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20.05.26 | Psychiatrie Mitarbeitertausch beim LWL-Wohnverbund Dortmund

Mit Pilotprojekt über den Tellerrand schauen und Zufriedenheit erhöhen

Der Leiter des LWL-Wohnverbunds Dortmund, Martin Klingbeil, macht gute Erfahrungen mit dem Pilotprojekt.<br>Bild: LWL/Philipp Stenger

Der Leiter des LWL-Wohnverbunds Dortmund, Martin Klingbeil, macht gute Erfahrungen mit dem Pilotprojekt.
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Dortmund (lwl). Ein Dutzend Häuser zählen zum Wohnverbund Dortmund des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Hier werden Menschen mit einer psychischen Erkrankung, einer geistigen Behinderung und/oder einer Suchterkrankung betreut. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse sowie die Herangehensweisen und Arbeitsweisen der Mitarbeitenden. In einem ungewöhnlichen Pilotprojekt werden nun die Häuser stärker miteinander vernetzt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reihum in die einzelnen Wohnhäuser entsandt.

"Die Mitarbeiter lernen so andere Arbeitsbereiche und Zielgruppen kennen und sie können mal über den Tellerrand schauen", erklärt Martin Klingbeil, der Leiter des Wohnverbunds. Vier Häuser sind Teil des Pilotprojekts. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Häuser spiegeln die Vielfalt der Leistungsberechtigten wider, so werden die Bewohnerinnen und Bewohner offiziell genannt. "Bei Menschen mit geistiger Behinderung sind zum Beispiel die Kommunikationswege ganz anders als bei Menschen mit einer Suchtproblematik", erläutert Klingbeil. Im Rahmen des Pilotprojekts müssen alle Mitarbeitenden der vier Wohnhäuser in den anderen Häusern hospitieren.

Klingbeil will damit erreichen, dass sich der Wohnverbund als ein "Wir" versteht und sich die Beschäftigten besser kennenlernen. Natürlich soll der LWL auch die Möglichkeit haben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flexibler einsetzen zu können. Zudem können alle Ideen für das eigene Haus mitnehmen, denn die Häuser haben unterschiedliche Organisationsstrukturen.

Das Pilotprojekt kommt gut an. "Mir hat die Hospitanz im Blauen Haus gut gefallen", erklärt Wohnverbunds-Mitarbeiterin Michelle Elsner. Sie habe alles fragen können und überall mitlaufen dürfen. Die Erzieherin arbeitet sonst im "Haus am Phoenixsee" mit psychisch Erkrankten, während im "Blauen Haus" Menschen mit einer Störung der Intelligenzentwicklung leben. "Ich finde es gut, dass man mit der Hospitanz schauen kann, ob einen dieser Arbeitsbereich anspricht. Ich habe im Blauen Haus festgestellt: Ja, das wäre auch was für mich."

Die Rückmeldungen sind dem Wohnverbundsleiter zufolge meist so positiv. "Einige meinen sogar: 'Das war richtig schön'", sagt Klingbeil. Das Pilotprojekt soll nun einige Zeit fortgeführt werden, bevor der 'Mitarbeitertausch' auf die anderen Häuser ausgeweitet wird. Auf Dauer plant Klingbeil, die Beschäftigten über alle Häuser des Wohnverbunds hinweg nach Stärke und Fähigkeiten einzusetzen und so die Zufriedenheit der Leistungsberechtigten und der Mitarbeitenden zu erhöhen. Auch die Leistungsberechtigten sollen die Möglichkeit bekommen, Angebote wie zum Beispiel einen Kochkurs in anderen Häusern wahrzunehmen. "Das alles gehen wir aber in Ruhe an, wir haben Zeit und wollen keinen Druck aufbauen", betont Martin Klingbeil.

Die Erzieherin Michelle Elsner im Garten des Hauses am Phoenixsee.<br>Bild: LWL/Michaela Rensing

Die Erzieherin Michelle Elsner im Garten des Hauses am Phoenixsee.
Bild: LWL/Michaela Rensing

Pressekontakt

Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855

presse@lwl.org

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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