09.07.26 | Psychiatrie "Überwältigende Herzenswärme"
LWL-Tagesklinik Lünen feiert 30-jähriges Bestehen
Inge Müller begleitet die LWL-Tagesklinik Lünen seit der Eröffnung vor 30 Jahren als Pflegerische Leitung.
Foto: LWL / Philipp Stenger
Inge Müller begleitet die Einrichtung seit der Eröffnung vor 30 Jahren als Pflegerische Leitung. "Ich sehe mich als Motivatorin und Ideengeberin", sagt die erfahrene Fachkrankenschwester für Psychiatrie. In der Tagesklinik organisiere sie nicht nur Dienstpläne: Sie sorge für einen geregelten Ablauf, habe das Ganze im Blick. Es sei ihr wichtig, dass sich die Mitarbeitenden als Team begreifen und sich auf Augenhöhe begegnen. Im Fachjargon spreche man von einem "multiprofessionellen Team", in dem Mitarbeitende aller Professionen einen wichtigen Beitrag für die Behandlung der Patientinnen und Patienten leisteten.
"Oft löst sich etwas, wenn wir gemeinsam lachen"
An der LWL-Tagesklinik Lünen gibt es zahlreiche Spezialistinnen und Spezialisten: Pflegefachkräfte, Ergotherapeutinnen, eine Kunsttherapeutin, eine Sozialarbeiterin, Ärztinnen, Arzthelferinnen, eine Psychologin sowie Bewegungs- und Musiktherapeutinnen arbeiten Hand in Hand. Auch Inge Müller arbeitet mit den Patientinnen und Patienten, in ihrer Interaktionsgruppe. Hier werde beispielweise geübt, Grenzen zu setzen. Nähe und Distanz seien wichtige Themen. Es gebe Rollenspiele, Erfahrungsaustausch und - wo es angebracht ist - auch eine Prise Humor. "Es ist wichtig, dass ich mit den Patienten auch Spaß habe", sagt sie. "Oft löst sich etwas, wenn wir gemeinsam lachen." Sie freue sich über viel positives Feedback der Patientinnen und Patienten. Das liege vor allem an dem engagierten Team der Tagesklinik. Müller: "Die Herzenswärme meiner Kollegen überwältigt mich manchmal."
Hintergrund
Die LWL-Tagesklinik Lünen
Die LWL-Tagesklinik Lünen ist eine Einrichtung der LWL-Klinik Dortmund und befindet sich an der Altstadtstraße 23A - direkt neben dem Marien Hospital Lünen. An der Tagesklinik werden volljährige Menschen behandelt, die psychisch erkrankt sind. Behandelt werden insbesondere Menschen mit schizophrenen Psychosen, Depressionen, bipolaren affektiven Störungen sowie schizo-affektiven Psychosen, aber unteren anderem auch Menschen mit Persönlichkeits-, Angst- und Zwangsstörungen.
Die Tagesklinik hat 23 Behandlungsplätze. Das Konzept der Tagesklinik sieht vor, dass die Patientinnen und Patienten tagsüber in der Klinik sind und abends wieder nach Hause gehen. Die Betreuung ist so engmaschiger als im ambulanten Bereich, aber ohne Übernachtung wie im stationären Bereich.
Das Projekt "Alle Tassen⿊"
Anlässlich des Jubiläums der LWL-Tagesklinik Lünen hat die Kunsttherapeutin Sylvia Jäger mit der ambulanten Kunsttherapiegruppe das Projekt "Alle Tassen⿊" entwickelt. Der Name greift den Sinnspruch "Nicht alle Tassen im Schrank haben" auf. Im Rahmen des Projekts gestalteten Patientinnen und Patienten der Gruppe über ein Jahr hinweg zahlreiche Tassen und ließen dabei ihrer Kreativität und ihrer Ausdruckskraft freien Lauf.
Das Ergebnis: Zerbrochene Tassen, die nach der japanischen Methode "Kintsugi" repariert wurden, sodass an den reparierten Stellen goldene Linien sichtbar sind; versteckte kleine Tassen, die nur den aufmerksamsten Gästen ins Auge fallen; Tassen mit wilden, natürlich anmutenden Formen.
Das Thema des Projekts wurde r noch weiter aufgegriffen: Das Team der LWL-Tagesklinik Lünen hat ihre eigenen Tassen in Fotografien in Szene gesetzt und Gäste konnten sich mit einer selbstgemalten Tasse in einem Gästebuch eintragen.
Anlässlich des Jubiläums der LWL-Tagesklinik Lünen hat die Kunsttherapeutin Sylvia Jäger mit der ambulanten Kunsttherapiegruppe das Projekt "Alle Tassen⿊" entwickelt. In der ganzen Tagesklinik konnten die Gäste selbsterstellte und gesammelte Objekte finden.
Foto: LWL / Philipp Stenger
In der ganzen Tagesklinik waren im Rahmen des Projekts "Alle Tassen⿊" Kunstobjekte zu sehen.
Foto: LWL / Philipp Stenger
Bei der Bewegungstherapeutin Rabea Wienholt konnten die Gäste Bewegungs- und Achtsamkeitsübungen ausprobieren.
Foto: LWL / Philipp Stenger
Bei der Ergotherapeutin Ann-Christin Westkämper konnten Besucherinnen und Besucher mit Farben kreativ werden.
Foto: LWL / Philipp Stenger
Die Pflegerische Leitung Inge Müller (l.) und die Oberärztin Dr. Katrin Pilath-Schramm (r.) konnten mit ihrem Team zahlreiche Gäste beim Jubiläum empfangen.
Foto: LWL / Philipp Stenger
Ergo- und Musiktherapeutin Marie Franke nutzt Musik, um Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Beim Jubiläum konnten sich die Gäste auch über ihre Arbeit informieren.
Foto: LWL / Philipp Stenger
Pressekontakt
Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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