19.05.26 | Der LWL Tag der Biodiversität: Förderprojekte des LWL-Naturfonds zum Erhalt der Biologischen Vielfalt
Ameisenbläulinge sind in ihrem Lebensraum auf die Wirtspflanze Großer Wiesenknopf und Ameisen angewiesen, in deren Nestern die Raupen der Bläulinge groß werden.
Foto: Peter Fasel
Nordrhein-Westfalen ist mit mehr als 43.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sehr artenreich, doch 44 Prozent dieser Arten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden. Mit seinem LWL-Naturfonds unterstützt der LWL seit 2023 regionale Vorhaben von beispielsweise Biologischen Stationen und Naturparken, die sich für die Pflege der westfälisch-lippischen Kulturlandschaft und somit für die Förderung biologischer Vielfalt einsetzen.
"Der Schutz biologischer Vielfalt beginnt direkt vor unserer Haustür. Mit dem LWL-Naturfonds unterstützen wir Projekte, die wertvolle Lebensräume erhalten, Arten schützen und Menschen für die Bedeutung intakter Ökosysteme sensibilisieren. Lokales Engagement leistet damit einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Erhalt der Biodiversität", sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.
Ein anschauliches Projekt ist das "Netzwerk Ameisenbläulinge" der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein, das auf den langfristigen Erhalt und die Förderung der Bestände der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge im Kreis durch Verbesserung und Vernetzung der Lebensräume abzielt. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist Schmetterling des Jahres 2026 und steht stellvertretend für insektenreiche Wiesen und Weiden. Die enge Abhängigkeit von seiner Wirtspflanze, dem Großen Wiesenknopf, und Ameisen, in deren Nestern sich die Raupen entwickeln, mache deutlich, wie komplex und zugleich zerbrechlich ökologische Gefüge sind.
Die "Amphibienarche" der Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. nimmt eine andere Artengruppe in den Blick: In der Aufzuchtstation in Modexen wurden gezielte Maßnahmen zum Erhalt der stark bedrohten Amphibienarten Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Gelbbauchunke erfolgreich umgesetzt und geeignete Biotope im Kreis Höxter gesichert. Der Erfolg: Nach 30 Jahren Abwesenheit konnten wieder Gelbbauchunken im Naturschutzgebiet Nieheimer Tongruben angesiedelt werden.
Um das Wissen über Natur und die Bedeutung der biologischen Vielfalt zu vermitteln, unterstützt der LWL-Naturfonds auch Vorhaben, die genau hier ansetzen. Beispielsweise bietet eine Ausstellung zum Thema Pilze in der Biologischen Station Recklinghausen im Naturparkhaus in Lembeck Einblicke in die Welt der meist unsichtbaren und oft übersehenen Fadenwesen. Der Titel "Vernetzte Landschaften" verdeutliche, warum das Leben auf der Erde ohne Pilze undenkbar wäre.
Verschiedene Angebote laden das ganze Jahr über zu Einblicken in die Förderprojekte ein. Informationen zu Veranstaltungen finden sich auf der Internetseite https://www.lwl-naturfonds.de/veranstaltungen.
Auf den Internetseiten der Biologischen Stationen, der Natur- und Geoparke oder der BNE-Regionalzentren in Westfalen-Lippe sind Angebote aufgeführt, die dazu einladen, die biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür neu zu entdecken.
Bei den seltenen Geburtshelferkröten tragen sie männlichen Tiere die Eischnüre am Hinterleib bis die Kaulquappen daraus schlüpfen.
Foto: Frank Grawe
Pressekontakt
LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 presse@lwl.org und Elke Happe, LWL-Naturfonds, Telefon: 0251-591-7510
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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