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07.07.26 | Jugend und Schule Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen als kommunale Gestaltungsaufgabe

LWL-Fachberatung setzt 2027 Schwerpunkt auf "Gesundheit und Wohlbefinden" - aktuelle UNICEF-Daten unterstreichen Dringlichkeit

Westfalen-Lippe (lwl). Wie es Kindern und Jugendlichen geht, hängt entscheidend davon ab, in welchem Umfeld sie aufwachsen - und wie gut Kommunen dieses Umfeld gestalten. Die Fachberatung für kommunale Präventionsketten und das Landesprogramm "kinderstark" beim LWL-Landesjugendamt Westfalen macht daher "Gesundheit und Wohlbefinden" zu ihrem fachlichen Oberthema für das Jahr 2027. Ziel ist es, Jugendämter und weitere kommunale Akteur:innen dabei zu unterstützen, strukturelle Grundlagen für ein gelingendes Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen zu schaffen - insbesondere für jene in benachteiligten Lebenslagen.

Gesund durch Wohlbefinden
"Wohlbefinden umfasst körperliche Gesundheit ebenso wie mentales Wohlbefinden, soziale Teilhabe und die Möglichkeit, Kompetenzen zu entwickeln. Diese Dimensionen sind eng miteinander verknüpft, sie werden maßgeblich durch die sozialen und materiellen Lebensbedingungen von Familien geprägt", so Almut Haushalter-Wittenbrink, Fachberaterin Kommunale Präventionsketten beim LWL. "Für die kommunale Praxis bedeutet das: Wohlbefinden lässt sich nicht allein durch Maßnahmen eines einzelnen Fachamtes fördern. Gefragt sind dezernatsübergreifende Kooperationen, die Jugend, Gesundheit, Soziales, Stadtplanung und Bildung zusammendenken."

Die LWL-Fachberatung begleitet Jugendämter und kommunale Verwaltungen in dieser Schnittstellenarbeit. Gemeinsam mit den Fachkräften vor Ort werden Strukturen gestärkt sowie Präventionsketten aufgebaut und weiterentwickelt.

Ungleichheit als Risikofaktor für Kinder
Dass diese Arbeit dringend erforderlich ist, belegt die aktuelle Ausgabe der UNICEF Report Card Series (Report Card 20, Mai 2026, "Unequal chances - Children and economic inequality"). Der Bericht untersucht, wie wirtschaftliche Ungleichheit zwischen Familien das Wohlbefinden von Kindern in den Industrieländern beeinflusst. Deutschland landet im internationalen Vergleich auf Platz 25 von 37 aufgeführten Ländern - damit erneut unter dem Durchschnitt. Auch beim mentalen Wohlbefinden zeigen sich deutliche Unterschiede: Nur 61 Prozent der 15-Jährigen aus der einkommensschwächsten Gruppe berichten von hoher Lebenszufriedenheit - verglichen mit 73 Prozent aus der wohlhabendsten Gruppe. Bei der körperlichen Gesundheit liegt die Diskrepanz sogar noch höher: Während 79 Prozent der Kinder aus dem obersten Einkommensfünftel in sehr gutem Gesundheitszustand sind, gilt dies nur für 58 Prozent der Kinder aus dem untersten Fünftel.

"kinderstark - NRW schafft Chancen": Strukturen vor Ort stärken
Die Fachberatung aus der Servicestelle Gelingendes Aufwachsen begleitet das Landesprogramm "kinderstark - NRW schafft Chancen": 141 Kommunen in Nordrhein-Westfalen nutzen das Förderprogramm bereits, um den Aufbau oder die Weiterentwicklung kommunaler Präventionsketten voranzubringen und in der Praxis mit konkreten Angeboten zu hinterlegen, um durchdachte Strukturen für ein gelingendes Aufwachsen zu etablieren. Diese regional zugeschnittenen Gesamtstrategien zielen darauf, Kinder und Familien vor allem in benachteiligenden Lebenslagen früh, passend und wirksam zu erreichen - vom Übergang in die Kindertagesbetreuung über die Schulzeit bis hin zur Ausbildung.

Das Thema "Gesundheit und Wohlbefinden" wird 2027 gezielt in diesen Kontext eingebettet: Wie können Kommunen sicherstellen, dass alle Kinder, unabhängig von der sozialen Lage ihrer Familien, gesund aufwachsen und Zugang zu den passenden Angeboten und Hilfen finden? Welche Kooperationsstrukturen zwischen Jugendamt, Gesundheitsamt und weiteren Akteur:innen braucht es dafür? Und wie lässt sich das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen systematisch in den Blick nehmen?

"Präventions- und Unterstützungsangebote für Familien sind elementar, um die Lebensbedingungen für Kinder nachhaltig zu verbessern. Dabei spielen Präventionsketten eine maßgebliche Rolle, die gut vernetzte Strukturen auf kommunaler Ebene niederschwellig zugänglich und aufeinander abgestimmt bereitstellen. Diese Strukturen weiter zu stärken, ist Teil unserer täglichen Aufgabe", betont Haushalter-Wittenbrink.

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

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