29.06.26 | Soziales Opferentschädigung an Betroffenen orientieren
Akteure im Opferschutz tauschen sich bei LWL-Fachtag aus
LWL-Sozialdezernent Takis Mehmet Ali.
Foto: LWL/Nikolaus Urban
Knapp 100 Vertreterinnen und Vertreter von Opferschutzverbänden, Beratungsstellen, Jugendämtern, Kliniken, von der Polizei und Justiz sowie aus Politik und Verwaltung kamen zu der Veranstaltung ins LWL-Landeshaus in Münster.
Der Fachtag rückte die Perspektive der Betroffenen in den Fokus, die nach einer Gewalttat wie einem sexuellen Übergriff oder einem Großschadensereignis oft plötzlich vor gesundheitlichen, psychischen und auch existenziellen Herausforderungen stehen. LWL-Mitarbeitende tauschten sich mit den Akteuren der Opferhilfe aus und diskutierten aktuelle Problemfelder aus der Praxis.
"Dass der Gesetzgeber diesen erweiterten Gewaltbegriff nun im Entschädigungsrecht verankert hat, schafft die notwendige Rechtssicherheit, um Betroffenen zeitgemäß und bedarfsgerecht zu unterstützen", so der LWL-Sozialdezernent weiter. Auch in der Gesellschaft habe sich das Verständnis davon, was Gewalt ist, gewandelt. "Das beste Beispiel ist das Prinzip "Ja heißt Ja". Wir müssen dieses Momentum aufgreifen und den Übergang schaffen vom reinen Verwalten hin zu einem Verfahren, das die Betroffenen und ihre Biografien noch mehr in den Mittelpunkt stellt."
Antragsverfahren im sozialen Entschädigungsrecht seien häufig komplex. Die Verwaltung müsse den Spagat bewältigen zwischen einer rechtssicheren korrekten Antragsprüfung und dem sensiblen Umgang mit schwer traumatisierten Menschen. Das sei keine Routinearbeit, sondern eine Aufgabe, die eine außerordentlich professionelle Haltung erfordere. Mehmet Ali: "Unsere Aufgabe ist es, die Verwaltungsverfahren so zu gestalten, dass die Prüfung der Ansprüche nicht selbst zu einer Belastung wird. Wir müssen bürokratische Abläufe dort verbessern, wo sie den Zugang zu Hilfen unnötig verzögern."
Wie dies gelingen kann, diskutierten die Teilnehmenden in drei anschließenden Workshops zu verschiedenen Themen. Der Fachtag bot auch eine Plattform für Austausch und Vernetzung der verschiedenen Institutionen und Fachdisziplinen, um Opfer nach Gewalttaten noch besser unterstützen zu können.
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Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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