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09.09.26 | Kultur Im Zentrum der ältesten Siedlung in Rödinghausen

Das Grabungsteam legt die Spuren der Hauspfosten frei, die sich als dunkle Verfärbungen im gelben Lehm abzeichnen.<br>Foto: LWL/A. Koch

Das Grabungsteam legt die Spuren der Hauspfosten frei, die sich als dunkle Verfärbungen im gelben Lehm abzeichnen.
Foto: LWL/A. Koch
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Rödinghausen (lwl). Im Frühjahr dieses Jahres hat ein vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) begleitetes Ausgrabungsteam eine 2.000 Jahre alte Siedlung in Rödinghausen-Schwenningdorf entdeckt und in seinem Umfang erfasst (s. Pressemitteilung https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=63336). Nun erforscht ein kleines LWL-Team das Zentrum der Siedlung. Interessierte haben die Möglichkeit, sich am Tag des offenen Denkmals (13.9.) um 15 Uhr in einer kostenlosen öffentlichen Führung über die neuen Ergebnisse zu informieren.

Siedlung des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr.

Dort, wo demnächst vier Bauplätze zur Verfügung gestellt werden, liegt der eigentliche Kern einer Siedlung des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. Deshalb werden diese Bereiche jetzt von den Archäolog:innen untersucht. Wie erwartet, liegen an dieser Stelle die Grundrisse der ehemaligen Holzhäuser dicht an dicht. Ein Hausgrundriss kann anhand einer römischen Münze genauer zeitlich eingegrenzt werden. Für eine exakte Bestimmung muss sie allerdings noch restauriert werden.

Nun beginnt die Arbeit, die dachtragenden Pfosten unterschiedlicher Hausgrundrisse voneinander zu unterscheiden. Form, Tiefe, Größe, Lage und die Art der Verfüllung geben Auskunft über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Hauswand. Auf diese Weise lassen sich Hausgrundrisse rekonstruieren, die Ost-West-ausgerichtet waren, eine Breite von etwa sechs bis acht Meter hatten und Längen von teilweise über 20 Metern erreichten.

Da sich mehrere Grundrisse überschneiden, ist davon auszugehen, dass die Siedlung mindestens 100 bis 150 Jahre existierte. Die weitere Untersuchung der geborgenen Keramikscherben wird dem Grabungsteam später dabei helfen, die Siedlung zeitlich näher einzugrenzen. Zuvor sind aber die Scherben zu reinigen, zu puzzeln und für jeden Hausgrundriss einzeln zu datieren.

Teil einer reichen Siedlungslandschaft - und Teil eines Akademieprojektes

Auch wenn es für Rödinghausen die bisher älteste nachgewiesene Siedlung ist, reiht sie sich innerhalb des Herforder Hügellandes in eine reiche Siedlungslandschaft der ersten Jahrhunderte ein. Die Gunstfaktoren wie die Bodengüte und die Nähe zu Quellbereichen oder Fließgewässern bestimmten die typischen Standorte dieser damaligen Kleinsiedlungen mit bis zu drei Höfen. Viele dieser Hofstellen sind nur anhand alter Fundmeldungen bekannt oder nur in kleinen Flächen erforscht. Die untersuchten Kernbereiche der Siedlung ermöglichen nun einen detaillierten Einblick in eine dieser Siedlungen. Die Auswertung der Siedlungsgrabung wird deshalb in den nächsten Jahren auch Teil eines Akademieprojektes in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Bochum und Göttingen sein.

Führung zum Tag des offenen Denkmals

Zum Tag des offenen Denkmals (13.9.) können sich Interessierte um 15 Uhr vor Ort über die aktuellen Ergebnisse des Grabungsteams informieren. Treffpunkt ist am Wendehammer des Adlerweges in Rödinghausen-Schwenningdorf. Dabei sollte auf festes Schuhwerk und geeignete Kleidung geachtet werden. Die Grabungsschnitte dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.

Die Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet "Habichtweg" werden dann im September starten.

Die von links nach rechts verlaufenden Pfostenreihen liegen dicht beieinander. Hier überschneiden sich die Spuren mehrerer Häuser, die sich zeitlich ablösten.<br>Foto: LWL/A. Koch

Die von links nach rechts verlaufenden Pfostenreihen liegen dicht beieinander. Hier überschneiden sich die Spuren mehrerer Häuser, die sich zeitlich ablösten.
Foto: LWL/A. Koch

Kilian Ziegelscheck legt ein Profil durch einen Pfosten aus. Erst die genaue Dokumentation ermöglicht die Zuordnung zu einzelnen Hausgrundrissen.<br>Foto: LWL/A. Koch

Kilian Ziegelscheck legt ein Profil durch einen Pfosten aus. Erst die genaue Dokumentation ermöglicht die Zuordnung zu einzelnen Hausgrundrissen.
Foto: LWL/A. Koch

Übersichtsfoto über das Grabungsfeld. In den einzelnen Flächen lassen sich bisher mindestens fünf Hausgrundrisse rekonstruieren.<br>Foto: LWL/A. Koch

Übersichtsfoto über das Grabungsfeld. In den einzelnen Flächen lassen sich bisher mindestens fünf Hausgrundrisse rekonstruieren.
Foto: LWL/A. Koch

Pressekontakt

Dr. Julia Großekathöfer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591- 8946 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

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