16.04.26 | Psychiatrie Unterstützung für Familien mit psychisch erkrankten Eltern
Netzwerktreffen Kinderschutz in der LWL-Pflegeschule Kreis Soest
Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens "Kinderschutz" - Regionalgruppe Lippstadt in der LWL-Pflegeschule Kreis Soest in Benninghausen.
Foto: LWL/Stephanie Dreps
werden können, stand im Mittelpunkt eines interdisziplinären Netzwerktreffens Kinderschutz der Regionalgruppe Lippstadt in der LWL-Pflegeschule Kreis Soest in Lippstadt-Benninghausen. Fachkräfte aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit, Schule, Justiz und Strafverfolgung kamen dort zusammen. Ziel war es, bestehende Hilfsangebote stärker zu vernetzen und die Unterstützung für betroffene Familien weiter zu verbessern.
Zum Auftakt begrüßte Christiane Schirk, Netzwerkkoordinatorin für Kinderschutz der Stadt Lippstadt, die Teilnehmenden und führte in das Thema ein. Sie betonte die besondere Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern und hob die Bedeutung eines eng abgestimmten Hilfesystems hervor.
In fachlichen Impulsen gab Dr. Sascha Dargel, Chefarzt des Zentrums für Sozialpsychiatrie der LWL-Klinik Lippstadt, Einblicke in die Entwicklung des Standorts Benninghausen sowie in aktuelle und zukünftige Ansätze der psychiatrischen Versorgung. Dabei zeichnete er ein optimistisches Bild der regionalen Versorgungsstrukturen und stellte insbesondere die Perspektive der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt. Der Beitrag stieß auf großes Interesse und wurde durch zahlreiche Fragen aus dem Plenum ergänzt.
Im Anschluss beleuchtete Dr. Friederike Reilmann-Lollies, psychologische Psychotherapeutin im Zentrum für Sozialpsychiatrie der LWL-Klinik Lippstadt, die Auswirkungen psychischer Erkrankungen eines Elternteils auf Kinder und Familien. "Der Austausch im Netzwerk ist der Schlüssel, um Wissen über psychische Erkrankungen zu teilen und interdisziplinär die besten Hilfen für betroffene Familien zu entwickeln", betonte sie.
Die LWL-Klinik stellte außerdem ihr breites Angebot vor. Dazu zählt die psychiatrische Notfallambulanz, die ohne Termin während der Öffnungszeiten aufgesucht werden kann und schnelle Hilfe in akuten Situationen bietet.
Vorgestellt wurden zudem Früherkennungsangebote sowie ambulante und stationäre Behandlungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der stationsäquivalenten Behandlung (StäB). Sie bringt die intensive psychiatrische Versorgung ins häusliche Umfeld und entlastet besonders junge Mütter, Familien mit kleinen Kindern sowie Menschen mit Angsterkrankungen. Nachsorgeprogramme ergänzen das Angebot. Sie sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten auch nach der Entlassung weiter gut begleitet werden.
Neben den medizinischen Angeboten wurden auch die psychosozialen Unterstützungsformen der LWL-Klinik vorgestellt. Dazu gehören unter anderem Hilfen für Angehörige sowie Beratungs- und Koordinationsangebote, die Familien dabei unterstützen, passende Hilfen zu finden und zu nutzen.
Aus dem Netzwerk wurden zudem weitere Angebote aus dem Kreisgebiet vorgestellt, darunter das Patenprojekt "Echt starke Kids" des SKM (Sozialdienst katholischer Männer), das Angebot "Flutterby" der Caritas Warstein und das Präventionsprogramm "Verrückt! Na und?" des Kreises Soest für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8. Diese Maßnahmen bieten Kindern altersgerechten Austausch, Aufklärung und Entstigmatisierung.
Ein zentrales Element des Treffens war die interdisziplinäre Fallkonferenz am Nachmittag. Anhand von Praxisbeispielen entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam konkrete Unterstützungsansätze, identifizierten Versorgungslücken und diskutierten Möglichkeiten für niedrigschwellige Hilfen. Der intensive Austausch machte deutlich, wie wertvoll die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen ist.
"Das Netzwerktreffen in der LWL-Pflegeschule Kreis Soest hat gezeigt, wie wertvoll der gemeinsame Blick über Fachgrenzen hinweg ist - gerade für einen wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen. So können wir die Unterstützung für Familien spürbar verbessern", resümierte Christiane Schirk, Netzwerkkoordinatorin für Kinderschutz der Stadt Lippstadt und Moderatorin der Veranstaltung.
Zum Abschluss wurden die zentralen Erkenntnisse gebündelt. Weitere Treffen sind in Planung, um die Vernetzung nachhaltig zu stärken.
Dr. Friederike Reilmann-Lollies, Stationstherapeutin des Zentrums für Sozialpsychiatrie, stellt den Teilnehmer:innen die Unterstützungs- und Hilfsangebote der LWL-Klinik Lippstadt vor.
Foto: LWL/Stephanie Dreps
Pressekontakt
Stephanie Dreps, LWL-Klinik Warstein, Tel.: 02945 981-5080
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