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16.06.26 | Der LWL LWL präsentiert Wort des Monats

"grienen" ist Freude und Leid

Grinsen lernen Kinder schon früh.<br>Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Grinsen lernen Kinder schon früh.
Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen
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Westfalen-Lippe (lwl). "Womit hab' ich das verdient, dass der mich so blöde angrient?" - So singt Herbert Grönemeyer in dem bekannten Song "Was soll das?" aus dem Jahr 1988. Die meisten Menschen verstehen, dass mit "angrienen" hier "angrinsen" gemeint ist. Aber sehr verbreitet ist das Wort nicht, wissen Sprachwissenschaftler:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Das Tätigkeitswort "grienen" stammt aus dem Niederdeutschen. Es ist mit dem englischen Wort "grin" verwandt. "Im westfälischen Platt wird das Wort 'chrienen' ausgesprochen mit einem Reibelaut am Anfang", erklärt Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. "Und es bedeutet hier größtenteils 'weinen'."

Eine Weisheit - ein sogenannter Omenspruch - aus Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh lautet zum Beispiel: "Wenn't rechte Auge jucket, giff't wat te grienen." Das bedeutet: "Wenn das rechte Auge juckt, gibt es etwas zu weinen." Was denn jetzt - grinsen oder weinen? "Dieser Zwiespalt lässt sich leicht auflösen", weiß Denkler. "Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes war 'den Mund breitziehen und die Zähne zeigen', was sowohl als positive als auch als negative Gefühlsbezeugung gedeutet werden kann."

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Lena Hortian, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-5400

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