08.09.26 | Kultur Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Vortragsabend im LWL-Planetarium
Im Mittelpunkt des Vortragsabends steht der diesjährige Titelvogel der Zugvogeltage, die Küstenseeschwalbe.
Foto: (C)NLPV/Florian Packmor
Peter Südbeck ist Biologe und Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Er schreibt seit vielen Jahren an der Roten Liste der Vögel Deutschlands für die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft mit und veröffentlichte zahlreiche Fachpublikationen. Er stellt in seinem Vortrag die Küstenseeschwalbe ("Sterna paradisaea") vor. Wie weiße Blitze am Himmel schießen sie plötzlich nach unten, durchbrechen die Wasseroberfläche und tauchen mit einem zappelnden Fisch im Schnabel wieder auf. Schlanker als Möwen und zugleich so elegant wie Schwalben gleiten sie mit spitzen Flügeln durch die Luft.
Ihre schwarze Haube und der leuchtend rote Schnabel sind unverwechselbar. Besonders bemerkenswert ist die Ausdauer der Küstenseeschwalben. Mit einem jährlichen Zugweg von bis zu 90.000 Kilometern halten sie den Rekord unter den Zugvögeln. Sie brüten bis zum nördlichen Polarkreis und überwintern rund um den südlichen Polarkreis. Damit erleben sie jedes Jahr zwei Sommer. Auch ihr Brutverhalten ist ungewöhnlich: Während der Balz überreicht das Männchen dem Weibchen häufig einen Fisch als eine Art Hochzeitsgeschenk.
Dr. Anna Schnelle ist Biologin und hat als Doktorandin und technische Assistentin am Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland" zu Vogelarten wie der Lachseeschwalbe ("Gelochelidon nilotica") geforscht. Heute existiert nur noch eine einzige Kolonie der seltenen und stark bedrohten Brutvogelart im Elbeästuar nahe des Neufelderkoogs (Dithmarschen).
Neben der Prävention im Rahmen eines etabliertes Artenschutzprojekts wurden weitere mögliche Gefährdungsfaktoren untersucht, darunter die Schadstoffbelastung und die genetische Vielfalt der kleinen Population. Hierzu wurden sowohl aktuelle Brutvögel beprobt als auch Proben aus weiteren mediterranen Kolonien und von historischen Museumsindividuen analysiert. Der Vortrag gibt Einblicke in die genetische Entwicklung und die aktuelle Situation der Neufelderkoog-Population und zeigt, welche Erkenntnisse sich daraus für den langfristigen Schutz dieser Population ableiten lassen.
Veranstalter des Vortragsabends sind die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Hintergrund
Die 18. Zugvogeltage finden vom 10. bis zum 18.10. im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer statt. Sie bieten die Gelegenheit, mehr über die Bedeutung des Wattenmeeres für den Vogelzug zu erfahren und diesen mitzuerleben. Als Titelvogel steht in diesem Jahr die Küstenseeschwalbe im Mittelpunkt. Man begegnet ihr sowohl im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer als auch in Namibia, dem diesjährigen Partnerland der Zugvogeltage.
Weitere Informationen zu den Zugvogeltagen: https://www.zugvogeltage.de/
Eintritt: frei
Tickets: https://www.tickets.lwl.org
Direktlink: https://shop.lwl-naturkundemuseum-muenster.de/#/product/event/3065?date=2026-09-15&date_id=59276
Ort: Planetarium im LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster
Parken: Kostenpflichtige Parkplätze (5 Euro Tagesgebühr) vorhanden.
Peter Südbeck erläutert in seinem Vortrag die Eigenschaften und Besonderheiten der Küstenseeschwalbe.
Foto: (C)NLPV/Florian Packmor
Dr. Anna Schnelle spricht in ihrem Vortrag über die bedrohte Lachseeschwalbe.
Foto: (C)Fred Visscher
Pressekontakt
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit PlanetariumSentruper Str. 285 48161 Münster Karte und Routenplaner
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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