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13.04.26 | Psychiatrie Offenheit verbindet und bereichert

Erik Mujikinjire absolviert sein Jahrespraktikum im LWL-Wohnverbund Marl-Sinsen

Erik Mujikinjire hat seinen Platz gefunden. <br>Bild: LWL/Kerstin Seifert

Erik Mujikinjire hat seinen Platz gefunden.
Bild: LWL/Kerstin Seifert
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Marl (lwl). Vor fünf Jahren kam Erik Mujikinjire aus dem afrikanischen Burundi nach Deutschland. Heute absolviert der 22-Jährige sein Jahrespraktikum im Rahmen seines Fachabiturs im Marler Wohnverbund im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Hier hat er seinen Platz gefunden. Eingesetzt in der Tagesförderstätte für Menschen mit einem Hilfebedarf, erlebt er täglich, wie vielfältig Kommunikation sein kann.

"Hier begegnen mir Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen und Ausdrucksformen", berichtet Erik Mujikinjire. "Manche sprechen viel. Andere kommunizieren über Gesten, Laute oder Blicke." Genau das hat ihn von Anfang an fasziniert. Erste Einblicke gewann der Schüler durch ein Schulprojekt zwischen dem Recklinghäuser Max-Born-Berufskolleg und dem LWL-Wohnverbund. Anschließend war für ihn klar: Hier möchte ich arbeiten!

Im Alltag begleitet der Praktikant Klientinnen und Klienten durch den Tag, reicht Essen an, unterstützt bei der Körperpflege und hilft bei alltäglichen Herausforderungen. Dabei erlebt er berührende und prägende Momente. Besonders eindrücklich war für ihn der Abschied von einem Bewohner, gleich zu Beginn des Praktikums. "Es war gut, dass ich direkt mit meinem Team über meine Gefühle sprechen konnte", erinnert er sich an diesen traurigen Moment. Hier habe er eine gute Unterstützung gespürt. Ebenso bleiben ihm aber auch leichte, schöne Augenblicke in Erinnerung, wie eine spontane Tanzeinlage mit den Bewohner:innen, als im Radio schöne Musik gespielt wurde.

Jeder Klient und jede Klientin hat ein anderes Maß an Nähe und Unterstützung nötig. Diese herausfordernde Erfahrung machte Erik Mujikinjire sehr schnell. "Aber mein Team gibt mir die Sicherheit, in diese Aufgabe hereinzuwachsen", so der Marler. Hier fühle er sich ernstgenommen und wertgeschätzt.

Seine eigene Geschichte prägt Erik Mujikinjires Arbeit spürbar. In Burundi und auch in Kenia, wo er einen Teil seiner Kindheit verbrachte, gehört es zur Kultur, offen auf andere Menschen zuzugehen. "Hier kannst Du auf der Straße jeden und jede ansprechen und um Hilfe bitten oder eine Frage stellen", berichtet er, "Du wirst immer eine freundliche Antwort erhalten." Diese Haltung bringt der junge Mann auch in den Wohnverbund ein. "Gerade in der Arbeit mit unseren Klienten und Klientinnen erweist sich diese Offenheit und Haltung als große Stärke. Sie verbindet und bereichert", lobt Wohnverbundsleiter Stefan Rütsch "seinen" Praktikanten. Er hoffe, den jungen Mann auch nach seinem Praktikum wieder im Wohnverbund zu sehen. Und diese Hoffnung ist berechtigt. Denn Eriks nächstes Ziel ist schon klar: Er möchte Heilerziehungspfleger werden und später in diesem Beruf im Marler Wohnverbund arbeiten.

Hintergrund
http://www.lwl-wohnverbund-marl-sinsen.de

Pressekontakt

Kerstin Seifert, LWL-Klinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Marl-Dortmund - Haardklinik, Tel.: 02365/802-2126, E-Mail: kerstin.seifert@lwl.org und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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