21.09.26 | Kultur Werkstattareal der Römischen Kaiserzeit im Dortmunder Westen entdeckt
Blick auf die Ausgrabungsstätte im Dortmunder Westen. Foto: LWL/D. Riemenschneider
"Einzigartiger Werkstattbereich"
"Wir haben hier einen Werkstattbereich mit umfangreichen Befunden entdeckt", erläutert Grabungsleiterin Dr. Eva Cichy von der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen. "Das ist in dieser Form im Westen des Germanischen Siedlungsgebiets eine Premiere. Außer dem ersten Töpferofen fanden wir Werkstätten der Metallverarbeitung, sie waren außergewöhnlich gut erhalten", so Cichy weiter. Die Ausgräberinnen und Ausgräber dokumentierten mehrere Areale mit Gruben, Öfen und Herden.
Germanisches Metallrecycling - eine Fundstelle überregionaler Bedeutung
"Zu den spannendsten Aspekten der Römischen Kaiserzeit rechts des Rheins, also außerhalb des römischen Imperiums, zählt die germanische Metallverarbeitung", erläutert Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen. "Es ist schon länger bekannt, dass die Germanen insbesondere in der späten Kaiserzeit große Mengen erhandelter oder erbeuteter römischer Metallobjekte recycelten", führt er weiter aus. Tobias Zacharias von der Stadtarchäologie Dortmund: "Bisher fehlten jedoch zu solchen Tätigkeiten passende Befunde. Dadurch ist diese Fundstelle auch von überregionaler Bedeutung."
Jan Rosbeck, ebenfalls von der Stadtarchäologie Dortmund, zum Verfahren des germanischen Metallrecyclings: "Die Germanen schmolzen hier in Tiegeln, die sie in die Öfen stellten, römischen Metallschrott. Es handelt sich um runde bis ovale Konstruktionen mit Lehmwänden, in die seitlich mit Blasebälgen Luft eingegeben wurde, um die Temperatur zu regulieren."
Ein Ofen wird geborgen
Was für Keramik im Töpferofen produziert wurde, ist noch unklar. Die Ausgrabungen sind fast beendet und der am besten erhaltene Ofen wird komplett geborgen, damit dieser einzigartige Befund zukünftig ausgestellt werden kann.
Zwei der für handwerkliche Tätigkeiten genutzte Feuerungsanlagen wurden vorsichtig freigelegt. Foto: LWL/E. Cichy
Die freigelegten Reste des Töpferofens. Foto: LWL/D. Riemenschneider
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, Tel.: 0251 591-235 und Dr. Julia Großekathöfer, Tel.: 0251 591-8907
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