11.09.26 | Jugend und Schule Doppeltes Jubiläum: Zwei LWL-Förderschulen in Olpe feiern 50-jähriges Bestehen
Feierten das doppelte Schuljubiläum: Landrat Theo Melcher (v.l.), Schulleiterin Heike Bleckmann, Schulleiter Holger Mester, LWL-Schuldezernentin Birgit Westers, Dr. Georg Lunemann, der Direktor des LWL, Eva Irrgang, Vorsitzende der Landschaftsversammlung, Christian Barrenbrügge, Vorsitzender des LWL-Schulausschusses, und Bürgermeister Tobias Schulte.
Foto: LWL
Beide Schulen nahmen zum Schuljahr 1976/77 ihren Betrieb auf. Damals war die Bezeichnung noch Sonderschule. Die damalige Sonderschule für Körperbehinderte startete mit 18 Kindern aus den Kreisen Siegen, Olpe, Märkischer Kreis, Hochsauerlandkreis und Altenkirchen. Die Sonderschule für Schwerhörige begann mit sieben Schülerinnen und Schülern und einem Lehrer. Nach mehreren Zwischenstationen zog die Schule Hören und Kommunikation 1994 in das neu errichtete LWL-Schulzentrum an der Bodelschwinghstraße in Olpe. Dort waren fortan vier Förderschulen unter einem Dach vereint.
"Wenn diese Schulen sprechen könnten, hätten sie heute wahrscheinlich keine Festrede vorbereitet, sondern ein ganzes Regal voller Geschichten mitgebracht", sagte Dr. Georg Lunemann, der Direktor des LWL beim Festakt. "Heute feiern wir nicht einfach ein Gebäude. Wir feiern einen Ort, an dem aus Fragen Wissen wurde, aus Klassen Gemeinschaften und aus jungen Menschen Persönlichkeiten."
In fünf Jahrzehnten haben sich nicht nur Namen, Standorte und Rahmenbedingungen verändert. Auch die Möglichkeiten der pädagogischen und therapeutischen Unterstützung haben sich weiterentwickelt. Heute verbinden die Förderschulen individuelle Förderung mit Bildung und - je nach Unterstützungsbedarf - Therapie und Pflege. Digitale Lernmittel und Assistenzsysteme eröffnen insbesondere jungen Menschen mit körperlichen oder sensorischen Beeinträchtigungen neue Möglichkeiten der Kommunikation, des Lernens und der Teilhabe.
"Entscheidend geblieben ist, was die Schulen seit ihrer Gründung auszeichnet: Jedes Kind wird mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen gesehen und bestmöglich gefördert", sagte LWL-Schuldezernentin Birgit Westers. Moderne Assistenzsysteme und die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichten heute Formen der Unterstützung, die vor 50 Jahren kaum vorstellbar gewesen seien.
Lunemann dankte den heutigen und ehemaligen Beschäftigten, den Eltern sowie den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern, die die Entwicklung der Schulen über Jahrzehnte begleitet haben. "Die beiden Schulen sind weit mehr als formale Orte des Lernens. Sie sind Orte der Entwicklung, der Förderung und des Brückenbaus - zwischen Schule und Beruf, zwischen Bildung und Teilhabe", betonte er.
Als symbolisches Geburtstagsgeschenk kündigte Lunemann unter anderem eine Linde für das Außengelände der Max von der Grün-Schule an. Der Baum soll künftig auf dem Schulhof Schatten spenden und zugleich an die besondere Bedeutung der Linden für die Stadt Olpe anknüpfen.
Information für Redaktionen:
Die Max von der Grün-Schule setzt ihre Jubiläumsfeierlichkeiten am Samstag (26.9.) von 13 bis 17 Uhr mit einem großen Schulfest auf dem Schulgelände am Kimicker Berg fort, zu dem auch Ehemalige, Nachbarn, Freunde und Förderer eingeladen sind.
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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