03.06.26 | Psychiatrie Unterstützung für abstinente Suchtkranke
Neues Reha-Angebot der LWL-Klinik Dortmund in Unna
Zum Team der Einrichtung gehören unter anderem (v.l.n.r.): Dr. Roland Löhr, Sarah Kreutzheide-Leyland, Arne Lueg, Daniel Schemberg, Violeta Gusevska, Ortrud Warnken und Frances Trümper.
Foto: LWL / Anna Wyludda
Menschen mit Medikamenten- oder Alkoholsucht
Arne Lueg ist Chefarzt im Bereich Suchtmedizin an der LWL-Klinik Dortmund. "Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit", betont der Mediziner. Hilfsangebote seien wichtig, um die Menschen nicht mit der Krankheit allein zu lassen. Das gelte nicht nur für den Entzug, sondern auch für die Abstinenz danach. Genau darauf ziele das Angebot der Reha-Einrichtung ab: Menschen, die von einer Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit betroffen sind, können das Angebot nutzen, wenn sie bereits abstinent sind, also wenn sie bereits aufgehört haben, die Suchtmittel zu konsumieren. Das speziell auf diese Menschen zugeschnittene Programm könne eine wichtige Hilfe auf dem Weg zur langfristigen Abstinenz sein, erklärt der Chefarzt.
Abends wieder zu Hause
Dr. Roland Löhr ist Erster Oberarzt des LWL-Rehabilitationszentrums, zu dem auch die neue ganztägig ambulante Rehabilitation in Unna gehört. "Es gibt Menschen, die nicht so einfach über längere Zeit von zu Hause wegkönnen oder wegwollen. Das kann verschiedene Gründe haben, wie einfach nur gern im eigenen Bett schlafen zu wollen und daheim Unterstützung durch die Familie zu haben", erklärt der Suchtmediziner den ambulanten Ansatz der Einrichtung. Löhr ergänzt: "Es kann auch eine Möglichkeit für Menschen sein, die wegen Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder sonstiger Verpflichtungen sonst gar keine Unterstützung in Anspruch nehmen. All diese Menschen profitieren von der ganztägig ambulanten Rehabilitation besonders."
Über einen Zeitraum von zwölf Wochen und an sechs Tagen pro Woche nehmen die Rehabilitanden Angebote aus dem ärztlichen, therapeutischen und sozialen Bereich wahr. Es gibt ärztlich geführte Gesundheits-Gruppen, Psychotherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie und mehr. Die Menschen sollen so zum einen am Erhalt ihrer Abstinenz arbeiten und zum anderen solle soziale Teilhabe ermöglicht werden, wie der Erste Oberarzt erklärt.
Zentral an einem Ort
Das neue Angebot am Südring in Unna ist eine Bündelung verschiedener Gruppen und Maßnahmen des LWL-Rehabilitationszentrums Ruhrgebiet "Förderturm". Chefarzt Arne Lueg führt an, dass die Angebote so zum einen zentral an einem Ort stattfinden können, und zum anderen, dass die Anbindung und zentrale Lage in Unna attraktiv seien. Tatsächlich ist die Einrichtung am Südring sowohl mit dem PKW als auch mit dem ÖPNV sowie fußläufig oder mit dem Fahrrad von der Stadtmitte aus gut zu erreichen.
Info:
Weitere Informationen, Kontakt und Anmeldung
Interessierte melden sich nicht selbst für die Rehabilitation an, sondern machen dies zusammen mit Hausarztpraxen und speziellen Sucht-Beratungsstellen. Ebenso kann im Rahmen eines stationären Klinikaufenthalts eine Reha mit den jeweiligen Fachleuten der Klinik besprochen werden. Voraussetzungen sind unter anderem Abstinenz und Volljährigkeit. Das Angebot steht Menschen der gesamten Region offen, man muss also nicht in Unna wohnen. Interessierte, Beratungsstellen und Fachleute können sich unverbindlich bei der Suchttherapeutin Ortrud Warnken informieren. Das geht per E-Mail an Ortrud.Warnken@lwl.org oder telefonisch unter 0 23 03 / 99 77 51 2.
Info: Ambulante Rehabilitation bei Spielsucht
Frances Trümper ist vielen im Kreis Unna durch ihre langjährige Arbeit beim Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. bekannt. Das ambulante Reha-Angebot für Menschen, die von (Glücks-)Spiel- oder Mediensucht betroffen sind, führt sie nun als Mitarbeiterin des LWL weiter. Dafür nutzt sie die andere Seite desselben Gebäudekomplexes am Innenstadtring mit der Adresse Schillerstraße 18. Interessierte, Beratungsstellen und Fachleute können sich unverbindlich bei Frances Trümper über das Angebot informieren. Das geht per E-Mail an FrancesMaria.Truemper@lwl.org oder telefonisch unter 0152 / 29 74 66 61.
Chefarzt Arne Lueg: "Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit."
Foto: LWL / Anna Wyludda
Erster Oberarzt Dr. Roland Löhr: "Es gibt Menschen, die nicht so einfach über längere Zeit von zuhause wegkönnen oder wegwollen."
Foto: LWL / Anna Wyludda
Die Einrichtung befindet sich am Innenstadtring in Unna und ist gut zu erreichen.
Foto: LWL / Philipp Stenger
Das Team in Unna bietet Angebote aus verschiedenen Bereichen an. Beispielsweise ist Teammitglied Sarah Kreutzheide-Leyland (r.) Ergotherapeutin. Es gibt ebenso ärztlich geführte Gesundheits-Gruppen, Psychotherapie, Bewegungstherapie und mehr.
Foto: LWL / Anna Wyludda
Pressekontakt
Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Zu allen Pressemitteilungen des LWL Zu allen Pressemitteilungen dieser LWL-Einrichtung