03.06.26 | Kultur Wertvolles Wasser im Fokus: 14. Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe
Plakat: LWL
"Wasser prägt Gärten und Parks seit Jahrhunderten - als gestalterisches Element, als Lebensraum und als Grundlage für ein gutes Mikroklima. Gleichzeitig wird ein bewusster Umgang mit dieser wertvollen Ressource angesichts des Klimawandels immer wichtiger", sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. "Die 'Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe' zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ Gartenkultur in Westfalen-Lippe gelebt wird und wie sich historische Gartenkunst, Nachhaltigkeit und gemeinschaftliches Engagement verbinden."
Ob romantischer Landgarten, weitläufiger Schlosspark oder liebevoll gepflegter Sammlergarten - die "Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe" laden dazu ein, unterschiedliche Naturräume kennenzulernen und mit den engagierten Gartenbesitzer:innen ins Gespräch zu kommen. Gerade die privaten Hausgärten verleihen dem Wochenende eine besondere Atmosphäre: Die Gastgeber:innen öffnen ihre grünen Oasen mit viel Herzlichkeit und geben persönliche Einblicke in ihre Gartenwelten, die oft über Jahre mit großer Leidenschaft entstanden sind.
Der Blick ins Programm zeigt, wie vielfältig die "Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe" in ganz Westfalen-Lippe erlebt werden können:
Im Münsterland lädt die Wasserburg Anholt in Isselburg (Kreis Borken) dazu ein, zu entdecken, warum Wasser seit über 800 Jahren das Fundament der historischen Anlage bildet. Im Privatgarten "Garten(t)räume" in Lüdinghausen (Kreis Coesfeld) eröffnet sich den Besucher:innen die faszinierende Tierwelt im und am Wasser. Praktische Anregungen für mehr Artenvielfalt bietet außerdem eine öffentliche Führung entlang des Warendor-Fair Insektenpfads im Emsseepark in Warendorf (Kreis Warendorf).
In Ostwestfalen-Lippe laden zahlreiche Angebote dazu ein, Wasser, Natur und Gartenkultur mit allen Sinnen zu erleben. Im Kurpark Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) können Besucher:innen bei einer Sonderführung mehr über die Geschichte und Bedeutung der Heilquellen erfahren und entdecken. Im Zaubergarten Bielefeld erfahren Besucher:innen bei Führungen unter anderem, welche Pflanzen besonders viel oder wenig Wasser benötigen und wie sich Regenwasser im Garten sinnvoll nutzen lässt. Familien können sich im Wurzgarten Büren (Kreis Paderborn) auf eine Wasser-Olympiade mit Spielen, Experimenten und Mitmachaktionen freuen. Musikalisch wird es beim Sommerfest im Japanischen Garten Bielefeld, während im Botanischen Garten Bielefeld eine Insektensafari spannende Einblicke in die heimische Tierwelt bietet. Naturwissen, Pflanzenkunde und Geschichten aus der Kräuterwelt verbindet außerdem eine Waldführung mit Kräuterhexe im Park Schloss Benkhausen in Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke), die zum renaturierten Gestringer Bach führt.
Auch in Südwestfalen stehen Naturerlebnisse und gemeinschaftliche Aktionen im Mittelpunkt: Im Internationalen Mehrgenerationengarten in Lippstadt (Kreis Soest) dreht sich vieles um das Thema "Wasser ist Leben" - mit Gesprächen zu Bewässerungssystemen im Klimawandel sowie Wasserspielen und Experimenten für Kinder. In Hallenberg (Hochsauerlandkreis) zeigt das "Kräuterkümpchen", wie Wasser als Grundlage für Kräuterauszüge, Blütenwasser oder Kräuterlimonade genutzt werden kann. Im Kloster- und Museumsgarten Oelinghausen in Arnsberg (Hochsauerelandkreis) geht eine Führung den Geheimnissen alter Gartengewächse wie Osterluzei und Brennendem Busch nach und erzählt von Heilpflanzen, vermeintlichen Zauberkräften und dem Glauben vergangener Zeiten.
