10.09.26 | Kultur Westfalen in der Jungsteinzeit
Vortrag im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne
Die Großsteingräber bei Wersen (Kreis Steinfurt) sind eine Gruppe von ehemals drei Grabanlagen der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur.
Foto: Altertumskommission/ Leo Klinke
Kaum ein Abschnitt der Menschheitsgeschichte hat unser heutiges Leben so geprägt wie diese Epoche. Über Jahrtausende spielten die Jagd und das Sammeln von Wildpflanzen die Hauptrolle bei der Nahrungsbeschaffung. Doch vor etwa 12.000 Jahren begann im Vorderen Orient und in Anatolien ein Entwicklungsprozess, in dessen Rahmen aus den mobilen Jägern und Sammlern sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter wurden. Dieser Wandel gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte.
Hintergrund
Sesshaftigkeit, die Kultivierung von Wildgetreide und die Domestikation von Wildtieren sowie die Vorratswirtschaft charakterisieren die sogenannte "Neolithische Revolution" - das Erfolgsmodell der Jungsteinzeit. Daraus resultierende stabile Nahrungsressourcen führten schließlich zu einem Anstieg der Bevölkerung, der in der allmählichen Ausbreitung dieser neuen Wirtschaftsweise bis nach Europa mündete. Etwa um 5300 v. Chr. erreichte das Neolithikum und mit ihm die frühesten Bauern und Viehzüchter auch die fruchtbaren Lössbörden Westfalens, die attraktive Siedlungsbedingungen für die Menschen boten.
Dieser Wandel ging jedoch nicht nur mit einer neuartigen Wirtschaftsweise einher, sondern war auch für tiefgreifende Umbrüche im technischen, ideologischen und sozialen Bereich verantwortlich, die sich in der Siedlungsstruktur, der Totenfürsorge oder in bahnbrechenden technischen Neuerungen wie der Nutzung von Rad und Wagen, dem Pflug oder in der aufkommenden Metallurgie widerspiegeln.
Diesen bahnbrechenden Entwicklungen spürt ein neues, populärwissenschaftliches Buch der LWL-Archäologie für Westfalen nach. Überblicke zahlreicher renommierter Autor:innen zu Epochen und Ereignissen wechseln mit näheren Einblicken zu Funden und Fundstellen wie Erdwerken, Großsteingräbern und Grabhügeln ab, die zusammen einen aktuellen Kenntnisstand zu über 3.000 Jahre Neolithikum in Westfalen-Lippe vermitteln.
Zur Publikation
Der Band ergänzt die bisherigen Überblicke zur Alt- und Mittelsteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit in Westfalen-Lippe und schließt damit eine Lücke. Das Buch ist im Open Access frei verfügbar und als Buch im Handel erhältlich.
Westfalen in der Jungsteinzeit
Bernhard Stapel, Hans-Otto Pollmann, Michael Baales,
Bonn 2026
276 Seiten, zahlreiche Abbildungen
19,00 Euro
ISBN 978-3-7749-4491-6
Erhältlich online beim Habelt-Verlag und über jede Buchhandlung
Online:
https://doi.org/10.11588/propylaeum.1717
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
An allen Sonn- und Feiertagen bietet das Museum öffentliche Führungen durch die Sonder- und Dauerausstellung an. Kosten: 2 Euro pro Person, zuzüglich Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind kostenfrei. Mehr Informationen finden Sie hier.
Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de
LWL-Museum für Archäologie und Kultur, Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0
Gleich drei LWL-Archäolog:innen werfen einen Blick auf "Westfalen in der Jungsteinzeit" in einem kostenlosen Vortrag im LWL-MAK.
Foto: LWL/ T. Kuhn
Pressekontakt
Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Museum für Archäologie und Kultur Herne
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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