27.04.26 | Psychiatrie "Mir gefällt eine Medizin, die im echten Leben stattfindet"
Dr. Holger Lach ist neuer Chefarzt an der LWL-Klinik Hemer
Dr. Holger Lach ist neuer Chefarzt im Bereich Suchtmedizin an der LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik.
Bild: LWL / Philipp Stenger
An der Klinik ist er kein Unbekannter: Bereits 2009 hat er dort seine ärztliche Tätigkeit als Weiterbildungsassistent begonnen und ist seither fast durchgehend für die Hans-Prinzhorn-Klinik tätig. "Ich kenne hier alles in- und auswendig", sagt der neue Chefarzt mit einem Schmunzeln. Besonders gut verstehe er sich zudem mit der Pflegerischen Leitung des Suchtbereichs, Kirsten Zimmer. "Wir leiten das beide zusammen, wir kennen und vertrauen uns", sagt Lach.
Der neue Chefarzt übernimmt die Position von der früheren Chefärztin Zehra Erkurt, die sich Ende 2025 neuen beruflichen Herausforderungen gestellt hat. Seitdem ist Dr. Holger Lach erst als kommissarischer Chefarzt tätig gewesen und hat den Zusatz "kommissarisch" nun ablegen können.
Produktiver Widerspruch
Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie schwärmt von seiner Arbeit an der Hans-Prinzhorn-Klinik. Besonders gut gefalle ihm etwas, was andere Chefs zur Weißglut bringt: Widerspruch. "Mir gefällt eine Medizin, die im echten Leben stattfindet", sagt Lach. Damit meint er, dass seine Meinung nicht gleich ein in Stein gemeißeltes Gesetz ist - in der Psychiatrie spricht man in diesem Kontext auch von einem multiprofessionellen Team, bei dem jede Perspektive wertvolle Erkenntnisse bringen kann. Dass Widerspruch produktiv sein könne, habe Lach bereits in der Rechtsmedizin gelernt und genossen - einem Bereich, mit dem der Chefarzt in seiner Karriere immer wieder berufliche Berührungspunkte hatte.
"Wir wollen unser Profil schärfen"
Für den Bereich Suchtmedizin an der LWL-Klinik Hemer habe Lach mit seinem Team einige Pläne, die er aber behutsam nach und nach angehen wolle. "Wir wollen den Fokus verstärkt auf die Sachen legen, die wir besonders gut können und unser Profil schärfen", erklärt Lach. Dabei hat er vor allem die Integrative Suchttherapie im Blick, die er ausweiten möchte. Im Kern ziele diese Therapieform darauf ab, den Menschen als Ganzes zu behandeln. "Suchtmedizin allgemein war früher sehr auf den Entzug fokussiert", erklärt der Chefarzt, "Es geht aber nicht nur darum, ein schädigendes Mittel wegzunehmen. Es geht um einen echten Verzicht auf etwas, was oft eine tragende Funktion im Leben der Betroffenen hatte. Wenn wir die Patientinnen und Patienten wirklich davon wegbekommen wollen, dann müssen wir nicht nur die Suchterkrankung, sondern auch die zu Grunde liegende Depression, das Trauma usw. behandeln."
Arbeiterkind mit vielseitigen Interessen
"Als guter Psychiater habe ich nicht nur Medizin studiert", sagt Lach mit einem Augenzwinkern. In seinem ersten Studium widmete er sich der Philosophie und Germanistik mit einem pädagogischem Begleitstudium für das Lehramt. In seiner Staatsexamensarbeit hat er sich mit der Geschichtsphilosophie von Lessing beschäftigt. Auch das Thema Ethik interessierte den am Niederrhein aufgewachsenen Sohn einer Arbeiterfamilie sehr. Über dieses Thema kam er nach und nach in den Bereich der Medizin und entschloss sich schließlich dazu, ein Zweitstudium anzugehen. Eine Entscheidung, die Lach bis heute nicht bereue. Mit Blick auf seine neue Position ist Dr. Holger Lach so motiviert wie eh und je: "Wir können loslegen", sagt der 57-Jährige vorfreudig.
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Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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