01.10.26 | Kultur Gesichter der Wismut
Neue Ausstellung im LWL-Museum Zeche Nachtigall
Verkäuferin der HO-Wismut 1981.
Foto: Wismut GmbH
Die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Ostthüringen entwickelte Ausstellung erzählt die Geschichte eines Industriezweigs, der die Regionen Erzgebirge und Gera-Ronneburg über Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat. Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet ist weithin bekannt. Weniger bekannt ist, dass sich in der DDR bis zum Ende der 1980er-Jahre eine der bedeutendsten Uranabbau- und Uranaufbereitungsregionen Europas befand. Die Wismut förderte Uran für das sowjetische Atomprogramm. Zurück blieben tiefgreifende Veränderungen für Landschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte des DDR-Uranbergbaus - vom Aufbau der Schächte über die Arbeits- und Lebensrealitäten der Wismut-Familien bis zu den gesellschaftlichen Kontroversen rund um Fortschrittsideologie, gesundheitliche Folgen und soziale Integration.
In vier Themenbereichen widmet sich das Projekt der Geschichte und dem Erbe des Uranbergbaus der Region Ostthüringen. Zentral sind der Alltag der Beschäftigten der SDAG Wismut im Kontrast zwischen hoher sozialer Integration und strikter Geheimhaltung. Das Projekt thematisiert weiterhin den Einfluss global-politischer Kontexte des Kalten Kriegs auf die Bezirksstadt Gera, sowie die sozialen und ökologischen Folgen der deutschen Wiedervereinigung für die Region Ostthüringen.
Erstellt hat die Ausstellung die Gedenkstätte Amthordurchgang in Gera als intergenerationales Projekt mit Zeitzeug:innen und Schüler:innen.
Weiteres Programm am 3. Oktober
Neben stündlichen Führungen durch das Besucherbergwerk für Kinder ab sechs Jahren (10.30 bis 16.30 Uhr) können junge Besucher:innen ab acht Jahren von einem Profi das Schmieden erlernen und eigene kleine Objekte herstellen. Zeitslots für je 30 Minuten werden an der Kasse vergeben. Das Museum bietet ganztägig Fahrten mit der eigenen Museumsbahn über das Gelände an und lädt um 12 und 15 Uhr zur Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine ein.
Der Eintritt ins Museum ist am 3. Oktober frei.
Da rund um das Museum keine ausreichenden Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wird den Besuchern empfohlen, das Auto am "Parkplatz Nachtigallstraße" zu parken.
Vorführung der Dampffördermaschine.
Foto: LWL / Philipp Harms
Pressekontakt
Cindy Dumlupinar, LWL-Museum Zeche Nachtigall, Tel. 02302 93664-20 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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