23.04.26 | Kultur Unterstützung gegen Extremismus in Social Media
LWL-Medienzentrum veröffentlicht neues Materialpaket für Lehrkräfte
Das neue Materialpaket aus dem Projekt "Demokratie on demand. Informationskompetenz in Social Media" unterstützt Jugendliche dabei, Strategien der Beeinflussung durch Rechtsextreme in Social Media zu erkennen und ihnen kompetent zu begegnen.
Foto: LWL / Pexels, Polina Zimmermann
Die Unterrichtseinheit richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe und eignet sich für den Einsatz in den Fächern Politik, Deutsch oder Sozialwissenschaften. Im Fokus steht das Erkennen sogenannter "Dog Whistles" (versteckte Codes) und extremistischer Narrative, die speziell auf die Bedürfnisse Jugendlicher nach Orientierung und Zugehörigkeit abzielen.
Das Unterrichtsmaterial ist Bestandteil des Themenmoduls "Extremistische Narrative in Social Media" im Projekt "Demokratie on demand. Informationskompetenz in Social Media" des LWL-Medienzentrums. Im Rahmen des Themenmoduls werden auch andere Formen extremistischer Ansprachen - linksextremistische ebenso wie islamistische - in den Blick genommen, die sich ähnlicher Strategien und Verfahrensweisen in sozialen Medien bedienen. Im Projekt werden medienpädagogische Mitarbeitende aus den Kommunalen Medienzentren in Westfalen-Lippe zu unterschiedlichen Themenfeldern rund um Informationskompetenz in sozialen Medien qualifiziert. Als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geben sie ihr Expertenwissen zu Themen wie Desinformation oder Hass im Netz anschließend in eigenen Angeboten an Lehrkräfte weiter.
"Rechtsextreme Akteur:innen machen sich immer wieder die neuesten Kommunikationswege zu Nutze, um ihre Ideologie zu verbreiten", erklärt Lara Franke, Medienpädagogin und freie Journalistin. Die Expertin beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema "Extremismus in Social Media". Gemeinsam mit dem LWL-Medienzentrum hat sie das Material für den zweistündigen Einsatz im schulischen wie auch im außerschulischen Bereich entwickelt und die pädagogischen Fachkräfte aus den Kommunalen Medienzentren im Rahmen von "Demokratie on demand" umfassend in diesem Themenfeld geschult. "Menschenfeindliche und gewaltverherrlichende Inhalte erreichen über Social Media auch viele Kinder und Jugendliche", sagt Franke. "Die Schule hat als Ort, an dem alle Jugendlichen zusammenkommen, die Möglichkeit, junge Menschen schon früh auf diese Inhalte vorzubereiten." Medien- und Nachrichtenkompetenz entstehe nicht von selbst, sondern müsse erlernt werden, so Franke weiter: "Es geht um essenzielle Fähigkeiten, die Menschen dabei helfen, mündige Mitglieder unserer Gesellschaft zu werden."
Das neue Materialpaket ist ohne vertieftes Vorwissen sofort einsetzbar. Das Paket bietet neben einer didaktischen Handreichung detaillierte Verlaufspläne für eine Doppelstunde sowie mehrere Arbeitsblätter. Statt auf echtes, potenziell gefährdendes Beispielmaterial aus Social Media zuzugreifen, nutzt die Einheit das pädagogische Simulationstool "SwipeAway" der Amadeu Antonio Stiftung. Es ist TikTok nachempfunden und klärt über die Funktionsweise der Plattform sowie über extremistische Inhalte auf, ohne auf realen Accounts unterwegs zu sein. Die Jugendlichen erarbeiten außerdem eigene Handlungsstrategien - von der Gegenrede bis zur Meldung von Inhalten - und produzieren als kreativen Abschluss eigene Konzepte für Erklärvideos, mit denen sie andere User für den Umgang mit extremistischem Content sensibilisieren. Die Inhalte des Unterrichtsmaterials sind direkt an den Medienkompetenzrahmen NRW angebunden.
Das Materialpaket steht ab sofort kostenfrei über die Bildungsmediathek NRW zur Verfügung. Lehrkräfte können in den Kommunalen Medienzentren in Westfalen-Lippe weitere Hintergrundinformationen, Impulse und Materialien zum Themenfeld erhalten. Das LWL-Medienzentrum unterstützt darüber hinaus bei der Vermittlung weiterer passender Ansprechpartnerinnen und -partner.
Das LWL-Projekt "Demokratie on demand. Informationskompetenz in Social Media" umfasst mehrere Qualifizierungsbausteine für pädagogische Fachkräfte der Kommunalen Medienzentren in Westfalen. Weitere Module sind zu den Themen "Algorithmen und Filterblasen", "Social Bots" und "Bildkompetenz" vorgesehen.
Weitere Informationen: https://www.lwl-medienzentrum.de/de/medienbildung/demokratie-on-demand/
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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