01.10.26 | Kultur Siebenschläfer im Kreis Steinfurt gesucht
LWL-Museum für Naturkunde bittet Bevölkerung um Beobachtungen und Fotos
Ranger Adam Fichtner, Praktikantin Jana Werger und FÖJler Luca Goecke mit dem toit gefundenen Siebenschläfer. Das Tier kommt jetzt in die Sammlung des LWL-Museums für Naturkunde.
Foto: LWL/Christoph Lünterbusch
"Der Fund bei Recke ist besonders spannend, weil Siebenschläfer hier bislang nicht bekannt sind. Jetzt möchten wir herausfinden, ob sich die Population aus dem Raum Osnabrück weiter ausbreitet. Jede gemeldete Beobachtung kann dabei helfen", sagt Prof. Dr. Jan Ole Kriegs, Direktor des LWL-Museums für Naturkunde in Münster.
Zu Meldungen rufen Kriegs und der Säugetierkundler Manfred Lindenschmidt aus Hörstel-Bevergern auf. Beide arbeiten gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Säugetierkunde in Nordrhein-Westfalen am Atlas der Säugetiere des Landes. Für dieses Projekt werden Funddaten gesammelt, um die aktuelle Verbreitung der Säugetierarten möglichst genau zu dokumentieren.
Besonders gefragt sind jetzt Beobachtungen aus dem nördlichen Kreis Steinfurt. Kriegs rät: "Wer einen Siebenschläfer entdeckt, sollte das Tier möglichst fotografieren und die Beobachtung über die App "ObsIdentify" oder auf der Internetplattform Observation.org melden. Auch einzelne Nachweise können dazu beitragen, eine mögliche Ausbreitung der Art nachzuvollziehen und wichtige Daten für den Säugetieratlas Nordrhein-Westfalens zu liefern."
Beobachtungen sind in den kommenden Wochen wichtig, da die Tiere Mitte Oktober in den Winterschlaf gehen. "Wir freuen uns daher, wenn möglichst viele Menschen die Augen offen halten und Meldungen einreichen", sagt Kriegs.
Hintergrund
In Westfalen kommen Siebenschläfer normalerweise vor allem in den Mittelgebirgen vom Sauerland südwärts sowie im Weserbergland vor. Eine Besonderheit gibt es jedoch im Raum Osnabrück: Dort hat sich seit einigen Jahren eine Population etabliert, die auf ausgesetzte Tiere zurückgeht. Möglicherweise breitet sich diese Population inzwischen aus. Der Fund bei Recke könnte dafür ein Hinweis sein.
Mit seinen großen dunklen Augen, dem buschigen Schwanz und dem weichen grauen Fell gehört der Siebenschläfer zu den unauffälligen heimischen Säugetieren. Wo er Dachböden, Zwischenwände oder andere Hohlräume in Gebäuden bezieht, kann der nachtaktive Kletterkünstler durch Trippeln, Nagen und Poltern durchaus auf sich aufmerksam machen. Seinen Namen trägt er nicht ohne Grund - Siebenschläfer verbringen einen außergewöhnlich langen Teil des Jahres im Winterschlaf.
Weitere Informationen zu Observation: https://shorturl.at/aurI9
Siebenschläfer.
Foto: Henning Vierhaus
Pressekontakt
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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