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17.06.26 | Kultur Paläoaquarium im LWL-Museum für Naturkunde macht Urzeit-Meere digital erlebbar

Spende der Sparkasse Münsterland Ost ermöglicht neuen Höhepunkt für Ausstellung

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (Mitte) überreicht zusammen mit Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Ole Kriegs (re.) die Plakette, die die Förderung der Sparkasse verdeutlicht, an Peter Scholz, stv. Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Münsterland Ost.<br>Foto. LWL/Steinweg

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (Mitte) überreicht zusammen mit Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Ole Kriegs (re.) die Plakette, die die Förderung der Sparkasse verdeutlicht, an Peter Scholz, stv. Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Münsterland Ost.
Foto. LWL/Steinweg
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Münster (lwl). Ausgestorbene Meeresbewohner in Lebensgröße erleben: Ein digitales "Paläoaquarium" zählt zu den besonderen Höhepunkten der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen, die ab dem 10. Juli im LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu sehen ist. Die Ausstellung trägt den Titel "Überleben zwischen Dinos und Schuppenbäumen". Möglich wurde das immersive Ausstellungselement durch eine Spende der Sparkasse Münsterland Ost. Im Paläoaquarium werden Tiere verschiedener Erdzeitalter digital zum Leben erweckt und für Besucher:innen in Lebensgröße sichtbar.

Eine Plakette neben dem Paläoaquarium weist auf die Förderung hin. Peter Scholz, stellvertretender Vorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost brachte sie gemeinsam mit LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger an der Wand neben dem Paläoaquarium an.

"Modernes Lernen ist eine Mischung aus Zuhören, Anfassen, Erleben und digitaler Hilfe. Hier im Paläoaquarium kommen all diese Dinge besonders plastisch zusammen. Denn wenn man gewissermaßen in die Urzeit unseres Planeten eintauchen kann, dann ist das meines Erachtens ein gelungenes Beispiel für hervorragende Wissensvermittlung", so Scholz.

Besucher:innen können unter anderem urzeitliche Meeresreptilien, riesige Knochenfische und Ammoniten in Lebensgröße im "Paläoaquarium" beobachten. Das Paläoaquarium vermittelt den Eindruck, als stünde das Publikum direkt vor einer großen Aquariumsscheibe. Tatsächlich handelt es sich um eine rund 13 mal 4 Meter große, gebogene Projektionsfläche. Sie zeigt digital die Urzeit-Tiere in ihrer natürlichen Umgebung: dem oberflächennahen Wasserbereich offener Meere. Durch die gebogene Form der Fläche entsteht eine besonders plastische Darstellung der Unterwasserwelt. Wer an der Projektionsfläche entlanggeht oder davor verweilt, erhält den Eindruck, mitten in eine urzeitliche Meereslandschaft einzutauchen. Ein besonderer Effekt: Die Animation ist so angelegt, dass sich die Szenen nicht einfach wiederholen. Durch eine variantenreiche, nicht-lineare Szenenabfolge entstehen immer neue Beobachtungsmomente. Auch wer länger vor dem Paläoaquarium stehen bleibt, kann unterschiedliche Bewegungen und Begegnungen der Tiere entdecken.

"Museen haben den Auftrag, Wissen nicht nur zu bewahren, sondern es für alle Menschen zugänglich und verständlich zu machen. Das Paläoaquarium erfüllt diesen Anspruch auf besondere Weise: Es verbindet wissenschaftliche Forschung mit einem eindrucksvollen Erlebnis, eröffnet Besucher:innen einen niedrigschwelligen Zugang zur Erdgeschichte und zeigt, wie lebendig Wissenschaft sein kann", sagt Rüschoff-Parzinger.

Für das Paläoaquarium wurden jurassische und kreidezeitliche Meeresbewohner erstmals in dieser Form als lebensgroße 3D-Animationen rekonstruiert. Visualisiert werden im Paläoaquarium verschiedene Abschnitte der Erdgeschichte. Zu sehen sind unter anderem Meeresreptilien aus dem Unteren und Mittleren Jura, der größte Knochenfisch der Erdgeschichte sowie die Oberkreide mit dem Riesenammoniten. Doch wie entsteht so ein digitales Aquarium? Am Beispiel des Riesenammoniten Parapuzosia seppenradensis zeigt das Museum, wie aus einem fossilen Objekt Schritt für Schritt ein animiertes Tier für das Paläoaquarium entsteht. Grundlage ist ein detaillierter 3D-Scan des Original-Fossils. Darauf aufbauend wird die Schale digital rekonstruiert; Verformungen des Fossils können dabei korrigiert werden. Während des gesamten Prozesses werden Form, Proportionen und Körpermaße überprüft. Anschließend erhält das Modell ein virtuelles Skelett, damit es sich überzeugend bewegen kann. Farben und Oberflächen orientieren sich an heutigen Meerestieren wie Muscheln, Schnecken und Perlbooten. So entsteht schließlich eine wissenschaftlich fundierte Visualisierung, die den Ammoniten Parapuzosia seppenradensis als lebensgroßes Tier im lichtdurchfluteten Kreide-Meer zeigt.

