07.07.26 | Kultur YouTube-Serie "Brits in Westphalia"
Wie Briten die Industrielle Revolution im Ruhrgebiet ins Rollen brachten
Das Plakat zur YouTube-Serie verrät, es geht um Briten und Bergbau in Westfalen.
Foto: LWL
Kurzweilig und informativ beleuchtet das Edutainment-Format den Einfluss britischer Arbeiter und Großindustrieller auf die Bergbau- und Stahlindustrie in Westfalen. Dabei verbindet die Serie handgezeichnete Animationen mit Experteninterviews und Moderation. Aus wissenschaftlicher Perspektive begleitet Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen das Format. Die aus Southampton stammende Moderatorin und Autorin führt in leicht verständlichem Englisch durch die Folgen, während ihr Interviewpartner Olaf Schmidt-Rutsch auf Deutsch antwortet. Sämtliche Inhalte sind zudem deutsch untertitelt.
Gedreht wurde das YouTube-Format in verschiedenen Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL): unter Tage im Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-ruhr-Kreis), auf den Fördertürmen der Zeche Zollern in Dortmund und im Freilichtmuseum Hagen, wo ein Zinkwalzwerk von 1847 rekonstruiert wurde. Aber auch die Stadt Wetter an der Ruhr zählt zu den Drehorten. Dort zeugen die Überreste der Harkortschen Maschinenfabrik von der Industrialisierung der Region. Ihr Betreiber Friedrich Harkort galt als "Vater des Ruhrgebiets" und profitierte maßgeblich von Technologie, Expertise und Fachkräften aus Großbritannien. Neben dem Industriellen Harkort erzählt die Serie vom irischen Unternehmer William Thomas Mulvany, der Zechen in Gelsenkirchen und Herne errichtete. "Brits in Westphalia" würdigt aber auch die Leistungen britischer Arbeiter, an die bis heute englische Familiennamen in der Region erinnern.
Die drei Folgen eröffnen damit eine besondere britische Perspektive auf die Industrialisierung Westfalens: Die erste Episode erzählt, wie westfälische Unternehmer britische Dampfmaschinen teils schmuggelten, teils importierten und schließlich vor Ort nachbauten. Die zweite Episode veranschaulicht zwei Schlüsseltechnologien der Eisen- und Stahlverarbeitung. In der abschließenden Episode geht es unter Tage. Sie beleuchtet die Rolle britischer Fachkräfte im Kohlebergbau.
Die drei Folgen sind unter den folgenden Links auf dem YouTube-Kanal "Westfalen im Film" zu sehen:
Folge 01 - Steaming Ahead
https://www.youtube.com/watch?v=fQ3mrivX490
Folge 02 - Thats how we roll (and puddle)!
https://www.youtube.com/watch?v=CSedjzCpKSg
Folge 03 - The Brits Beneath Our Feet
https://www.youtube.com/watch?v=eRsjHoCW1xM
Die Moderatorin Jasmine Sainsbury erzählt auch vom kulturellen Austausch mit den Briten und probiert eine kulinarische Eigenkreation - Tee und Currywurst.
Foto: LWL / Tuula Kainulaine
Jasmine Sainsbury im Interview mit dem Historiker Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom LWL-Museum Henrichshütte Hattingen in der Maschinenhalle des LWL-Museums Zeche Zollern in Dortmund.
Foto: LWL / Tuula Kainulainen
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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