Im Ruhrgebiet reichen die Angebote von naturnahem Gärtnern bis zu gemeinschaftlichen Aktionen: In der Bochumer Naturoase erfahren Besucher:innen, wie Wasser im Garten gesammelt und gespeichert werden kann und wie vielfältige Lebensräume für Tiere entstehen. Der Essbare Waldgarten "7.000 Schmetterlinge" in Dortmund lädt dazu ein, Wassertränken für Insekten und Vögel selbst zu bauen. In Waltrop (Kreis Recklinghausen) zeigt Dickhöferâ¿¿s Biogarten, wie Gemüseanbau auch ohne zusätzliches Gießen gelingen kann. Im Klimagarten Schwerte (Kreis Unna) steht beim "knit in public day" das gemeinsame Stricken im Grünen im Mittelpunkt - begleitet von einem bunten Rahmenprogramm rund um Wasser, Artenvielfalt und Klimaschutz. Im Skulpturenpark am Museum Haus Opherdicke in Holzwickede (Kreis Unna) können Besucher:innen beim Workshop "Das Wasser malt" außerdem kreativ mit dem Element Wasser experimentieren.
Ein besonderer Bestandteil des Aktionswochenendes sind die Fachführungen der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Renommierte Expert:innen geben dabei Einblicke in bedeutende Gartendenkmäler und aktuelle Herausforderungen der Gartendenkmalpflege. So wird bei einer Fachführung in den Querforen der Ruhr-Universität Bochum erläutert, wie das prägende Freiraumsystem der Universität mit einem Gehölzentwicklungskonzept zukunftsfähig weiterentwickelt wird. Im Schlosspark Nordkirchen (Kreis Coesfeld) widmet sich die Fachführung der Wiederherstellung historischer Gartenkunst und der denkmalgerechten Instandsetzung von Wegeführungen, Treppenanlagen und barocken Wasserbecken.
In diesem Jahr stehen die "Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe" zudem in enger Verbindung zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027. Im Rahmen der Kooperation mit der "Offenen Gartenpforte Ruhrgebiet" öffnen bereits 2026 zahlreiche Privatgärten im Ruhrgebiet ihre Tore und geben einen Vorgeschmack auf die kommende Internationale Gartenausstellung. Besucher:innen haben so die Möglichkeit, neue Gartenorte zu entdecken und die grüne Vielfalt der Region bereits vor der IGA kennenzulernen.
"Die 'Tage der Gärten und Parks' leben von der Leidenschaft und Offenheit der vielen Gastgeberinnen und Gastgeber", sagt Eva Carrie, Koordinatorin der Initiative "Gärten und Parks in Westfalen-Lippe". "Wenn Menschen ihre Gärten öffnen, entstehen Räume für Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Entdeckungen. Diese herzliche und ungezwungene Atmosphäre sowie die geteilte Leidenschaft für Gartenkultur macht das Wochenende jedes Jahr aufs Neue besonders."
Die meisten Angebote sind kostenfrei, einige Veranstalter:innen freuen sich über eine kleine Spende oder einen Obolus. Das vollständige Programm sowie alle teilnehmenden Gärten und Parks finden Interessierte unter https://www.gaerten-in-westfalen.lwl.org.
Hintergrund
Neben zahlreichen Privatgärten gibt es in Westfalen-Lippe über 800 kulturell herausragende Gärten und Parks, von denen etwa die Hälfte ganzjährig zugänglich ist. Gartenkultur ist ein bedeutender Bestandteil der regionalen Identität. Die Website https://www.gaerten-in-westfalen.lwl.org bietet umfangreiche Informationen zu über 120 ausgewählten Parkanlagen sowie zu allen teilnehmenden Gärten und Parks der "Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe". "Gärten und Parks in Westfalen-Lippe" ist eine Initiative des LWL und wird vom NRW-Kulturministerium gefördert.
Kloster- und Museumsgarten Oelinghausen, Arnsberg
Foto: LWL/Hartmut Kalle
Rosengarten Bolz, Bestwig-Velmede
Foto: Helmut Bolz
Japanischer Garten, Bielefeld
Foto: DJG Bielefeld e. V.
Bochumer Naturoase, Bochum
Foto: Martina Pork
Wurzgarten Büren, Büren
Foto: LWL / Pfeiffer
Essbarer Waldgarten 7000 Schmetterlinge, Dortmund
Foto: Marco Wittkowski
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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