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27.03.26 | Der LWL Mit Energieeinsparung, Mooren und Baumpflanzungen zum Klimaschutz

Einrichtungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe unterziehen sich erfolgreich dem EMAS-Überwachungsaudit

Urkunden-Übergabe beim LWL-BLB: ( v.l.): Martin Trottenburg (Sachbereichsleiter LWL-BLB), Marco Rath (Referatsleiter LWL-BLB), Matthias Gundler (Betriebsleiter LWL-BLB), Bernd Schwager (Umweltgutachter), Pauline Billstein (Umweltmanagementbeauftragte des LWL-BLB), Nadine Weintz (LWL-Stabstelle Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit)

Urkunden-Übergabe beim LWL-BLB: ( v.l.): Martin Trottenburg (Sachbereichsleiter LWL-BLB), Marco Rath (Referatsleiter LWL-BLB), Matthias Gundler (Betriebsleiter LWL-BLB), Bernd Schwager (Umweltgutachter), Pauline Billstein (Umweltmanagementbeauftragte des LWL-BLB), Nadine Weintz (LWL-Stabstelle Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit)
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Münster (lwl). Energieeinsparungen, Moore und Baumpflanzungen - was haben diese Themen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zu tun? Eine ganze Menge: Gemeinsam mit seinem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (LWL-BLB) und dem LWL-Museum für Naturkunde setzt der LWL zahlreiche Maßnahmen auf dem Weg zur bilanziellen Klimaneutralität um. Dabei wird das Ziel der bilanziellen Klimaneutralität des LWL nicht nur durch die Maßnahmen seines integrierten Klimaschutzkonzeptes oder seiner Sanierungsstrategie unterstützt, sondern handelt mit einigen Einrichtungen für weitere nachhaltige Beiträge auch ganz konkret nach dem von der Europäischen Union entwickelten Umweltmanagementsystem EMAS.

Ein Beispiel stellt der LWL-BLB dar, der neben der Planung von nachhaltigen Sanierungen und klimaneutralen Neubauten in den 1.400 Gebäuden des LWL seit 2025 erfolgreich nach EMAS validiert ist. Mit der jährlichen EMAS-Überwachung setzt der LWL-BLB ein Zeichen in der öffentlichen Verwaltung und möchte mit gutem Beispiel für andere Einrichtungen vorangehen.

So hat der LWL-BLB im ersten halben Jahr nach seinem Umzug in das neue Gebäude an der Fürstenbergstraße als eine Maßnahme seines Umweltprogramms bereits über 25 Prozent des Strombezugs einsparen können. "Unser Kerngeschäft ist natürlich das nachhaltige und wirtschaftliche Bauen und Betreiben von Gebäuden für den LWL," erläutert der Betriebsleiter des LWL-BLB, Matthias Gundler, und ergänzt: "Bautätigkeiten wirken sich stark auf die Umwelt aus, wodurch unser Handeln eine große Tragweite hat und immer Potential birgt, noch besser zu agieren. Wir sehen uns als öffentlicher Bauherr aber zusätzlich in der Pflicht, auch gegenüber der Gesellschaft, zu einer nachhaltigeren Zukunft mit einem Umweltmanagementsystem beizutragen."

Ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung
Daher wurden erneut zum Jahreswechsel seltene Baumarten für mehr Klimaresilienz in einer Liegenschaft des LWL-BLB in Vreden gepflanzt. Auf einer größeren Lichtung, die vor fünf Jahren durch Sturmereignisse entstand, pflanzte der LWL-BLB im Rahmen einer EMAS-Maßnahme über 3.600 junge Bäume. Der neue Mischwald besteht überwiegend aus Arten, die in heimischen Wäldern noch vergleichsweise selten sind. Mit einem vielfältigen Mischwald leistet der LWL einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung. "Wenn sich das Klima verändert, verändert sich auch der Wald - darauf reagieren wir heute aktiv für die nächsten Generationen", erläutert die Umweltmanagementbeauftragte des LWL-BLB, Pauline Billstein.

Ganz in der Nähe wurden nun auch die gemeinsamen Arbeiten des LWL-BLB und des LWL-Museums für Naturkunde zur Wiedervernässung eines Waldes zum Moor abgeschlossen. Hier erhoffen sich die beiden Einrichtungen der durch das Aufstauen von Wasser unter der wissenschaftlichen Beobachtung durch Museum und Universität Münster mehr Biodiversität, aber auch aussagekräftige Daten, wieviel Treibhausgase tatsächlich in einem Moorbruchwald zusätzlich gespeichert werden können. "Ein solch großes Gebiet zu vernässen und dabei die Biodiversität als auch die Klimagas-Chemie zu erforschen ist ein weltweit einmaliges Forschungsprojekt. Wir hoffen nun, dass es Schule macht" sagt Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Ole Kriegs.

