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29.09.26 | Maßregelvollzug Bereit zu leiten

18 angehende Führungskräfte schließen erfolgreich Weiterbildung im LWL-Maßregelvollzug ab

LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg (r.), Ulrich Reimering, Referatsleiter für Therapie und Sicherheit der LWL-Maßregelvollzugsabteilung und Projektleiterin Julia Franz mit den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.<br>Foto: LWL/Bianca Hannig

LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg (r.), Ulrich Reimering, Referatsleiter für Therapie und Sicherheit der LWL-Maßregelvollzugsabteilung und Projektleiterin Julia Franz mit den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.
Foto: LWL/Bianca Hannig
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Münster (lwl). Ein starkes Signal für die interne Weiterentwicklung und die Zukunft der LWL-Maßregelvollzugskliniken: Das zukunftsweisende Projekt zur internen Personalentwicklung ist in der vergangenen Woche erfolgreich ans Ziel gekommen. 18 Kolleginnen und Kollegen aus dem ärztlich-therapeutischen und dem pflegerischen Dienst aller sechs bestehenden forensisch-psychiatrischen Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) haben das anspruchsvolle Führungsprogramm "Talentmanagement im LWL-Maßregelvollzug" erfolgreich beendet. Im Landeshauses in Münster überreichte Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg feierlich im Beisein aller Klinikleitungen die Abschlusszertifikate.

Komplexe Anforderungen im Maßregelvollzug

Eineinhalb Jahre lang hatten sich die Teilnehmenden mit einem maßgeschneiderten Programm auf Führungspositionen der oberen Leitungsebenen in einer der LWL-Forensiken intensiv vorbereiten lassen. Neben Strukturen, Organisation, rechtlichen Rahmenbedingungen und Finanzierung standen auch Themen wie Bau, Sicherheit, Krisenmanagement und Krisenkommunikation auf dem Lehrplan. Zugleich wurden Management- und Führungsthemen fokussiert - von Strategieentwicklung und Projektmanagement bis hin zur Führung von Führungskräften und arbeitsrechtlichen Fragestellungen.

"Führung im Maßregelvollzug bedeutet weit mehr als die Übernahme einer Funktion oder die Verantwortung für einen bestimmten Arbeitsbereich", betonte Tilmann Hollweg in seiner Ansprache. "Sie bedeutet, Orientierung zu geben, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Und sie bedeutet auch, Mitarbeitende zu fördern, Vertrauen zu schaffen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln."

Die Anforderungen an die Einrichtungen und die dort tätigen Führungskräfte sind vielfältig und komplex: Es geht um die Behandlung und Sicherung von Patientinnen und Patienten, die Verantwortung für Mitarbeitende, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen sowie um Krisenbewältigung und die Zusammenarbeit mit zahlreichen internen und externen Partnern.

Von der Theorie direkt in die Praxis

Als besonders wertvoll erwiesen hatten sich im Programm die Praxiseinsätze, die Lernprojekte und der Austausch mit Mentorinnen und Mentoren. "Führung lässt sich nicht allein aus Büchern oder in Seminarräumen lernen", so Hollweg weiter. "Sie entwickelt sich vor allem im Austausch, in der praktischen Erfahrung, in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven und in der Bereitschaft, das eigene Handeln immer wieder zu hinterfragen." Die Trainees haben viel Zeit und Energie investiert, sich auf diesen Entwicklungsprozess eingelassen und sich mit ihren eigenen Stärken auseinandergesetzt, was Respekt und Anerkennung verdiene.

Ein Zertifikat für die Zukunft der Organisation

Das überreichte Zertifikat dokumentiert somit nicht nur die erfolgreiche Teilnahme. Es steht für das Engagement, die Lernbereitschaft und die Bereitschaft der Absolventinnen und Absolventen, Verantwortung für die Zukunft im LWL-Maßregelvollzugs zu übernehmen und über den eigenen Aufgabenbereich hinauszublicken.

Auch in ihren Abschlussarbeiten beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Themen der Zukunft. Dabei ging es unter anderem um "Verändertes Klientel, veränderte Strukturen", die Weiterentwicklung von Personalgewinnungskonzepten und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Forensik. 

Karrierechancen und Nachwuchssicherung aus den eigenen Reihen

Mit dem "Talent-Pool" wurde ein wichtiger strategischer Schritt unternommen, um Führungskräfte frühzeitig zu identifizieren, gezielt zu fördern und langfristig für verantwortungsvolle Aufgaben zu gewinnen. Dabei geht es nicht darum, heute schon jede berufliche Entwicklung starr festzulegen. Vielmehr soll der Talent-Pool Möglichkeiten eröffnen, Perspektiven schaffen und die Absolventen dabei unterstützen, den passenden nächsten Schritt zu gehen. Einige der Teilnehmenden haben den Schritt in eine Führungsposition bereits vollzogen, bei anderen werden sich diese Chancen mittel- oder langfristig ergeben. Vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels sichert der LWL so die qualifizierte Besetzung von Schlüsselpositionen nachhaltig aus den eigenen Reihen.

Den Abschluss des Programms bildete ein Planspiel, dass verschiedene Herausforderungen realer Betriebsleitungen simulierte; geplant und durchgeführt von der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie.

Pressekontakt

Bianca Hannig, LWL-Maßregelvollzug, 0251 591-3476 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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