09.04.26 | Kultur Kostenloser Vortrag im LWL-Museum
Fleisch zwischen Kulturerbe und Zukunftsfrage
Gunther Hirschfelder.
Foto: © Petra Esser 2023
Tierhaltung und Fleischkonsum werden heute kontrovers diskutiert: Für viele stehen sie im Spannungsfeld von Klimaschutz, globaler Verantwortung und einem gesunden Lebensstil. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Fleisch seit jeher eine besondere Rolle spielt. Über Jahrtausende hinweg war die Verfügbarkeit von Fleisch eng mit dem Überleben verknüpft - es galt als Symbol für Wohlstand und Gesundheit zugleich. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und den zunehmenden Umweltbelastungen wandelte sich die Wahrnehmung grundlegend: Fleisch wurde auch zur Chiffre für Fehlentwicklungen moderner Produktions- und Konsumweisen.
Prof. Dr. Gunther Hirschfelder ist Historiker und Kulturanthropologe. Seit 2010 ist er Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg. Seine Forschung widmet sich den Strukturen der Ernährung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ein Thema, das auch sein journalistisches und publizistisches Schaffen prägt.
Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe des Fördervereins LWL-Museum für Archäologie und Kultur zu aktuellen Sonderausstellungen, archäologischen Themen, zur Geschichte der Region Westfalen und zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um die Archäologie.
Für Interessierte, die nicht vor Ort sein können, wird der Vortrag live über den YouTube-Kanal des Museums im Internet übertragen. So besteht die Möglichkeit, die Veranstaltung von zu Hause aus mitzuverfolgen. Im Anschluss bleibt der Vortrag dauerhaft online verfügbar unter: https://youtube.com/live/iXp_UUlkuko
Hintergrund: Sonderausstellung "Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet" bis 13.9. im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne
Gemeinsames Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit, dem familiären Abendessen oder der gemeinsamen Mittagspause - überall offenbaren sich Fragen: Wer sitzt wo? Wer bekommt das beste Stück? Welche Rituale bestimmen das gemeinsame Mahl? Und was verrät das alles über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?
Von opulenten Festtafeln und rituellen Speisungen bis hin zu den Herausforderungen unserer Zeit - schnelle Snacks, digitale Ablenkung und der scheinbare Verlust gemeinsamer Rituale - zeigt die Sonderausstellung "Mahlzeit!", wie Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff funktioniert.
Mit einem Blick auf mehr als 300 Exponate und Geschichten lädt das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne dazu ein, die kulturelle Dimension des Essens neu zu entdecken.
Gefördert durch die LWL-Kulturstiftung
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
Die öffentlichen Führungen sind kostenlos. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind kostenfrei. Mehr Informationen finden Sie hier: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/de/ihr-besuch/offnungszeiten-preise-anfahrt/
Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de
In dieser Terrine in Form eines Schweinekopfs wurden deftige Eintöpfe serviert. Zu sehen in der aktuellen Sonderausstellung "Mahlzeit!"
Foto: LWL/M. Hömberg
Pressekontakt
Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Museum für Archäologie und Kultur Herne
Westfälisches LandesmuseumEuropaplatz 1 44623 Herne Karte und Routenplaner
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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