28.09.26 | Kultur Der Oktober im LWL-Museum
Familiensonntag, Kreativseminare und Herbstferienprogramm
Anfang Oktober können Interessierte erste eigene Erfahrungen in der Schmiedekunst sammeln.
Foto: LWL/M. Hömberg
Am ersten Wochenende im Oktober (3./4.10.) findet im LWL-Museum der zweitägige Workshop "Einstieg in die Schmiedekunst" jeweils von 11 bis 17 Uhr statt. Die Bearbeitung von Eisen ist eine Handwerkskunst, die mit Beginn der Eisenzeit vor rund 2.800 Jahren ihren Anfang nahm. Bis heute funktioniert das Schmieden nach dem gleichen Grundprinzip wie damals: "Schmiede das Eisen, solange es noch heiß ist!" Die Techniken hingegen haben sich stets weiterentwickelt und im Mittelalter ihren Höhepunkt erfahren.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Dauerausstellung, in der die historisch-archäologische Entwicklung der Schmiedekunst erläutert wird, geht es ans Feuer. Unter fachmännischer Anleitung fertigen die Teilnehmenden Objekte, die zum mittelalterlichen Alltag gehörten. Ob darüber hinaus noch Weiteres nach Wunsch hergestellt wird, hängt vom Geschick der einzelnen Teilnehmenden ab.
Die Kosten für eine Teilnahme betragen 120 Euro pro Person, inklusive Material und zuzüglich Museumseintritt für alle Teilnehmenden ab 18 Jahren.
Familiensonntag "Grabungscamp spezial"
Gemeinsam auf archäologische Entdeckungstour: Beim Familiensonntag (4.10.) wird die Familie zum Ausgrabungsteam. Beim "Grabungscamp spezial" geht es um 13 und 15 Uhr für Familien mit Kindern ab 8 Jahren mit echten Grabungswerkzeugen in eine unerschlossene Grabungslandschaft unter der Erde. Dort warten Befunde und Funde aus verschiedenen Epochen darauf, entdeckt und erforscht zu werden. Das Angebot eignet sich auch als besonderes gemeinsames Erlebnis für Großeltern und ihre Enkel: Gemeinsam können sie auf archäologische Spurensuche gehen und Geschichte selbst entdecken.
Was verbindet Archäologie, Popkultur und Psychologie? Eine gemeinsame Faszination für das Thema Kannibalismus. Am Donnerstag (15.10.) lädt das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne um 19 Uhr zu einer kostenlosen Kurzvortragsreihe ein. Drei Referierende beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und gehen der Frage nach, was hinter der Faszination für den "Kannibalen" steckt.
Die Historikerin und Guide im LWL-Museum Tabea Doll widmet sich dem Verhältnis von Archäologie und Kannibalismus. Aßen Neandertaler tatsächlich Menschen? Der Vortrag nimmt den historischen Mythos des "Kannibalen" unter die Lupe und zeigt, wie entsprechende Vorwürfe entstanden sind und was sie mitunter mehr über diejenigen aussagen, die sie erhoben haben, als über die Beschuldigten.
"Pop-Kultur, Medienwissenschaft & Kannibalismus" lautet das Thema des Vortrags von Kai G. Bernhardt, Historiker, Medienwissenschaftler und Guide. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus historischen Vorstellungen und Erzählungen moderne Geschichten und Bilder entstanden sind. Filme wie "Nackt und zerfleischt" greifen dabei auf historisch gewachsene Vorstellungen zurück und verbinden Themen wie Rassismus und Psychologie mit der Angst vor dem Bild des "grausamen Kannibalen". Der Film steht dabei exemplarisch für zahlreiche Horrorproduktionen, die diese Vorstellungen aufgreifen, weiterentwickeln und für die Popkultur inszenieren.
Der Schriftsteller, Psychologe und Psychotherapeut Tom C. Winter nimmt schließlich die Psychologie und Kannibalismus in den Blick. Während die Vorstellung, einen Menschen zu verspeisen, bei den meisten Menschen Abscheu auslöst, beschreibt der Begriff Vorarephilie den sexuell aufgeladenen Genuss an der Vorstellung, zu verschlingen oder verschlungen zu werden.
Die Veranstaltung ist kostenlos und kann sowohl vor Ort im Museum als auch im Livestream auf YouTube verfolgt werden.
Hinweis: Im Rahmen der Vorträge werden Abbildungen gezeigt, die für sensible Personen ungeeignet sein können.
Der Workshop "Bunte Pracht - Glasperlen selbst gemacht" (17.10.) richtet sich an Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren. Hier können Teilnehmende von 13 bis 17 Uhr Glasperlen mit alter Technik selbst herstellen und mit nach Hause nehmen. Das Angebot ist für Fortgeschrittene ausgelegt. Eine Anmeldung zum Workshop ist telefonisch noch unter 02323 94628-0 zu den Öffnungszeiten des Museums möglich.
Am 18.10. geht es um 14 Uhr "Mit dem Spielmann durch die Zeiten". Abenteuerliche und amüsante Geschichten, die sich um die historische Vergangenheit Westfalens und die entsprechenden archäologischen Funde ranken - sie bilden den Inhalt der musikalischen Führung mit Spielmann Michel. Der zeitreisende Musikus geht mit Liedern, Texten und Klangbeispielen unter anderem folgenden Fragen nach: Wie klang die Musik der Neandertaler? Was hat der Satz des Pythagoras mit Musik zu tun? Warum war es auf mittelalterlichen Festen so schwer, nüchtern zu bleiben? Wieso geht die Musik von Carlos Santana auf das alte Griechenland zurück?
