Transkript anzeigen Abspielen Pausieren

16.06.26 | Psychiatrie Vernetzung macht stark

Kooperationstreffen: LWL-Klinikum Marsberg lädt Schulsozialarbeiter:innen ein

Die Schulsozialarbeiter:innen sind aus dem gesamten Versorgungsgebiet angereist, um Kontakte zur Kinder- und Jugendpsychiatrie zu intensivieren oder zu knüpfen. Die stellvertretende Chefärztin Eike Cole hat die Klinik vorgestellt.<br>Bild: LWL/Julia Bütow

Die Schulsozialarbeiter:innen sind aus dem gesamten Versorgungsgebiet angereist, um Kontakte zur Kinder- und Jugendpsychiatrie zu intensivieren oder zu knüpfen. Die stellvertretende Chefärztin Eike Cole hat die Klinik vorgestellt.
Bild: LWL/Julia Bütow
Nutzungsrechte und Download

Marsberg (lwl). Jedes Jahr ein wichtiger Termin: Der Sozialdienst des LWL-Klinikums Marsberg, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, hat die Schulsozialarbeiter:innen aus dem Versorgungsgebieten Hochsauerlandkreis, Höxter und Paderborn zum traditionellen Kooperationstreffen eingeladen. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie betreibt in Marsberg eine Klinik mit 50 Betten, in Paderborn mit 30 Betten sowie 4 Tageskliniken mit insgesamt 43 Plätzen. Neu ist die Behandlung von stoffgebundenen und nichtstoffgebundenen Süchten.

Neben dem Team des Sozialdienstes haben auch Chefarzt Privatdozent Dr. Robert Waltereit, seine Stellvertreterin Fachärztin Eike Catharina Cole, Michael Pum, Diplom-Psychologe in der Ambulanz, und Nicole Köchling-Dicke, Schulleitung der klinikeigenen "Schule am Bomberg", die Gäste begrüßt.

Eike Catharina Cole betonte zu Beginn der Veranstaltung: "Psychische Störungen zeigen sich bei Kindern und Jugendlichen ganz anders als bei Erwachsenen. Deshalb sind Beobachtungen so wichtig. Schulsozialarbeiter:innen sind das Bindeglied zwischen Kind, Eltern, Schule und im Bedarfsfall der Psychiatrie." Der gegenseitige Austausch sei wichtig, um ein ganzheitliches Bild von einem Kind oder Jugendlichen und einer vermuteten Störung zu bekommen.

"In unseren therapeutischen Angeboten beziehen wir immer Eltern und wenn möglich Schule bzw. die Schulsozialarbeit mit ein", so die Fachärztin. "Wir beobachten eine zunehmende Strukturlosigkeit in Familiensystemen und eine steigende Anzahl von Notaufnahmen." Michael Pum bestätigte den Eindruck und berichtete aus der Ambulanz. Die Ambulanz ist die erste Anlaufstelle für junge Menschen, die sich Hilfe holen: "In der Marsberger Ambulanz haben sich innerhalb von drei Monaten 1.000 Patientinnen und Patienten vorgestellt. Oft helfen ambulante oder teilstationäre Angebote. Reichen diese nicht aus, greift die stationäre Hilfe."

Kinder und Jugendliche haben, wenn es das Krankheitsbild zulässt, die Möglichkeit, die LWL-Schule am Bomberg zu besuchen. Schulleiterin Nicole Köchling-Dicke: "Unser Schulunterricht soll die Schüler:innen wieder für den Lebensraum Schule begeistern. Unsere Lerngruppen sind sehr klein und daher angenehm. Wir haben neben den klassischen Schulfächern verschiedene Kursangebote und Projekte zu ganz unterschiedlichen Themen wie das Weltall. Bedeutend ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Stundenplan aktiv mitgestalten und nach Interessen Angebote wählen dürfen. Wir arbeiten mit den Lehrkräften und Schulsozialarbeiter:innen während des Klinikaufenthalts und bei der schulischen Wiedereingliederung eng zusammen. Wir alle gemeinsam können viel erreichen."

Hintergrund

Sozialdienst in der KJP


Der Sozialdienst in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gehört zum multiprofessionellen Team in den einzelnen Stationen. Der Sozialdienst unterstützt bei der Wiedereingliederung in Familie, Schule und Alltag durch Beratung, Begleitung, Vernetzung und Koordinierung. Bei Bedarf stellt der Sozialdienst den Kontakt zu Behörden und Institutionen. Das Team des Sozialdienstes unterliegt dabei der Schweigepflicht.

Pressekontakt

Julia Bütow, LWL-Klinikum Marsberg, Telefon 02992 601-1303, Julia.Buetow@lwl.org

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

Zu allen Pressemitteilungen des LWL Zu allen Pressemitteilungen dieser LWL-Einrichtung