02.09.26 | Kultur Vielfalt der Moore entdecken
Aufruf zum Beobachten der Pflanzen und Tiere
Im Rahmen der deutschlandweiten "Arten-Olympiade" können diesen Monat gut Tiere und Pflanzen der Moore bestimmt und gemeldet werden.
Foto: LWL/Oblonczyk
Moore sind hoch spezialisierte Ökosysteme und dienen als Lebensräume für besondere Arten. Es gibt Tiere und Pflanzen, die speziell an die Bedingungen in Mooren angepasst sind und nur dort leben können. Für sie ist der Schwund von intakten Mooren daher ein großes Problem. Torfmoose, Sonnentau, aber auch die Gerandete Jagdspinne oder bestimmte Orchideenarten leben an Moorstandorten. Auch für viele Vogelarten sind die Moorgebiete als Brut- oder Rastgebiet bedeutend.
Die Entwässerung und Nutzung von Mooren bedrohen die biologische Vielfalt dieser besonderen Lebensräume. Ein zielorientiertes Management und die Wiedervernässung spielen eine wichtige Rolle bei der Renaturierung von Mooren. Die Erhaltung von intakten Mooren und die Renaturierung sind nicht nur für die Artenvielfalt wichtig, sondern auch für den Klimaschutz. Auf einer geringen Fläche können sie eine große Menge an Kohlenstoff speichern.
In Nordrhein-Westfalen finden sich bedeutende Moorgebiete an der deutsch-niederländischen Grenze. Das erweiterte Vogelschutzgebiet umfasst noch erhaltene Moorreste sowie einige Feuchtwiesenkomplexe. Insgesamt hat das Vogelschutzgebiet "Moore und Heiden des westlichen Münsterlandes" eine überregionale Bedeutung für brütende, rastende und überwinternde Vogelarten. Dazu zählen zum Beispiel Blaukehlchen und Heidelerche, Tüpfelsumpfhuhn und Ziegenmelker, aber auch hohe Bestandsdichten von Knäkente, Krickente und Schwarzkehlchen als typische Brutvögel in Mooren. Große Gebietsteile werden von ausgedehntem, naturschutzgerecht bewirtschaftetem Feuchtgrünland geprägt. Sie bergen einige Hauptvorkommen des Brutbestandes von Uferschnepfe und Großem Brachvogel in NRW.
Hintergrund
Wer im Jahr 2026 die meisten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland entdeckt, wird sich im Rahmen der bürgerwissenschaftlichen "Arten-Olympiade 2026" zeigen, zu der das LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu Jahresanfang aufgerufen hat. Ob Pilz, Pflanze, oder Tier - die Mitmachaktion für Naturinteressierte lädt das ganze Jahr über ein, Naturbeobachtungen auf der internationalen Plattform Observation.org und in der App ObsIdentify zu teilen. Zu den Partnern der Arten-Olympiade gehören unter anderem das Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und angewandte Ökologie der Universität Münster (CIBRA). Unterstützt wird der Wettbewerb durch eine Spende der Stiftung der Sparda-Bank West.
Mehr Infos und Termine der Artenakademie: http://www.artenakademie.lwl.org
Für Interessierte stehen Informationen zu dem Projekt "Arten-Olympiade 2026" auf der Website bereit: http://www.arten-olympiade.lwl.org | http://www.bioblitze.lwl.org
Teilnehmende finden ihre Ergebnisse in der App ObsIdentify und Interessierte finden die Ergebnisse der Aufrufe auf Stadt-Ebene hier: https://observation.org/bioblitz/categories/d-landkreise-und-kreisfreie-stadte-2026/
Fragen an:
germany@observation.org
Charakteristisch sind die mit Klebedrüsen besetzten Blätter des Sonnentaus, die der moortypischen Pflanze den Fang von Beute und so das Gedeihen auch auf sehr nährstoffarmen Böden ermöglichen.
Foto: Katharina Crazius
Die Heidelerche (Lullula arborea) ist ein typischer Bewohner von trockenen Heidelandschaften, lichten Kiefernwäldern und Moor-Heide-Komplexen.
Foto: LWL/Kriegs
Pressekontakt
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
LWL-Museum für Naturkunde
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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