Der Herner Gitarrist Michael Völkel beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Musik und Geschichte. Als Spielmann Michel bringt er beide Interessen in Einklang und präsentiert eine Auswahl seiner musikalischen Fundstücke. Die Kosten betragen 2 Euro, zzgl. Eintritt.
Herbstferienprogramm "Herbstcamp Archäologie"
In der zweiten Herbstferienwoche findet im LWL-Museum das "Herbstcamp Archäologie" statt. Kinder von 8 bis 12 Jahren können dabei ein echtes Ausgrabungsabenteuer erleben. Mit Schaufel und Pinsel geht es zunächst auf die Suche nach Funden aus der Steinzeit, der Zeit der Römer und des Mittelalters. Anschließend tauchen die Teilnehmenden tief in die Vergangenheit ein. Wie genau war das Leben der Menschen vor 1.000, 2.000 und 10.000 Jahren? Die Kinder können es selbst ausprobieren. Egal, ob beim Verarbeiten von Leder, beim Gestalten mit Ton oder bei der Zubereitung von Speisen am offenen Feuer, diese Zeitreise wird ein ganz besonderes Erlebnis werden.
Die jeweils zweitägige Veranstaltung findet am Dienstag und Mittwoch (27./28.10.) und am Donnerstag und Freitag (29./30.10.) von 10 bis 16 Uhr statt.
Öffentliche Führungen durch Dauer- und Sonderausstellung
Die öffentliche Führung "gesucht. gefunden. ausgegraben." durch die Dauerausstellung steht im Oktober am Samstag (3.10.) um 13 Uhr und 15 Uhr auf dem Programm. Bei dem Rundgang folgen Besuchende in einer nachgestalteten Ausgrabung den Spuren der Menschen in Westfalen. Neben zahlreichen Funden erwartet sie beispielsweise der in Mitteleuropa einmalige Faustkeil aus Mammutknochen, der Schmuck der Damen von Ilse als eine der geheimnisvollsten Entdeckungen aus der Eisenzeit sowie das reich mit Beigaben ausgestattete Grab des Fürsten von Beckum.
Die Führung wird an weiteren Sonntagen (4.10., 11.10., 18.10., 25.10.) jeweils um 13 Uhr und um 15 Uhr angeboten.
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
Für die öffentlichen Führungen ist ein Kostenbeitrag von 2 Euro zu zahlen, zuzüglich Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben kostenfreien Eintritt. Mehr Informationen finden Sie hier.
Alle Termine im Überblick
Sa, 3.10.
- "Einstieg in die Schmiedekunst" - Kreativseminar, Teil 1, 11-17 Uhr
- "gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr und 15 Uhr
So, 4.10.
- "Einstieg in die Schmiedekunst" - Kreativseminar, Teil 2, 11-17 Uhr
- Familiensonntag "GrabungsCAMP spezial" - Mitmachgrabung für Kinder ab 8 Jahren, 13 Uhr und 15 Uhr
- "gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr und 15 Uhr
So, 11.10.
- "gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr und 15 Uhr
Do, 15.10.
- "Kannibalismus" - Öffentliche Kurzvortragsreihe von Dr. Tom C. Winter, Dortmund, sowie Tabea Marina Doll und Kai G. Bernhardt, LWL-Museum für Archäologie und Kultur, Herne, 19 Uhr
Sa, 17.10.
- "Bunte Pracht - Glasperlen selbst gemacht" - Kreativseminar für Fortgeschrittene, 13 bis 17 Uhr
So, 18.10.
- "gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr und 15 Uhr
- "Mit dem Spielmann durch die Zeiten" - Musikalische Führung durch die Dauerausstellung, 14 Uhr
So, 25.10.
- "gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr und 15 Uhr
Di, 27.10.
- "Herbstcamp Archäologie" - Herbstferienprogramm für Kinder von 8 bis 12 Jahren, Teil 1, 10-16 Uhr
Mi, 28.10.
- "Herbstcamp Archäologie" - Herbstferienprogramm für Kinder von 8 bis 12 Jahren, Teil 2, 10-16 Uhr
Do, 29.10.
- "Herbstcamp Archäologie" - Herbstferienprogramm für Kinder von 8 bis 12 Jahren, Teil 1, 10-16 Uhr
Fr, 30.10.
- "Herbstcamp Archäologie" - Herbstferienprogramm für Kinder von 8 bis 12 Jahren, Teil 2, 10-16 Uhr
Mehr Infos: http://www.lwl-landesmuseum-herne.de
LWL-Museum für Archäologie und Kultur, Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0
Groß und Klein kommen beim Familiensonntag "GrabungsCamp spezial" auf ihre Kosten.
Foto: LWL/M. Hömberg
Im "Herbstcamp Archäologie" können die Teilnehmenden ein echtes Ausgrabungsabenteuer erleben.
Foto: LWL/M. Hömberg
Pressekontakt
Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504
LWL-Museum für Archäologie und Kultur Herne
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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