29.04.26 | Kultur "War da nicht irgendwas mit Krieg?"
Stadtführung erinnert an das Kriegsende in Hattingen
Bombenschäden in der Heggerstraße, März 1945. Auf der rechten Seite die zerstörte Gaststätte "Märkischer Hof".
Foto: Stadtarchiv Hattingen
Im Mittelpunkt steht die Frage, was das Kriegsende konkret für Hattingen bedeutete. Die Stadt war in den letzten Kriegswochen schwer getroffen worden: Verheerende Bombenangriffe im März 1945 zerstörten große Teile des Stadtgebiets, im April rückten US-Truppen ein. Die Bilanz ist erschütternd: Von 5.674 Häusern blieben lediglich 383 unbeschädigt, 909 Menschen verloren in Hattingen ihr Leben, weitere 987 fielen an der Front. Hinzu kommen zahlreiche Opfer unter Zwangsarbeitenden.
"Die Henrichshütte ist eng mit der Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg verbunden. Panzerbleche und Granaten, Geschützrohre und Panzergehäuse wurden in Hattingen produziert. Fast die Hälfte der Belegschaft bestand gegen Ende Kriegs aus Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern", erläutert Robert Laube, Leiter des Museums Henrichshütte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). "Mit dieser Geschichte stehen wir als Museum heute in einer besonderen Verantwortung. Der 8. Mai steht für das Ende von Krieg und Diktatur - aber auch für den Beginn eines schwierigen Neuanfangs. Gerade in Zeiten globaler Krisen ist es wichtig, sich diese historische Zäsur bewusst zu machen."
Stadtführer Lars Friedrich nimmt die Teilnehmenden am 8. Mai mit auf einen rund einstündigen Rundgang durch die Hattinger Innenstadt. Dabei werden Orte aufgesucht, an denen sich die Umbrüche jener Zeit besonders eindrücklich nachvollziehen lassen. Die Führung beleuchtet nicht nur die historischen Ereignisse, sondern hinterfragt auch gängige Deutungen der sogenannten "Stunde null".
Das Angebot ist kostenfrei. Unterstützt wird die Veranstaltung von den Initiativen "Buntes Hattingen gegen Rechts" sowie "Hattingen für Vielfalt und Demokratie". Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235 Christiane Spänhoff, LWL-Museen für Industriekultur, Tel. 0231 6961-127
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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