17.09.26 | Psychiatrie "Aus Scham ziehen sich die Betroffenen oft zurück"
LWL-Chefärztin Elke Koling klärt über Alzheimer auf
Elke Koling, Chefärztin an der LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik, hält am 21. und 24. September Info-Vorträge zum Thema Alzheimer.
Foto: LWL
"Alzheimer (auch: Alzheimer-Demenz) ist die häufigste Form von Demenz - auch wenn die Begriffe umgangssprachlich oft synonym verwendet werden", erklärt Chefärztin Elke Koling. Bei einer Alzheimer-Demenz ließen beispielsweise Gedächtnis, sprachliche Fähigkeiten und die Orientierung mehr und mehr nach. Es gebe zwar Behandlungen, die den Verlauf positiv beeinflussen können, doch heilbar sei diese Form der Demenz nicht. In Sachen Therapie und Diagnostik gebe es zurzeit spannende Neuerungen, was die Chefärztin in ihren Vorträgen am 21. und 24. September weiter ausführen wird.
Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen
Eine Alzheimer-Demenz könne durch mehrere Symptome in Erscheinung treten. "Dazu gehören etwa Gedächtnisstörungen - besonders des Kurzzeitgedächtnisses", erklärt Koling. Auch sogenannte Zeitgitterstörungen können auftreten. Dazu gehören laut Koling Probleme bei Fragen wie: Wann war ich wo? Wie alt bin ich? Wie alt sind meine Enkelkinder? Dinge verlieren und nicht wiederfinden - etwa die Schlüssel oder das geparkte Auto - seien ebenso typische Symptome.
Anzeichen können laut Koling ebenso Wortfindungsstörungen sein sowie Schwierigkeiten, sich in fremden Umgebungen zurechtzufinden. Komplexere Tätigkeiten wie Geldabheben oder Kuchenbacken gelingen bei einigen Betroffenen, wenn überhaupt, nur noch fehlerhaft. Schwierigere Texte können nicht mehr gelesen, anspruchsvollere Sendungen nicht mehr verstanden werden. "Aus Scham ziehen sich die Betroffenen oft zurück", weiß die Chefärztin. Auch das Überspielen der Symptome sei ein übliches Verhalten.
(K)eine Frage des Alters
Das Motto des diesjährigen Welt-Alzheimertags ist: Demenz ist (k)eine Frage des Alters. "Die jüngsten Patienten in meiner Sprechstunde sind unter 40 Jahre alt", sagt Elke Koling. Auch einige unter 60-Jährige seien dabei.
Manchmal sei es schwer, zwischen ersten Anzeichen einer Alzheimer-Demenz und bloßer (manchmal auch altersbedingter) Vergesslichkeit zu unterscheiden: "Die Grenze ist fließend und wird durch Bildung, Vorerkrankung, Medikamente und Hirnschäden beeinflusst", sagt die Expertin. "Deshalb erheben wir eine ausführliche Anamnese." Dazu gehören unter anderem der klassische Fragebogen zu Vorerkrankungen, Medikation etc. Bei unklarer Symptomatik können zudem neuropsychologische Tests durchgeführt werden. Bei Bedarf könne auch eine Kernspintomographie oder Nervenwasseruntersuchung veranlasst werden.
Im Zweifel den Arzt aufsuchen
Jeder sei im Alltag mal vergesslich und ein verlorener Schlüssel oder ein vergessener Name sei natürlich keine Alzheimer-Diagnose, betont Elke Koling. Aufmerksam solle man aber besonders dann werden, wenn die Symptome regelmäßig, über längere Zeit und in Kombination miteinander auftreten. "Dann ist dringend zu raten, zur Klärung einen Arzt aufzusuchen", rät die Expertin.
Mehr Infos bei Veranstaltungen in Iserlohn und Hemer
Informationen zu Therapien, Hilfsangeboten und mehr gibt es am Montag (21.9.) in Iserlohn und am Donnerstag (24.9.) in Hemer. Chefärztin Elke Koling wird neben weiteren Referentinnen und Referenten an beiden Tagen zu hören sein. In Ihrem Vortrag geht es um Neuerungen in der Therapie und Diagnostik von Alzheimer. Die Veranstaltung in Iserlohn am 21. September beginnt um 17 Uhr im Veranstaltungssaal des Seniorenzentrums Waldstadt Iserlohn an der Alexanderstraße 1. Die Veranstaltung in Hemer am 24. September beginnt um 17 Uhr im AWO-Parkheim an der Parkstraße 36. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen, die sich sowohl an Angehörige und Interessierte als auch an Fachpublikum richten, ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Infos gibt es unter https://www.lwl-klinik-hemer.de/aktuelles.
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Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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