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28.04.26 | Kultur Forschung sichtbar machen

LWL stellt Forschungsprojekte aus der Archäologie online

Screenshots Website: LWL-AfW

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Münster (lwl). Ausgraben, dokumentieren, vermitteln und forschen - das machen die Archäologie-Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Auf ihre Forschung will die westfälische Institution für Bodendenkmalpflege jetzt mit einem neuen Bereich im ihrem Internet-Auftritt (http://www.lwl-archaeologie.de/de/forschung/) aufmerksam machen. Ziel sei es, aktuelle Forschungsprojekte systematisch zu präsentieren und die Institution noch stärker als wissenschaftlich relevante Forschungseinrichtung zu positionieren - regional, national und international, so die Chefin der LWL-Archäologie für Westfalen, Dr. Sandra Peternek.

Die Idee stamme aus ihrer Zeit als Leiterin der LWL-Außenstelle Münster, so Peternek weiter. "Wir haben so viele spannende Projekte, und zu wenige wissen davon. Dass muss sich ändern." Zahlreiche Projekte hätten überregionale und teils internationale Bedeutung wie etwa die Forschungen zur "Mittelalterlichen Montanregion Almerich", die jetzt im Internet zu finden sind. Sukzessive würden weitere Projekte im Internet ergänzt, die Infos zu bereits sichtbaren Projekten aktualisiert. Der neue Themenbereich bündele zentrale Forschungsaktivitäten, stelle sie anschaulich dar und mache sie dauerhaft zugänglich.

Die neue Sichtbarkeit laufender Projekte soll auch Kooperationspartner aus Wissenschaft und Gesellschaft anziehen: "Ohne gute Kooperationen, ohne Partnerinnen und Partner aus anderen Disziplinen wären viele unserer Projekte, die in aller Regel zuerst dem Schutz unseres kulturellen Erbes dienen, gar nicht möglich", sagt Peternek. Bei der Einwerbung von Drittmitteln werde zunehmend eine transparente, webbasierte Darstellung von Projekten gefordert. Der neue Webbereich schaffe mehr Transparenz, bessere Vernetzung und eine zeitgemäße Wissenschaftskommunikation.

Erstes Projekt online: Mittelalterliche Montanregion Almerich
Ende des 13. Jahrhunderts verbrannte auf dem Altenberg bei Müsen (Kreis Siegen-Wittgenstein) eine Siedlung von Berg- und Hüttenleuten im nördlichen Siegerland infolge kriegerischer Ereignisse, die in einer Sage als "Almerich" bezeichnet wird. Über zehn Jahre montanarchäologische Forschungen legen den Fokus auf eine deutschlandweit einmalige Montanregion aus Bergbausiedlungen, einer kleinen Burg, zahlreichen Bergbaustrukturen über- und untertage sowie Hüttenplätzen, die spätestens seit dem 12. Jahrhundert eine erste Hochphase erfuhr (http://www.lwl-archaeologie.de/de/forschung/mittelalterliche-montanregion-almerich/).

Projektverantwortlich ist der LWL-Montanarchäologe Dr. Manuel Zeiler in Olpe: "Diese untergegangene Bergbaukleinregion bietet großes Potential zur Erforschung hochmittelalterlicher Betriebsorganisation oder Technologieentwicklung, für die Siedlungsentstehung sowie die Sozialstruktur der Bergleute." Das Projekt läuft bereits seit 2013 in Kooperation mit Dr. Jennifer Garner (Deutsches Bergbau-Museum Bochum) und Rolf Golze (Altenberg & Stahlberg e.V. Müsen). Den Fortschritt der Forschungen können Interessierte ab sofort auch über eine interaktive Karte verfolgen.

Screenshots Website: LWL-AfW

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Diese Rekonstruktionszeichnung vermittelt anschaulich das Nebeneinander von Siedlungselementen und Betriebsstätten des Bergbaus sowie der Erzaufbereitung auf dem Altenberg bei Müsen.<br>Grafik: LWL/A. Müller

Diese Rekonstruktionszeichnung vermittelt anschaulich das Nebeneinander von Siedlungselementen und Betriebsstätten des Bergbaus sowie der Erzaufbereitung auf dem Altenberg bei Müsen.
Grafik: LWL/A. Müller

Teilweise trafen die Ausgrabungen erhaltene organische Funde an, wie dieser Lederschuh eines Kindes.<br>Foto: LWL/P. Fleischer

Teilweise trafen die Ausgrabungen erhaltene organische Funde an, wie dieser Lederschuh eines Kindes.
Foto: LWL/P. Fleischer

Die Funktion dieser Steine - hier zu sehen ist nur eine kleine Auswahl - ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist die Hypothese, dass sie Teil eines heute unbekannten Spiels waren.<br>Foto: LWL/H. Menne

Die Funktion dieser Steine - hier zu sehen ist nur eine kleine Auswahl - ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist die Hypothese, dass sie Teil eines heute unbekannten Spiels waren.
Foto: LWL/H. Menne

Übersicht des Altenbergs bei Müsen im derzeitigen Forschungsstand. Die grünen Flächen sind vermutete Grundrisse der Steinwerke, von denen in den 1970er und 1980er Jahren nur die steinernen Keller ausgegraben wurden. Die roten Linien sind mutmaßlich mittelalterliche Wege.<br>Grafik: LWL/M. Zeiler auf Grundlage DGM1 NRW

Übersicht des Altenbergs bei Müsen im derzeitigen Forschungsstand. Die grünen Flächen sind vermutete Grundrisse der Steinwerke, von denen in den 1970er und 1980er Jahren nur die steinernen Keller ausgegraben wurden. Die roten Linien sind mutmaßlich mittelalterliche Wege.
Grafik: LWL/M. Zeiler auf Grundlage DGM1 NRW

Pressekontakt

Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Sandra Görtz, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591- 8946

presse@lwl.org

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Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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