01.04.26 | Kultur Zeitreise durch westfälische Dörfer
LWL-Filmreihe "Dörfer in Westfalen. Gestern und heute." feiert Premiere in Nottuln
Drohnenaufnahme des Dorfzentrums von Ergste heute. Zu sehen ist die St. Johannis-Kirche der Ev. Kirchengemeinde Ergste.
Foto: LWL
Dörfer waren über Jahrhunderte hinweg die prägende Siedlungsform in Westfalen-Lippe. Auch heute leben noch rund 3,2 Millionen Menschen, etwa 38 Prozent der westfälischen Bevölkerung, in dörflichen Strukturen. Doch das Leben auf dem Land hat sich seit den 1950-Jahren grundlegend gewandelt. Genau hier setzt die dreiteilige Dokumentarfilmreihe von Harald Sontowski an.
Mithilfe historischer Aufnahmen aus dem Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen begibt sich die Reihe auf eine Zeitreise in diese Jahrzehnte. Sie verbindet dazu umfangreiches Archivmaterial aus der Nachkriegszeit mit aktuellen Interviews von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Fachleuten und zeichnet so ein vielschichtiges Bild der Veränderungen des ländlichen Lebens.
Die drei jeweils rund 20-minütigen Folgen der Filmreihe beleuchten verschiedene Facetten des Wandels im Dorfleben: Am Beispiel von Ergste (Kreis Unna) zeigt die Reihe, wie sich der Einzelhandel und die Landwirtschaft seit der Nachkriegszeit verändert haben. Während kleine Krämerläden früher zentrale Treffpunkte im Dorf waren, an denen sich Einkauf und Austausch verbanden, prägen heute andere Versorgungsstrukturen und Begegnungsorte das dörfliche Leben.
Die zweite Episode führt nach Nottuln (Kreis Coesfeld) und wirft einen Blick auf lokales Unternehmertum sowie die Bedeutung von Vereinen und traditionellen Festen. Am Beispiel des Martinimarktes wird deutlich, welche Rolle solche Veranstaltungen für Begegnung, Austausch und das Gemeinschaftsgefühl im Dorf spielen - damals wie heute.
In Haaren (Kreis Paderborn) steht schließlich der Alltag der Menschen im Wandel der Zeiten im Mittelpunkt. Die Folge zeichnet nach, wie sich Mobilität, Arbeitswelt und Infrastruktur im Laufe der Jahrzehnte verändert haben - von einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung mit Pferdefuhrwerken und unbefestigten Wegen bis hin zum Bau einer Autobahn und dem Einsatz motorisierter Landmaschinen.
Für Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen und redaktioneller Betreuer des Projekts, stehen die drei Orte stellvertretend für eine tiefgreifende Entwicklung: "Ergste, Haaren und Nottuln stehen exemplarisch für die stille Revolution, die der ländliche Raum seit den 1950er-Jahren durchlaufen hat. Die Filmreihe beleuchtet diese Entwicklung ohne Nostalgie, aber mit viel Sympathie für die damaligen und die heutigen Bewohner westfälischer Dörfer."
Die drei Filme werden ab dem 2. April im wöchentlichen Rhytsmus auf der Seite des LWL-Medienzentrums für Westfalen https://westfalen-medien.lwl.org sowie auf dem YouTube-Kanal "Westfalen im Film" veröffentlicht.
Veröffentlichungsdaten
2.4. - Dörfer in Westfalen. Gestern und Heute. Ergste
9.4. - Dörfer in Westfalen. Gestern und Heute. Nottuln
16.4. - Dörfer in Westfalen. Gestern und Heute. Haaren
Filmpremiere
Datum: 9.4.
Beginn: 19.30 Uhr
Adresse: Pfarrheim St. Martin Nottuln, Heriburgstraße 12, 48301 Nottuln
Eine Anmeldung ist nicht notwendig
Ausschnitt aus einer Filmaufnahme von 1955: Eine junge Frau steht hinter dem Verkauftresen der Drogerie Ühlendahl.
Foto: LWL
Zwei Verkäufer zählen an der Theke im Edeka-Geschäft Hellmann das Wechselgeld. (Filmaufnahme von 1955) Das Geschäft befand sich an der Lethmater Straße. Das ehemalige Gebäude steht heute noch.
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Drohnenaufnahme des Dorfzentrums von Nottuln heute. Zu sehen ist die St. Martin Kirche.
Foto: LWL
Mitglieder der St. Martini Bruderschaft auf dem Weg zur Einweihung der Bruderschaftssiedlung am Wittgeistkamp. (Filmaufnahme von 1952) Die Siedlung wurde als Reaktion auf die schwierige Wohnungssituation nach dem Zweiten Weltkrieg von der St. Martini-Bruderschaft Nottuln initiiert.
Foto: LWL
Eine Gruppe von Frauen amüsiert sich auf dem Martinimarkt. (Filmaufnahme von 1952) Der alljährliche Martinimarkt, der im Schatten der imposanten Pfarrkirche stattfindet, zieht seit über 400 Jahren viele Menschen an und ist ein beliebter Familientreffpunkt.
Foto: LWL
Drohnenaufnahme des Dorfzentrums von Haaren heute. Zu sehen ist die katholische Pfarrkirche St. Vitus, im Hintergrund verläuft die Talbrücke Ottensgrund.
Foto: LWL
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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