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28.04.26 | Kultur 25 Jahre Zeche Knirps

Landschaftsverband feiert Geburtstag mit Familientag

Seit 25 Jahren ist der hölzerne Malakowturm der "Zeche Knirps" eine feste Größe auf dem Gelände des LWL-Museums Zeche Hannover.<br>Foto: LWL / Natasha auf&#039;m Kamp

Seit 25 Jahren ist der hölzerne Malakowturm der "Zeche Knirps" eine feste Größe auf dem Gelände des LWL-Museums Zeche Hannover.
Foto: LWL / Natasha auf'm Kamp
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Bochum (lwl). Die Zeche Knirps - der Bergbauspielplatz am LWL-Museum Zeche Hannover in Bochum - hat Geburtstag. Am 6. Mai 2001 fuhren kleine Kumpel zur ersten Schicht ins Kinderbergwerk ein. Seither haben rund 280.000 Mädchen und Jungen auf der Zeche Knirps gespielt - bei Familienausflügen am Wochenende, bei Klassenausflügen oder Kindergeburtstagen.

"Die Zeche Knirps ist ein Erfolgsmodell und bis heute eins der beliebtesten Ausflugsziele und Lernorte der Region", erklärt Museumsleiterin Carolin Freitag. Anlässlich des Geburtstags lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag (10.5.) zum Familientag in sein Bochumer Museum ein. Von 11 bis 18 Uhr erwartet die Gäste ein vielseitiges Programm aus Bastelangeboten im offenen Atelier, Kindertheater "Nach dem Regen", Lesungen für Kinder, Kinderschminken, Familienrundgängen durch die neue Outdoor-Ausstellung "Großstadt Wildnis", Erlebnisführungen und natürlich freiem Spiel auf Zeche Knirps. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Der Eintritt und die Angebote sind kostenfrei.

Hintergrund
Mit einem Förderturm, einer Förderanlage nach Originalvorbild, einem bergmännisch ausgebauten Stollen und einer Lorenbahn hat die Zeche Knirps alles zu bieten, was zu einem richtigen "Pütt" gehört. Herausragendes Bauwerk ist ein Malakowturm mit einer Grundfläche von drei mal drei Metern. Er sieht dem Original sehr ähnlich, ist mit seinem 6,50 Meter aber nur ein Fünftel so hoch wie sein Nachbar aus dem Jahr 1858. Unter dem Dach des Holzturms drehen sich die Umlenkscheiben des sogenannten Koepefördersystems: Über Treibscheibe und Umlenkscheiben wird ein Förderkorb hochgezogen und ein zweiter gleichzeitig niedergebracht. Friedrich Koepe war bis 1889 Bergwerksdirektor auf der Zeche Hannover und hat dieses Verfahren dort entwickelt.

Die Kraft der Dampfmaschine, die im Maschinenhaus der Zeche Hannover noch im Original zu sehen ist, müssen die Bergleute auf "Knirps" allerdings durch Muskelkraft ersetzen: Zwei Maschinistinnen oder Maschinisten treten wie auf einem Fahrrad in die Pedale und setzen so das Förderseil in Bewegung. Die Förderanlage baute seinerzeit die Deutsche Steinkohle AG (DSK).
Das eigentliche Bergwerk befindet sich zu ebener Erde und ist von drei Seiten mit Erdwällen zugeschüttet. Über einen Kletterschacht oder durch einen acht Meter langen Stollen gelangen die Kumpel "vor Kohle". Dass es dort so aussieht wie auf der siebten Sohle, verdankt das Museum auch dem Förderverein Zeche Hannover. 800 Stunden Arbeit leistete eine Gruppe von zwölf ehemaligen Bergleuten seinerzeit für den Grubenausbau. Das Material stiftete die DSK. Der Bau des Bergbauspielplatzes kostete den Landschaftsverband Westfalen-Lippe insgesamt 300.000 Mark.

Der Betrieb funktioniert so: Kinder schaufeln Kies in die Loren einer Hängebahn, die zum Schacht geschoben wird. Über Sprachrohr und Signalglocke verständigen sie die Kumpel an der Fördermaschine über Tage, die dann in die Pedale treten. Oben angekommen, wird der Kies umgefüllt und per Hängebahn weitertransportiert.

Unter Tage wird auf Knirps Kies auf ein Förderband geschauftelt.<br>Foto: LWL / Julia Gehrmann

Unter Tage wird auf Knirps Kies auf ein Förderband geschauftelt.
Foto: LWL / Julia Gehrmann

In Loren wird der Kies zum Schacht geschoben.<br>Foto: LWL / Julia Gehrmann

In Loren wird der Kies zum Schacht geschoben.
Foto: LWL / Julia Gehrmann

Die Kumpel an der Fördermaschine über Tage müssen kräftig in die Pedale treten, um den Kies ans Tageslicht zu fördern.<br>Foto: LWL / Julia Gehrmann

Die Kumpel an der Fördermaschine über Tage müssen kräftig in die Pedale treten, um den Kies ans Tageslicht zu fördern.
Foto: LWL / Julia Gehrmann

Pressekontakt

Christiane Spänhoff, LWL-Museen für Industriekultur, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235

presse@lwl.org

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Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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