wurde nicht in Form einer klassischen Landwehr aus mehreren hintereinander gestaffelten Wällen und Gräben errichtet, die das landwirtschaftliche Umfeld der Einwohnerschaft schützen sollte, sondern war eine Art Ersatz für eine Stadtmauer.
Die Anlage bestand im Wesentlichen aus einem aufgeworfenen Erdwall sowie einem vorgelagerten Graben. Es ist davon auszugehen, dass der Wall - wie bei Landwehren allgemein üblich - dicht mit dornigem Gebüsch bewachsen war. Für wichtige Wegeverbindungen waren Durchlässe angelegt worden, die wohl mit Schlagbäumen (Schranken) gesichert waren. In einer späteren Ausbauphase (um 1630) wurden mehrere halbrunde Rondelle, also Artilleriebauwerke, hinzugefügt, die die Verteidigung des Dorfes effektiver gestalteten.
Die Landwehr von Bad Westernkotten ist eine Besonderheit, da kleinere Dörfer in der Regel weder finanziell noch personell dazu in der Lage waren, eine solche aufwendige Anlage zu errichten. Die örtliche Salzproduktion führte jedoch zu einem gewissen Reichtum, sodass die Landwehr neben den Bewohnerinnen und Bewohnern vor allem die Salzquellen sowie die dazugehörigen Produktionsstandorte schützte.
Auch wenn die Westernkötter Landwehr Schutz bot, konnten Brandschatzungen und Zerstörungen nicht gänzlich verhindert werden. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) setzten die Truppen Christians von Braunschweig 1622 dem Dorf schwer zu.
Seit 1989 sind Nord- und Westwall in Bad Westernkotten in ihrer gesamten Länge als Bodendenkmal eingetragen. Das Wissen über ihre Funktion wird vom Heimatverein bewahrt und lebendig gehalten. Dazu trägt auch die neue Publikation zur Dorflandwehr bei.
Wolfgang Marcus und Ulrike Steinkrüger
Die Landwehr von Bad Westernkotten, Stadt Erwitte, Kreis Soest
Landwehren in Westfalen 11
Münster 2026
27 Seiten, 19 Abbildungen, 1 Klapptafel
Erhältlich für 3,50 Euro bei der Altertumskommission
Altertumskommission für Westfalen
An den Speichern 7, 48157 Münster
0251 591-8990
altertumskommission@lwl.org
http://www.altertumskommission.lwl.org
Kolorierte Bleistiftzeichnung eines Plans von Westernkonnten mit der Landwehr aus dem 16. Jahrhundert (Ausschnitt)
Quelle: Fotosammlung der Heimatfreunde Bad Westernkotten
Das Rondell am Ostwall
Quelle: Altertumskommission für Westfalen
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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