21.07.26 | Kultur Venezianischer Maestro in der Glashütte Gernheim
Matteo Tagliapietra zeigt klassische Techniken
Matteo Tagliapietra bei einem Workshop in seiner Manufaktur in Murano.
Foto: Luca Masarà
Die Demonstrationen am Ofen widmen sich vor allem dem Fadenglas: Nach dem Ziehen feiner Glasfäden entstehen Stäbe mit gedrehten Dekoren, die wiederum verschmolzen und zu Hohlgläsern geblasen werden. "Matteo Tagliapietra beherrscht nicht nur die traditionellen venezianischen Techniken, sondern auch das historische Formenrepertoire meisterhaft. Sein außerordentlich breites Spektrum an handwerklichen Kompetenzen erlaubt es ihm, sowohl Gläser nach historischem Vorbild anzufertigen als auch zeitgenössische Entwürfe in höchster Perfektion umzusetzen", erklärt Museumsleiterin Dr. Katrin Holthaus.
Der in Venedig geborene Tagliapietra begann seine Ausbildung mit 16 Jahren. Bereits mit 21 wurde er Meisterglasmacher in der Manufaktur von Gambaro & Poggi auf der venezianischen Insel Murano. Seit 2015 ist er zusammen mit Luciano Gambaro Teilhaber der Manufaktur Gambaro & Tagliapietra. In Gernheim wird Tagliapietra im Anschluss an die Vorführung einen dreitägigen Workshop für Glasmachende leiten, die ihre Kenntnisse in den venezianischen Techniken vertiefen möchten. Die vier geladenen Profis stammen aus Finnland, Schweden, Spanien und Tschechien.
Mit der Einladung von Tagliapietra möchte die Glashütte Gernheim die Erhaltung der manuellen Glasfertigung, eines durch die Unesco anerkannten immateriellen Kulturerbes, fördern. Katrin Holthaus: "Die Weitergabe der oft über Jahrzehnte erarbeiteten Kompetenzen eines Meisterglasmachers kann immer nur in der Praxis erfolgen, etwa durch Erspüren der Einwirkungen von Schwerkraft und Temperatur oder durch das Wechselspiel von Bewegung und Formgebung."
Pressekontakt
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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