13.05.26 | Kultur LWL präsentiert Wort des Monats
"röklaus" ist weder Vorname noch Tier
Das Wort "röklaus" war in ganz Westfalen-Lippe gebräuchlich.
Bild: LWL
"Der erste Teil 'ruch-' hat nichts mit 'riechen' zu tun, sondern geht auf ein altes Wort für 'Sorge, Bedacht' zurück", erklärt Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL.
Seine ursprüngliche Bedeutung als "sorglos, unbedacht" hat das Wort behalten. So zum Beispiel im Satz: "De Knecht geiht so röklaus met Wagen un Piärd üm". Das bedeutet etwa: "Der Knecht geht so sorglos mit Wagen und Pferd um". Daraus hat sich zum einen die Bedeutung "leichtsinnig, unvorsichtig" entwickelt: "Du bis röklaus met't Füer" ("Du bist leichtsinnig mit dem Feuer"), lautet ein Beleg aus Sassenberg-Füchtorf (Kreis Warendorf).
"Zum anderen hat sich die Lesart entwickelt, dass bei Sorglosigkeit die Dinge unerwartet, plötzlich geschehen", weiß Denkler. Der Satz "De is ganz röiklos stoarwen" belegt diese Bedeutung. Er bedeutet: "Der / die ist ganz plötzlich gestorben".
Hintergrund:
Wort des Monats
"Knieptange", "Kinnergaoren", "Maihdiärschker" - die Bedeutung dieser plattdeutschen Wörter kann man relativ leicht aus dem Hochdeutschen herleiten. Sie stellen nämlich genaue lautliche Entsprechungen von "Kneifzange", "Kindergarten" und "Mähdrescher" dar. Der Wortschatz des Plattdeutschen ist allerdings über die Jahrhunderte eigenständig gewachsen, und so finden sich viele Wörter, die sich nicht so einfach aus dem Hochdeutschen herleiten lassen. Der LWL stellt deshalb seit 2019 das "Wort des Monats" vor. Hier finden sich alle Wörter des Monats: https://www.mundart-kommission.lwl.org/de/forschung/niederdeutsch/wort-des-monats/
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