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01.09.26 | Psychiatrie Wenn Gaming zur Sucht wird: OMPRIS geht am 1. September an den Start

LWL-Online-Therapieprogramm wurde im Rahmen eines KHZG-Projektes umgesetzt

Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im LWL-Universitätsklinikum Bochum, Prof. Georgios Paslakis.<br>Bild: LWL/Dietmar Wäsche

Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im LWL-Universitätsklinikum Bochum, Prof. Georgios Paslakis.
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Bochum (lwl). Aus einem erfolgreichen Forschungsprojekt wird ab dem 1. September 2026 ein regelhaftes Hilfsangebot des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL): Mit OMPRIS wird die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im LWL-Universitätsklinikum Bochum künftig ein onlinebasiertes Therapieprogramm bereithalten, das mediensüchtigen Menschen helfen soll, ihr problematisches Internetverhalten zu verändern. Der Selbsttest mit anschließender Terminbuchung kann ab sofort durchgeführt werden.

OMPRIS, das für Onlinebasiertes Motivationsprogramm zur Förderung der Veränderungsmotivation bei Menschen mit Computerspielabhängigkeit und Internetsucht steht, hatte sich in den zurückliegenden Jahren in wissenschaftlichen Studien bewährt. "Das Programm hatte sich bis zu einem Zeitraum von zwei Jahren nach Behandlungsabschluss als wirksam gezeigt, so dass durch den Gemeinsamen Bundesausschuss die Übernahme in die Regelversorgung empfohlen worden war", erklärt Klinikdirektor Prof. Georgios Paslakis. "Wir freuen uns, dass wir Betroffenen ab sofort ein regelhaftes, schnell zugängliches und niedrigschwelliges Therapieangebot machen können."

Zielgruppe sind Erwachsene ab 18 Jahren, die das Gefühl haben, keine Kontrolle mehr über die Internet- und Smartphonenutzung zu haben. Ist die Bereitschaft vorhanden, die eigene Computerspiel- oder Streamingzeit reduzieren zu wollen, kann der oder die Betroffene sich digital an OMPRIS wenden. Mit Hilfe von Expert:innen werden sie hier über mehrere Wochen durch regelmäßige Online-Einzelgespräche dabei unterstützt, das eigene Internetnutzungsverhalten zu verändern und die Motivation zur Verhaltensänderung zu stärken.

Genauere Informationen zu Behandlungsablauf, Nachsorge und Terminbuchung einschließlich Selbsttest sind auf der OMPRIS-Website abrufbar: https://ompris.de/.

Hintergrund:

OMPRIS war vor sieben Jahren unter Forschungsleitung von Dr. Jan Dieris-Hirche, Oberarzt und Leiter der LWL-Medienambulanz, als neuartiges webcambasiertes Interventionsangebot entwickelt und erprobt worden. Im Rahmen eines KHZG-Projektes (KHZG: Krankenhauszukunftsgesetz) wurde OMPRIS nun technisch umgesetzt und als Angebot am LWL-Universitätsklinikum Bochum etabliert.

In den zurückliegenden Jahren hat die Internet- und Computerspielsucht vor allem bei jungen Menschen stark zugenommen. Seit 2018 ist sie seitens der WHO auch international als Krankheit ("Online Gaming Disorder"), die mit psychischen Begleiterkrankungen und psychosozialen Belastungen einhergeht, anerkannt. Mit OMPRIS soll einer chronischen Suchtentwicklung entgegengewirkt werden. Neben der Behandlung hat OMPRIS vor allem das Potenzial der Früherkennung und Prävention.

Forschungsleiter Dr. Jan Dieris-Hirche, Oberarzt und Leiter der LWL-Medienambulanz.<br>Bild: LWL

Forschungsleiter Dr. Jan Dieris-Hirche, Oberarzt und Leiter der LWL-Medienambulanz.
Bild: LWL

Pressekontakt

Rosa Sommer, LWL-Universitätsklinikum Bochum, Telefon: 015140635802, rosa.sommer@lwl.org und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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