25.06.26 | Kultur Zusammenhalt braucht Begegnung
69. Westfalentag in Hamm setzt Impulse für starke Orte
Ehrengast Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, (2. v. r.) mit Dr. Georg Lunemann (Landesdirektor des LWL und Vorsitzender des WHB), Monika Simshäuser (Bürgermeisterin der Stadt Hamm) und WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers (v. l.).
Foto/ Eike Hollermann/WHB
Dr. Georg Lunemann, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes und Landesdirektor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), eröffnete den Westfalentag mit einem klaren Plädoyer: "Eine Gesellschaft benötigt mehr als technische Infrastruktur. Sie braucht auch kulturelle und soziale Ankerpunkte. Deshalb gehören Begegnungsorte ebenso zur Daseinsvorsorge wie Schulen, Nahverkehr oder medizinische Versorgung. Wer diese Orte stärkt, investiert in Gemeinsinn und damit in den Fortbestand unserer Demokratie."
In seiner Festrede setzte sich Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, mit den Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation auseinander. Er betonte, dass gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt Räume des freiwilligen Engagements an Bedeutung gewinnen: "Das Ehrenamt ist der Gegenentwurf zu einer Gesellschaft, in der wir einander nur noch als Profile und Follower begegnen. Hier entsteht die Erfahrung, dass man trotz unterschiedlicher Ansichten gemeinsam etwas erreichen kann."
Monika Simshäuser, Bürgermeisterin der Stadt Hamm, begrüßte die Gäste im Jubiläumsjahr der Stadt und warf einen Blick auf 800 Jahre Stadtgeschichte. Hamm sei eine Stadt, die immer wieder Wandel erlebt habe. Mehrfach durch Brände zerstört und stets wiederaufgebaut, habe die Stadt gelernt, Wandel als Gestaltungsaufgabe zu begreifen.
In zwei von WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers moderierten Gesprächsrunden wurde das Schwerpunktthema vertieft. Unter dem Leitthema "Welche Orte können wir uns als Gesellschaft leisten aufzugeben?" diskutierten zunächst Vertreterinnen und Vertreter aus Projektberatung, Soziokultur und Verwaltung über die Zukunft von Begegnungsorten. Im Fokus standen steigende Kosten, knappe öffentliche Mittel und die Frage, wie Heimatakteure, soziokulturelle Zentren und andere Dritte Orte künftig stärker gemeinsam gedacht werden können.
Die zweite Gesprächsrunde widmete sich erfolgreichen Beispielen aus der Praxis. Mit dem Dormitorium in Asbeck, der Schäferkämper Wassermühle in Bad Westernkotten und dem Gebäude-Ensemble des Heimatvereins Altenberge wurden drei Projekte von Mitgliedsvereinen des WHB vorgestellt, die eindrucksvoll zeigen, wie aus bürgerschaftlichem Engagement lebendige Orte der Gemeinschaft entstehen. Deutlich wurde, dass ihre Entwicklung Zeit, Mut und viel Herzblut erfordert - ebenso aber verlässliche Partner wie die Nordrhein-Westfalen-Stiftung, die seit 40 Jahren Vereine und Initiativen bei Erhalt und Realisierung von Heimatorten unterstützt.
Mit der Initiative "Junges Ehrenamt für NRW" des Netzwerks bürgerschaftliches Engagement NRW (NBE NRW) und WestLotto richtete sich der Blick auf die Stimmen junger Engagierter. Vorgestellt wurde von Iveen Sulaiman der Aufbau eines landesweiten Netzwerks, in dem junge Menschen eigene Vorstellungen für das Ehrenamt von morgen entwerfen und damit Vereinen und Organisationen wichtige Anregungen geben, wie Ehrenamt zeitgemäß weitergedacht werden kann.
Musikalisch begleitet wurde der Westfalentag von Kerem Yelken und Fiona Schulz von der Städtischen Musikschule Hamm. Der Markt der Ideen, Exkursionen und Workshops boten zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung. Deutlich wurde dabei auch: Wer starke Orte will, muss die Menschen und Organisationen stärken, die sie mit ihrem Engagement tragen.
Begegnungsorte gehören zur Daseinsvorsorge - mit dieser Botschaft eröffnete Landesdirektor Dr. Georg Lunemann, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes, den 69. Westfalentag in Hamm.
Foto/ Eike Hollermann/WHB
Minister Nathanael Liminski spannte in seiner Festrede den Bogen von den Herausforderungen der digitalen Transformation bis zur Bedeutung von Gemeinschaft und Ehrenamt.
Foto/ Eike Hollermann/WHB
Wie Begegnungsorte langfristig gesichert werden können, diskutierte WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers (r.) mit Heike Herold, Stellvertretende Vorsitzende des Kulturrats NRW und Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NRW, Cristina Loi, Kulturdezernentin der Bezirksregierung Arnsberg, sowie Tobias Bäcker, Geschäftsführer der pro loco Projektberatung Gute Orte GmbH (v. l.).
Foto/ Eike Hollermann/WHB
Wie aus historischen Gebäuden lebendige Orte der Gemeinschaft werden und welche Rolle verlässliche Partnerschaften dabei spielen - darüber sprach WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers mit Stefan Ast, Geschäftsführer der NRW-Stiftung, Rebecca Brüggemann, Vorsitzende des Heimatvereins Asbeck, Dr. Stefan Wiesner, Vorsitzender der Heimatfreunde Bad Westernkotten, und Manfred Stuhldreier, Beisitzer im Vorstand des Heimatvereins Altenberge (v. l.).
Foto/ Eike Hollermann/WHB
Den Aufbau eines landesweiten Netzwerks junger Engagierter stellte Iveen Sulaiman vor, die im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres bei der Ehrenamt Agentur Essen im Projekt "Junges Ehrenamt für NRW" mitarbeitet.
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Als kulturelles und kulturpolitisches Forum des WHB bringt der Westfalentag Engagierte aus Ehrenamt, Politik, Verwaltung und Kultur zu gesellschaftlich relevanten Themen zusammen.
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Pressekontakt
Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes e.V., 0251 203810-12, silke.eilers@whb.nrw
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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