25.08.26 | Kultur Töpferofen kehrt zurück in die Heimat
Transport von Lage nach Tecklenburg
Der Töpferofen wurde am Montag im LWL-Museum Ziegelei Lage mit einem Kran zum Transport nach Leeden verladen.
Foto: LWL
Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) konzentriert sich in seiner neuen Dauerausstellung auf den Ziegel und seine Verwendung. Der Töpferofen passte nicht mehr zum neuen Konzept. "Daher war es ein Glücksfall, dass sich der Heimatverein der Stadt Tecklenburg für diesen Ofen interessierte und den Wunsch äußerte, ihn zurück nach Tecklenburg zu bringen", so LWL-Museumsleiter Willi Kulke. Der Heimatverein konnte die nötigen Fördermittel einwerben, um ein neues Gebäude für den Ofen zu bauen. Dort wird der Ofen ab dem Herbst zu bewundern sein.
Der Töpferofen stammt ursprünglich aus einer Töpferei, die etwa von 1250 bis 1350 in Leeden bei Tecklenburg (Kreis Steinfurt) produzierte. Sie lag in einem Waldgebiet, dem Habichtswald, der das erforderliche Brennmaterial lieferte. Bereits im Winter 1976/77 waren Archäologen bei der Untersuchung der alten Töpferei auf die Reste des Ofens gestoßen. Sie beschlossen, den seltenen Fund in einem Stück auszugraben und als Block zu bergen. Bereits 1977 wurde er erstmals im Archäologiemuseum in Münster ausgestellt. Nach Ablauf der Ausstellung wurde der Koloss in Kisten verfrachtet und eingelagert. Dort schlummerte er unbeachtet, bis das Westfälische Museum für Vor- und Frühgeschichte in Münster das Töpferofen-Ensemble dem Westfälischen Industriemuseum für die Ziegelei Lage schenkte. Er zählt zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen für die Verwendung von Ziegelsteinen in der Region Westfalen-Lippe und gilt als der besterhaltendste spätmittelalterliche Töpferofen in Nordeuropa.
Der Beginn der Produktion in der Töpferei bei Leeden geht zurück auf die Gründung des Stiftes Leeden im Jahr 1248. Vermutlich gehörte die Töpferei zu einer Reihe von Handwerksbetrieben, die sich in der Nähe des Stiftes kurz nach dessen Gründung ansiedelten. Die Töpferei produzierte knapp einhundert Jahre lang Gebrauchskeramik, Spielzeug und andere nützliche Dinge für Haushalt und Handwerk. Die Ware wurde nicht nur auf dem regionalen Markt verkauft, sondern es existierten Handelswege bis in die norddeutsche Tiefebene hinein. Zum Brennen der Keramik wurden kleine stehende Lehmkuppelöfen errichtet, die nicht sehr haltbar waren und immer wieder repariert oder neu aufgebaut werden mussten. Dieser Ofen, der aus der späten Produktionsphase (1130 - 1340) stammt, unterscheidet sich von seinen Vorgängern vor allem durch seine Bauweise. Er bestand bereits aus Handstrichziegeln, die eine längere Haltbarkeit garantierten. Der Töpferofen aus dem Habichtswald ist ein früher Beleg für die Verwendung von Ziegelsteinen in unserer Region.
Über viele Jahre hatte das Museum den mittelalterlichen Ofen in Form einer archäologischen Grabungsstätte präsentiert.
Foto: LWL
Pressekontakt
Lara Ullrich, LWL-Industriemuseum Ziegelei Lage, Tel. 0151 40635050 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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