"Für unser Haus ist das Paläoaquarium ein besonderer Baustein der neuen Landesausstellung. Besucher:innen begegnen den Tieren nicht nur als Fossilien, sondern erleben sie in einer rekonstruierten Lebenswelt", erklärt Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Ole Kriegs. "Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Besucher:innen mit dem Paläoaquarium einen so eindrucksvollen Zugang zur Welt der Urzeit-Meere eröffnen können. Die digitalen Rekonstruktionen machen erfahrbar, wie vielfältig und faszinierend das Leben in früheren Erdzeitaltern war."

Hintergrund

Die Ausstellung "Überleben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" ist ab dem 10. Juli in Münster zu sehen. Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung gefördert. Es ist Teil des Kulturprogramms zum Jubiläum "1.250 Jahre Westfalen", das 2025 unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gefeiert wurde und bis in 2026 hineinwirkt. Zudem wird die Ausstellung gefördert von der Sparkasse Münsterland Ost.

Die Paläontologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen ist ein gemeinsames Ausstellungsprojekt des Ruhr Museums in Essen, des LWL-Museums für Naturkunde in Münster und des Lippischen Landesmuseums Detmold. Initiiert und gefördert wird das Projekt vom NRW-Heimatministerium. Von April 2026 bis September 2027 erzählen die drei Häuser in unterschiedlichen Ausstellungen vom Wandel des Lebens über gewaltige Zeiträume hinweg, von urzeitlichen Pflanzenwelten über Dinosaurier bis zu den Tieren der Eiszeit.

An der Wand neben dem Paläoaquarium wird in der neuen Ausstellung auf die Unterstützung der Sparkasse Münsterland Ost hingewiesen.<br>Foto: LWL/Steinweg

An der Wand neben dem Paläoaquarium wird in der neuen Ausstellung auf die Unterstützung der Sparkasse Münsterland Ost hingewiesen.
Foto: LWL/Steinweg

Das Paläoaquarium vermittelt den Eindruck, als stünde das Publikum direkt vor einer großen Aquariumsscheibe. Die Sparkasse hat die 13x4 Meter große Projektion unterstützt.<br>Foto. LWL/Steinweg

Das Paläoaquarium vermittelt den Eindruck, als stünde das Publikum direkt vor einer großen Aquariumsscheibe. Die Sparkasse hat die 13x4 Meter große Projektion unterstützt.
Foto. LWL/Steinweg

Vom Fossil zur digitalen Grundlage: Ein 3D-Scan des Ammoniten Parapuzosia seppenradensis bildet die Basis für die wissenschaftliche Rekonstruktion. Die einzelnen Arbeitsschritte zeigen, wie Form, Struktur und Oberfläche des Fossils erfasst und für die spätere Visualisierung im Paläoaquarium digital aufbereitet werden.<br>Grafiken: Die Infografen

Vom Fossil zur digitalen Grundlage: Ein 3D-Scan des Ammoniten Parapuzosia seppenradensis bildet die Basis für die wissenschaftliche Rekonstruktion. Die einzelnen Arbeitsschritte zeigen, wie Form, Struktur und Oberfläche des Fossils erfasst und für die spätere Visualisierung im Paläoaquarium digital aufbereitet werden.
Grafiken: Die Infografen

Aus den wissenschaftlichen Daten entsteht die fertige Visualisierung: Der Ammonit Parapuzosia seppenradensis wird digital rekonstruiert und als lebensgroßes Tier in die animierte Unterwasserwelt des Paläoaquariums eingebunden. So wird sichtbar, wie aus einem Fossil ein anschauliches Bild urzeitlichen Lebens entsteht.<br>Grafiken: Die Infografen

Aus den wissenschaftlichen Daten entsteht die fertige Visualisierung: Der Ammonit Parapuzosia seppenradensis wird digital rekonstruiert und als lebensgroßes Tier in die animierte Unterwasserwelt des Paläoaquariums eingebunden. So wird sichtbar, wie aus einem Fossil ein anschauliches Bild urzeitlichen Lebens entsteht.
Grafiken: Die Infografen

Pressekontakt

Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066

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