13.07.26 | Kultur Vom Tour-Triumph zum Doping-Fall
Dalheimer Ausstellung zeigt Gelbes Trikot von Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich
Regelbruch: Das Gelbe Trikot von Jan Ullrich ist aktuell in einer Ausstellung im Kloster Dalheim zu sehen. Das Trikot, das den Führenden der Gesamtwertung der Tour-De-France kennzeichnet, stammt aus dem Jahr 1997 und ist eine Leihgabe der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
Foto: Axel Thünker, Stiftung Haus der Geschichte
Ullrichs Tour-Sieg im Jahr 1997 löste eine Radsport-Euphorie in Deutschland aus. Ullrich war regelmäßiger Gast in den Medien, wurde zum beliebtesten Sportler des Jahres gewählt. Was seine Fans nicht wussten: Ullrich war bei seinem Sieg gedopt, nahm verbotene leistungssteigernde Mittel ein.
Er war damit beileibe kein Einzelfall. Radsportler brachen die Regeln damals systematisch, nahmen die gleichen Mittel wie Ullrich, auch weil diese Substanzen kaum nachweisbar waren. Im Sommer 2006 wurde Ullrich dann kurz vor dem Start der Tour de France aufgrund seiner Kontakte zu dem spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes von seinem damaligen Team suspendiert und von der Rundfahrt ausgeschlossen.
Im Februar 2012 verurteilte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) Ullrich endgültig wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen. Ullrich wurde vom Volksheld zum Doping-Sünder. Trotz seines ausführlichen Dopinggeständnisses im Jahr 2023 gilt Jan Ullrich weiter als Tour-Sieger von 1997, da sein Vergehen verjährt ist.
Ullrichs Gelbes Trikot ist eines von rund 170 Exponaten der Dalheimer Ausstellung. Ob hohe Kunst oder tiefer Fall: Die Schaustücke aus zehn Jahrhunderten veranschaulichen die Komplexität und Bedeutung von Regeln und führen mitten hinein in historische Sternstunden, künstlerische Meisterleistungen, sportliche Höhepunkte und menschliche Tragödien.
Hochrangige Exponate aus Kunst- und Kulturgeschichte werden ebenso präsentiert wie Schaustücke aus der Alltags- und Populärkultur, darunter die Haschischdose von John Lennon, Hitlers angebliche Tagebücher, Wolle vom Klonschaf Dolly, der Steuer-Bierdeckel von Friedrich Merz oder der Bombenkasten von Kaufhaus-Erpresser Dagobert.
Die Ausstellung ist noch bis Mai 2027 im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zu sehen.
Pressekontakt
Maria Tillmann, Stiftung Kloster Dalheim - LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Telefon: 05292 9319-114, maria.tillmann@lwl.org
Stiftung Kloster Dalheim
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