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18.05.26 | Maßregelvollzug Neuer Forensik-Beirat in Marsberg: Direktor des LWL dankt Stadt für das Vertrauen

Mitglieder wählen Marsbergs Bürgermeister Matthias Koch zum Vorsitzenden

Dr. Georg Lunemann, der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL, 3. v.l.) gratulierte Bürgermeister Matthias Koch (Mitte) zur Wahl im Beisein von Hans-Peter Tappe (Kaufmännischer Direktor, v. l.), Tilmann Hollweg (LWL-Maßregelvollzugsdezernent) sowie Dietmar Pingel (Therapeutischer Direktor), Stefan Nicke (stellv. kaufm. Direktor) und Pflegedirektor Hubertus Gerlach (r).<br>Foto: LWL/Bütow

Dr. Georg Lunemann, der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL, 3. v.l.) gratulierte Bürgermeister Matthias Koch (Mitte) zur Wahl im Beisein von Hans-Peter Tappe (Kaufmännischer Direktor, v. l.), Tilmann Hollweg (LWL-Maßregelvollzugsdezernent) sowie Dietmar Pingel (Therapeutischer Direktor), Stefan Nicke (stellv. kaufm. Direktor) und Pflegedirektor Hubertus Gerlach (r).
Foto: LWL/Bütow
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Marsberg (lwl). Der Beirat des LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie Marsberg ist in eine neue Amtszeit gestartet. Der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Georg Lunemann, ließ es sich nicht nehmen, die alten und neuen Mitglieder persönlich zur konstituierenden Sitzung in der Forensik an der Mühlenstraße zu begrüßen, um vor allem Danke zu sagen und die ehrenamtliche Arbeit zu wertschätzen. "Sie tragen durch Ihr Engagement dazu bei, dass das Verständnis der Öffentlichkeit für die Aufgaben der forensischen Einrichtungen gefördert wird", sagte Lunemann. So habe dieses Gremium bereits seit mehr als 40 Jahren wesentlichen Anteil daran, dass die Akzeptanz bei den Marsbergerinnen und Marsbergern so groß sei.

Die Mitglieder wählten in ihrer Sitzung Marsbergs Bürgermeister, Matthias Koch (SPD), einstimmig zu ihrem Vorsitzenden. Kay Hofheinz, Fachanwalt für Strafrecht und langjähriges Beiratsmitglied, wurde zu seinem Stellvertreter gewählt. "Die forensische Klinik ist eine wichtige und hochspezialisierte Einrichtung hier in Marsberg. Gerade deshalb ist es unerlässlich, dass wir einen engen, transparenten und dauerhaften Dialog zwischen der Klinikleitung und den Menschen hier vor Ort pflegen. Als Bindeglied sorgt der Beirat dafür, dass Sorgen ernst genommen, Fragen direkt beantwortet und lokale Interessen aktiv eingebracht werden. Nur durch diesen offenen Austausch auf Augenhöhe gestalten wir das Miteinander in Marsberg sicher, transparent und verlässlich für alle Beteiligten", sagte Bürgermeister Matthias Koch.

Lunemann nutzte die Gelegenheit auch, um sich bei Bürgermeister Koch und der Stadt Marsberg für ihr Vertrauen zu bedanken. Erst im April hatte der Rat eine Vertragsänderung zwischen LWL und Stadt möglich gemacht, dass die schwerpunktmäßig auf suchtkranke Straftäter spezialisierte Marsberger Forensik künftig mehr Patienten mit einer psychischen Erkrankung und mit einer anderen Rechtsgrundlage aufnehmen kann. Denn seit einer Gesetzesnovellierung im Oktober 2023 ist die Zahl der Zuweisungen an suchtkranken Straftätern durch die Gerichte stark zurückgegangen. Stationsschließungen und Personalkürzungen drohten. "Sie haben mit ihrer Entscheidung dazu beigetragen, dass wir hier am Standort Marsberg Arbeitsplätze erhalten können", sagte Lunemann. Die schnelle Einigung habe gezeigt, wie eng und vertrauensvoll die Stadt Marsberg mit dem LWL und seinen vielen Einrichtungen verbunden sei.

Dem LWL ist die Information und Aufklärung über den Maßregelvollzug wichtig: Bereits Mitte der 1980er-Jahre installierte der Verband an seiner Marsberger Forensik einen Klinikbeirat - lange bevor diese Gremien im Jahr 2000 erstmals gesetzlich verankert wurden.

Die 16 Frauen und Männer aus Marsberg und Umgebung begleiten nun die aktive Arbeit der forensischen Klinik als beratendes Gremium. Seine entscheidende Aufgabe ist es, die Akzeptanz und das Verständnis der Klinik in der Öffentlichkeit zu fördern. Die Mitglieder des Beirates können sich von der Klinikleitung über Fragen zu Unterbringung, Therapie und Sicherheit unterrichten lassen und die Einrichtung besichtigen. Der Beirat tagt zweimal im Jahr.

Die Beiratsmitglieder werden je zur Hälfte vom Rat der Stadt Marsberg und vom LWL vorgeschlagen und vom Direktor des LWL berufen. Mitglieder sind: Marita Bickmann (kath. Pfarrgemeinde St. Magnus), Manfred Giesche (Anwohner), Nicole Wagner-Greiner (Jona Kindergarten), Antje Hirland (ev. Krankenhausseelsorgerin), Kay Hofheinz (Vorsitzender Stadtmarketing Marsberg), Dr. Kaya Ergül (Ärtzin MVZ Marsberg), Matthias Koch (Bürgermeister Stadt Marsberg), Norbert Köchling (Nachbarschaft/ Caritas-Werkstätten), Werner Martin (Anwohner), Björn Röleke (Arbeitgeber/Nachbarschaft), Wolfgang Schlenke (Gewerkschaft ver.di), Andreas Schulte (Leiter Polizeiwache Marsberg), Jurij Seibel (Richter Amtsgericht Marsberg), Josef Siebrecht (Rat Stadt Marsberg, CDU), Klaus Striepeke (Ärztl. Leiter MVZ Westheim) Ralf Walfort (Rat Stadt Marsberg, SPD).

Hintergrund

Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg ist ein speziell gesichertes Fachkrankenhaus mit derzeit 111 stationären Therapieplätzen. Behandelt werden dort erwachsene sucht- und psychisch kranke Männer, die im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung eine erhebliche Straftat begangen haben und von einem Gericht in den sogenannten Maßregelvollzug eingewiesen worden sind. Die Einrichtung steht als eine von derzeit sechs Maßregelvollzugskliniken in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Pressekontakt

Bianca Hannig, LWL-Maßregelvollzug, 0251 591-3476 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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