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07.09.26 | Kultur Ausstellung in Münster beleuchtet den "Mythos von Langemarck"

Das Logo der Wanderausstellung<br>Bild: Gemeinde Langemark-Poelkapelle/ In Flanders Fields Museum, Ieper

Das Logo der Wanderausstellung
Bild: Gemeinde Langemark-Poelkapelle/ In Flanders Fields Museum, Ieper
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Münster/Gelsenkirchen/Rheine/Stemwede (lwl). Eine Ausstellung in der Bürgerhalle der Bezirksregierung Münster widmet sich vom 11. bis 25. September 2026 einem der wirkungsmächtigsten Propagandamythen des 20. Jahrhunderts: dem "Mythos von Langemarck". Ein Bündnis von Veranstaltern, darunter der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), lädt dazu ein, sich mit dessen Entstehung, Wirkung und Erinnerungsspuren bis in die Gegenwart auseinanderzusetzen.

Vier Jahre lang verlief im Ersten Weltkrieg die Frontlinie durch das Gebiet der heutigen belgischen Gemeinde Langemark-Poelkapelle. Im Herbst 1914 kam es dort zu einem verlustreichen deutschen Angriff. Die deutsche Kriegspropaganda stilisierte das Geschehen später zum heldenhaften Opfertod junger Kriegsfreiwilliger. Im Nationalsozialismus entwickelte sich der "Mythos von Langemarck" zu einem Staatskult und wurde zu einem wichtigen Bestandteil der nationalsozialistischen Erziehung. Heute befindet sich in Langemark der meistbesuchte deutsche Soldatenfriedhof des Ersten Weltkriegs. Er gehört seit 2023 zu den UNESCO-Welterbestätten der Gedenkorte und Friedhöfe des Ersten Weltkriegs in Belgien und Frankreich.

Seit 2022 ist Langemarck Ausgangspunkt eines internationalen Erinnerungs- und Friedensprojekts der Gemeinde Langemark-Poelkapelle, des In Flanders Fields Museum in Ieper und der University of Kent. Die dreisprachige Wanderausstellung informiert über die Entstehung und Entwicklung des "Langemarck-Mythos". Außerdem präsentiert sie Ergebnisse der deutschlandweiten Initiative "Langemarckstraße". Diese untersucht, wo und wie der Mythos bis heute im öffentlichen Raum nachwirkt.

Die Ausstellung wurde im November 2024 in Langemark-Poelkapelle eröffnet und war anschließend in mehreren deutschen Städten zu sehen, in denen Straßen oder Plätze den Namen Langemarck tragen. Dazu gehören in Westfalen Gelsenkirchen und Münster.

Auch darüber hinaus finden sich in Westfalen Spuren der Erinnerung an Langemarck: Am Gymnasium Dionysianum in Rheine (Kreis Steinfurt) steht bis heute ein Langemarck-Denkmal. Es wurde 1934 zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Schule errichtet. In Stemwede-Haldem (Kreis Minden-Lübbecke) entstand 1936 in einem ehemaligen Rittergut die "Jungvolkführerschule Langemarck" als Schulungsstätte der westfälischen Hitlerjugend. Heute ist dort eine LWL-Suchtklinik untergebracht.

Für die Ausstellung in Münster wird die Wanderausstellung durch Informationstafeln zum Langemarck-Kult in Westfalen sowie zum Friedensprojekt der Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen ergänzt.

Dr. Ansgar Scheipers, Regierungsvizepräsident der Bezirksregierung Münster, eröffnet die Ausstellung am Freitag (11.9.) um 11 Uhr. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Gesamtschule Berger Feld stellen die Friedensarbeit ihrer Schule und ihre Auseinandersetzung mit dem Erinnerungsort Langemar(c)k vor.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 11. bis 25. September in der Bürgerhalle der Bezirksregierung Münster, Domplatz 1-3. Sie ist montags bis donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Programm zur Ausstellung

Am Sonntag (13.9.) bietet Jens Effkemann vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um 14.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung an, anschließend findet eine weitere Führung auf dem Kriegsgräberfriedhof Haus Spital bei Münster-Gievenbeck statt. Am Mittwoch (16.9.) spricht Prof. Dr. Stefan Goebel, Direktor des Zentrums für Kriegs-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte an der University of Kent und Kurator der Ausstellung, ab 18 Uhr über den "Mythos von Langemarck in Westfalen und anderswo".

Hintergrund

Initiatoren der Ausstellung sind die Gemeinde Langemark-Poelkapelle, das In Flanders Fields Museum in Ieper und die University of Kent. Partner in Westfalen sind die Bezirksregierung Münster, das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, das LWL-Medienzentrum für Westfalen, das Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, die Regionalgruppe Münsterland des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie" sowie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. in Westfalen-Lippe.

Das Langemarck-Denkmal beim Gymnasium Dionysianum in Rheine.<br>Foto: Jens Effkemann

Das Langemarck-Denkmal beim Gymnasium Dionysianum in Rheine.
Foto: Jens Effkemann

Die "Jungvolkführerschule Langemarck in Haldem" (Kreis Minden-Lübbecke), ca. 1938<br>Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Die "Jungvolkführerschule Langemarck in Haldem" (Kreis Minden-Lübbecke), ca. 1938
Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Pressekontakt

Markus Köster, LWL-Medienzentrum für Westfalen, Telefon 0251/5913901, markus.koester@lwl.org

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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