03.09.26 | Kultur Münster in Zürich
LWL-Museum für Kunst und Kultur leiht Meisterwerke chinesischer Lackkunst an das Museum Rietberg
Freuen sich über die Kooperation Zürich-Münster: die Direktorin des Museums Rietberg, Dr. Annette Bhagwati (2. v. r.), der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold, sowie die Kuratorinnen Alexandra von Przychowski (Zürich, 2. v. l.) und Dr. Patricia Frick (Münster, r.).
Foto: Fabienne Gantenbein
Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold: "Es ist uns ein wichtiges Anliegen, mit anderen Museen zu kooperieren und Sammlungen über Ländergrenzen hinweg miteinander in Dialog zu bringen." Die Ausstellung im Museum Rietberg zeige die internationale Bedeutung der Lackkunst-Sammlung aus Münster. 2023 hat das LWL-Museum sie vom ehemaligen Museum für Lackkunst der BASF Coatings übernommen.
Seit Jahrtausenden wird natürlicher Lack aus dem Saft des Lackbaums gewonnen. In einem aufwendigen Verfahren trägt man Schicht für Schicht hauchdünn auf und poliert sie. Das kostbare Material ermöglicht eine außergewöhnliche Vielfalt an Oberflächen und Techniken. Dabei steht das charakteristische leuchtende Zinnoberrot in der chinesischen Kultur unter anderem für Glück und Freude.
Das Spektrum der Leihgaben aus Münster reicht von frühen vielfarbig gemalten Arbeiten über gravierte und mit Einlagen verzierte Stücke bis hin zu zahlreichen Beispielen der chinesischen Schnitzlacktechnik. Bei dieser material- und zeitintensiven Methode werden bis zu 150 einzelne Lackschichten übereinander aufgetragen. Jede Schicht besitzt lediglich eine Stärke von etwa 0,03 bis 0,04 Millimeter und muss mehrere Tage aushärten, bevor die nächste Lackschicht folgt. Der plastische Dekor wird abschließend direkt in den langwierig aufgebauten Lack eingeschnitten.
Dr. Patricia Frick, Kuratorin für Lackkunst am LWL-Museum für Kunst und Kultur: "China gilt als Wiege der Lackkunst. Vom chinesischen Festland verbreitete sich das Wissen um die schützenden und zierenden Eigenschaften des Lacks in andere asiatische Länder und über die islamische Welt bis nach Europa. Davon erzählen unsere Objekte."
Die Sammlung im LWL-Museum für Kunst und Kultur umfasst rund 1.250 Objekte aus China, Japan, Myanmar, Korea sowie Thailand und schlägt den Bogen nach Indien, Russland und Europa. 2025 hat das LWL-Museum für Kunst und Kultur der Sammlung die große Sonderausstellung "Faszination Lack" gewidmet.
Im Museum Rietberg in Zürich sind in der Ausstellung "Rot - Meisterwerke chinesischer Lackkunst" 40 Objekte aus dem LWL-Museum für Kunst und Kultur zu sehen.
Foto: Museum Rietberg / Patrik Fuchs
Pressekontakt
Claudia Miklis, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Telefon: 0251 5907-168, presse.landesmuseum@lwl.org. und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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