13.07.26 | Kultur Von Löwen und Drachen
Bronzene Kanne ist Kunstwerk des Monats Juli im LWL-Museum für Kunst und Kultur
Als Kunstwerk des Monats Juli zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur die Dreibeinkanne aus Bösensell aus den Jahren um 1300.
Foto: LWL / Hanna Neander
Die Dreibeinkanne wurde von den Priestern dafür verwendet, sich vor der Messfeier die Hände zu waschen und sich im übertragenen Sinne von ihren Sünden zu reinigen. Das verwendete kostbare Material deutet auf den hohen Anspruch bei der Anfertigung hin. Die Herstellung fand im aufwendigen Wachsausschmelzverfahren statt. Dabei handelt es sich um eine Gießtechnik, bei der ein vorab gefertigtes Wachsmodell mit Keramik oder Gips umhüllt wird. Das Wachs wird daraufhin geschmolzen und dafür ein flüssiges Metall in den Keramikhohlraum gefüllt. Dabei wird das ursprüngliche Modell zerstört und man spricht daher von einer "verlorenen Form".
Gegenstände für den christlichen Gottesdienst werden bis heute aufwendig geschmückt und verziert. Die Dreibeinkanne verfügt lediglich über einen als Drachenkopf gestalteten Ausguss und Löwentatzen an den Standbeinen. Diesen scheinbar nur dekorativen Tier-Fragmenten kommt während des Gebrauchs der Kanne jedoch eine maßgebliche Bedeutung zu. Die Tier-Details stehen für die Bestien als Ganzes. Der Drache, ein furchterregendes Fabeltier, soll böse Dämonen abwehren. Der Löwe, der nach einer mittelalterlichen Legende sein totgeborenes Junges durch sein Gebrüll wieder zum Leben erweckt hat, erinnert die Gläubigen an die Auferstehung des Gottessohnes Christus.
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