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02.04.26 | Kultur Verleger und Fotochronist seiner Heimatstadt

Das LWL-Medienzentrum übernimmt die Fotosammlung Theodor Frey aus Attendorn

Blick auf Attendorn vom Wolfstein Richtung Osten, in der Bildmitte die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, im Hintergrund links der Bieketurm und dahinter das Internat "Collegium Bernardinum", rechts Steinbruch mit der "Attahöhle" (7.4.1912).<br>Foto: LWL/Theodor Frey

Blick auf Attendorn vom Wolfstein Richtung Osten, in der Bildmitte die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, im Hintergrund links der Bieketurm und dahinter das Internat "Collegium Bernardinum", rechts Steinbruch mit der "Attahöhle" (7.4.1912).
Foto: LWL/Theodor Frey
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Münster/Attendorn (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die zwar kleine, aber spannende Fotosammlung Theodor Frey aus Attendorn übernommen. Die Sammlung, die das LWL-Medienzentrum für Westfalen öffentlich zugänglich macht, eröffnet über ihre lokalgeschichtliche Bedeutung hinaus exemplarische Einblicke in die Geschichte der fotografischen Praxis im ländlichen Westfalen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Urheber der Fotos war der Verleger Theodor Frey Junior. 1886 in Attendorn geboren übernahm er 1915 die Chefredaktion des drei Jahre zuvor von seinem Vater gegründeten Attendorner Volksblatts, später auch die Leitung der Druckerei und des Verlags sowie die Herausgeberschaft der Zeitung. Frey, der sich auch im Vereinsleben der Stadt Attendorn vielfältig engagierte, starb am 24. Februar 1979 wenige Tage nach seinem 93. Geburtstag in seiner Heimatstadt.

Frey war seit jungen Jahren ein passionierter Amateurfotograf, schon vor dem Ersten Weltkrieg hielt er mit einer Glasplattenkamera seine Heimatstadt und deren gesellschaftliches Leben fest. Die Fotos dienten zur Illustration seiner Zeitung, aber auch für Ansichtskarten und andere Druckerzeugnisse. Neben vielen Printabzügen und Kleinbildnegativen haben sich rund 130 Glasplatten erhalten, die Enkel Markus Frey dem Bildarchiv des LWL-Medienzentrums in Münster im Juli 2025 als Dauerleihgabe übergeben hat.

"Insgesamt ermöglicht diese kleine Sammlung einen spannenden Einblick in die Geschichte einer Kleinstadt im Sauerland von vor dem Ersten Weltkrieg bis in die 1950er Jahre", so Tobias Flümann, wissenschaftlicher Referent im Bildarchiv des LWL-Medienzentrums. Im Bestand finden sich zahlreiche Ortsansichten von Attendorn, aufgenommen zwischen 1912 und etwa 1955, darunter auch einige wenige Aufnahmen, mit denen Frey ab 1946 die Kriegszerstörungen und den Wiederaufbau dokumentierte.

Die erhaltenen Glasnegative lassen erkennen, dass Frey sowohl das Stadtbild und einzelne besondere Gebäude wie Kloster Ewig, Schloss Schnellenberg und den "Sauerländer Dom" (katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist) über mehrere Jahrzehnte hinweg dokumentierte, als auch das bekannte Attendorner Oster- und Schützenbrauchtum. Zum Beispiel hielt er in den Jahren 1914, 1917, 1921, 1934 und 1946 jeweils das "Semmelsegnen" am Karsamstag fest und 1910 und 1935 auch den schon im Mittelalter entstandenen "Trillertanz" der Attendorner Schützen auf dem Alten Markt. "Gerade diese Dokumentation der besonderen Traditionen der alten Hansestadt macht Freys Fotografien zu einem auch überregional wertvollen Zeitdokument", sagt Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums, und selbst gebürtiger Attendorner.

Die Fotos sind unter https://www.lwl.org/marsLWL/ko/de/235358122 im Bildarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen einsehbar.

Südseite der Burg Schnellenberg mit eingestürzter Mauer der Unterburg (20.5.1917).<br>Foto: LWL/Theodor Frey

Südseite der Burg Schnellenberg mit eingestürzter Mauer der Unterburg (20.5.1917).
Foto: LWL/Theodor Frey

Der durch einen Bombenangriff beschädigte Kirchturm der katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Attendorn, von der Kölner Straße aus (30.6.1946).<br>Foto: LWL/Theodor Frey

Der durch einen Bombenangriff beschädigte Kirchturm der katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Attendorn, von der Kölner Straße aus (30.6.1946).
Foto: LWL/Theodor Frey

Ausflugsgruppe vor dem Eingang zur "Attahöle" (ca. 1910).<br>Foto: LWL/Theodor Frey

Ausflugsgruppe vor dem Eingang zur "Attahöle" (ca. 1910).
Foto: LWL/Theodor Frey

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Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

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