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02.04.26 | Kultur LWL-Museum für Naturkunde bereitet Paläontologische Landesausstellung vor

Neue Ausstellung zur Erdgeschichte ab Juli 2026 in Münster zu sehen

Das Fossil des Fluginsekts Homoioptera vorhallensis aus Hagen-Vorhalle wurde vom Ruhr Museum entliehen und ist einer der Stars in der neuen Sonderausstellung "über-Leben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" in Münster.<br>Foto: LWL/Blank

Das Fossil des Fluginsekts Homoioptera vorhallensis aus Hagen-Vorhalle wurde vom Ruhr Museum entliehen und ist einer der Stars in der neuen Sonderausstellung "über-Leben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" in Münster.
Foto: LWL/Blank
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Münster (lwl). Ab Juli ist im LWL-Museum für Naturkunde in Münster eine neue Ausstellung zu sehen. Hinter den Kulissen des Museums laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Unter dem Titel "über-Leben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" zeigt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) anhand zahlreicher Fossilien, Modelle, Skelette und Visualisierungen, wie vielfältig das Leben in Nordrhein-Westfalen über viele Millionen Jahre hinweg gewesen ist. Die Ausstellung ist Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen. Zu sehen ist die Ausstellung vom 10. Juli 2026 bis zum 5. September 2027. Die Vorbereitungen beschäftigen derzeit das gesamte Team des LWL-Museums. Ein wichtiger Baustein dabei sind die Leihgaben, die nun nach und nach eintreffen, darunter auch Objekte aus dem Ruhr Museum in Essen.

Wie eng diese Zusammenarbeit ist, zeigt sich an den jetzt eingetroffenen Leihgaben aus Essen. Für die Ausstellung in Münster erhält das LWL-Museum für Naturkunde bedeutende Objekte aus dem Ruhr Museum. Dazu gehören das Fossil des Bärlappgewächses Thursophyton elberfeldense aus Wuppertal-Hahnerberg aus dem Mitteldevon, etwa 388 Millionen Jahre alt, die Fossilien des farnartigen Minibaums Weylandia rhenana aus Lindlar, rund 390 Millionen Jahre alt, sowie das Fossil des Fluginsekts Homoioptera vorhallensis aus Hagen-Vorhalle aus dem Oberkarbon, etwa 319 Millionen Jahre alt. Die Stücke ergänzen die Ausstellung in Münster um Zeugnisse früher Pflanzen- und Tierwelten aus Nordrhein-Westfalen.

Im Gegenzug unterstützt das LWL-Museum für Naturkunde mit Leihgaben die Ausstellung "über-Leben in der Eiszeit", die ab dem 20. April im Ruhr Museum in Essen zu sehen ist. Dies sind unter anderem Fossilien von Südelefantenzähnen, die Schädelplatte eines Steppenwisents sowie der Oberschädel eines Wollnashorns. Hinzu kommen ein Höhlenbär-Skelettmodell und Dermoplastiken, etwa von Stachelschwein, Moschusochse, Wolf, Hyäne und Braunbär.

"Solche Leihgaben sind weit mehr als einzelne Ausstellungsobjekte. Sie machen sichtbar, wie eng Museen in Nordrhein-Westfalen zusammenarbeiten, um die Erd- und Lebensgeschichte des Landes gemeinsam zu erzählen", sagt Ausstellungskurator Frithjof Leopold. "Gerade im Austausch der Sammlungen entsteht ein spannender Dialog zwischen den Ausstellungen, der den Besucherinnen und Besuchern neue Perspektiven eröffnet."

Auch Kuratorin Lisa Wong betont die Bedeutung der Kooperation: "Jedes Objekt bringt seine eigene Geschichte mit, sei es wissenschaftlich, regional oder museal. Wenn wir diese Objekte zwischen den Häusern zusammenführen, entsteht daraus ein gemeinsames Bild der Naturgeschichte Nordrhein-Westfalens, das weit über den einzelnen Standort hinausweist."

Mit der Ausstellung "überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" nimmt das LWL-Museum für Naturkunde die Besucher:innen mit in längst vergangene Lebensräume. Die nun eingetroffenen Leihgaben aus Essen sind ein erster sichtbarer Beleg dafür, wie viel fachliche Zusammenarbeit nötig ist, bevor eine Ausstellung ihre Türen öffnet.

Hintergrund
Das Projekt "über-Leben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" wird von der LWL-Kulturstiftung gefördert. Es ist Teil des Kulturprogramms zum Jubiläum "1.250 Jahre Westfalen", das 2025 unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gefeiert wurde und bis in 2026 hineinwirkt. Zudem wird die Ausstellung gefördert von der Sparkasse Münsterland Ost.

Die Paläontologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen ist ein gemeinsames Ausstellungsprojekt des Ruhr Museums, des LWL-Museums für Naturkunde und des Lippischen Landesmuseums Detmold. Initiiert und gefördert wird das Projekt vom NRW-Heimatministerium. Von April 2026 bis September 2027 erzählen die drei Häuser in unterschiedlichen Ausstellungen vom Wandel des Lebens über gewaltige Zeiträume hinweg, von urzeitlichen Pflanzenwelten über Dinosaurier bis zu den Tieren der Eiszeit.

Ort: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster

Das LWL-Museum für Naturkunde freut sich, das Fossil des Bärlappgewächses Thursophyton elberfeldense aus Wuppertal-Hahnerberg in der neuen Ausstellung zeigen zu können.<br>Foto: LWL/Blank

Das LWL-Museum für Naturkunde freut sich, das Fossil des Bärlappgewächses Thursophyton elberfeldense aus Wuppertal-Hahnerberg in der neuen Ausstellung zeigen zu können.
Foto: LWL/Blank

Ausstellungskurator Frithjof Leopold (r.) holt zusammen mit dem zoologischen Präparator Aminul Islam die Leihgaben für die Essener Kollegen aus dem Magazin des LWL-Museums für Naturkunde.<br>Foto: LWL/Blank

Ausstellungskurator Frithjof Leopold (r.) holt zusammen mit dem zoologischen Präparator Aminul Islam die Leihgaben für die Essener Kollegen aus dem Magazin des LWL-Museums für Naturkunde.
Foto: LWL/Blank

Ein kompletter LKW voller Leihgaben geht an das Ruhr Museum in Essen, um dessen Sonderausstellung "über-Leben in der Eiszeit" zu unterstützen. Foto: LWL/Blank

Ein kompletter LKW voller Leihgaben geht an das Ruhr Museum in Essen, um dessen Sonderausstellung "über-Leben in der Eiszeit" zu unterstützen. Foto: LWL/Blank

Pressekontakt

Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066

presse@lwl.org

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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