Als erstes Naturkundemuseum in Europa EMAS-zertifiziert
Das LWL-Museum für Naturkunde begleitet diese Maßnahme nicht nur wissenschaftlich, sondern ist seit April 2025 selbst EMAS-validiert. Als erstes Naturkundemuseum in Europa arbeitet es damit nach dem höchsten europäischen Standard für Umweltschutz und hat sich ebenfalls zum zweiten Mal den kritischen Augen des externen Umweltgutachters erfolgreich unterworfen. Die Gültigkeitserklärung ist verlängert, ein weiterer Meilenstein zur nachhaltigeren Zukunft ist geschafft.

Besonders wichtig ist dem Museum dabei die Vermittlungsarbeit. Ausstellungen, Planetariumsprogramme und Forschungsprojekte sollen ökologische Zusammenhänge verständlich machen und Besucher:innen für Klima- und Biodiversitätskrisen sensibilisieren. Die Umweltbeauftragte des Museums, Linda Segbert, erklärt: "Wir konnten den Museumsbetrieb bereits an vielen Stellen nachhaltiger gestalten. Die Umsetzung betrifft unterschiedliche Bereiche des Hauses und ist eine echte Teamleistung."

Mit dem ganzheitlichen Managementsystem wird die Umweltleistung des Museums kontinuierlich erfasst und verbessert. Nachhaltigkeitsaspekte fließen zudem auch in die Ausstellungsplanung ein: Materialien und Bauteile werden wiederverwendet und nach Ausstellungsende in seiner Nutzung umgewandelt. So entstanden die Möbel im Museumsgarten beispielsweise aus recycelten Ausstellungselementen. Auch die Materialien der Ausstellung "Alleskönner Wald" wurden weiterverwendet: Nach dem Ende des Ausstellungszeitraums in Münster kamen sie im Dobergmuseum in Bünde zum Einsatz, wo die Ausstellung seit Mitte 2025 zu sehen ist. Im Museumsshop wird der nachhaltige Ansatz ebenfalls sichtbar. Dort werden Taschen in unterschiedlichen Größen und Formen angeboten, die aus recycelten Plakat- und Bannerstoffen gefertigt sind. Darüber hinaus erprobt das Museum nachhaltige Mobilitätsformen. Im vergangenen Jahr verband das sogenannte "GreenTicket" den Museumseintritt mit einer Tageskarte für den öffentlichen Personennahverkehr und ermöglichte so eine klimafreundliche Anreise.

"Nur durch den tatkräftigen Einsatz aller Beteiligten ist es uns möglich, die großen Herausforderungen für eine nachhaltigere Zukunft und der EMAS-Validierung zu meistern," ergänzen die Umweltbeauftragten Pauline Billstein vom LWL-BLB und Linda Segbert vom Naturkundemuseum, die aktiv mit der Umsetzung der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung beauftragt sind.



Hintergrund
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe verfolgt ambitionierte Klima- und Umweltziele. Das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) und das betriebliche Mobilitätskonzept bilden die Basis für die strategische Umsetzung. Für die operative Umsetzung auf Einrichtungsebene wurde 2021 die verbandsweite Einführung des Umweltmanagementsystems EMAS, dem Eco Management and Audit Scheme, beschlossen. Es ist ein von der Europäischen Union entwickeltes, messbares Umweltmanagementinstrument, welches die nachhaltige Ausrichtung einer Organisation unterstützt, Rechtskonformität sicherstellt und das Engagement der Mitarbeitenden stärkt.

Insgesamt haben bereits 17 Einrichtungen des LWL die EMAS-Validierung erfolgreich abgeschlossen - darunter alle 14 LWL-Kliniken sowie das LWL-Jugendhilfezentrum in Marl. Letzteres gehört mit dem LWL-BLB und Naturkundemuseum zum Trio der drei Einrichtungen des EMAS-Pilotprojekts. Weitere Einrichtungen befinden sich in der Vorbereitung. Koordiniert wird das Vorgehen durch die LWL-Stabsstelle Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Mit Photovoltaik-Anlage und Blumenwiese im neuen Gebäude des LWL-BLB zur verbesserten Umweltleistung.<br>Foto: LWL/Jacob

Mit Photovoltaik-Anlage und Blumenwiese im neuen Gebäude des LWL-BLB zur verbesserten Umweltleistung.
Foto: LWL/Jacob

Erfolgreich geprüft: Die Urkunde aus den Händen von Umweltgutachter Bernhard Schwager (Mitte) erhielten der stellvertretende Museumsdirektor des LWL-Museums für Naturkunde, Dr. Bernd Tenbergen, die Umweltmanagementbeauftragte Linda Segbert, EMAS-Projektleiterin Anja Schulz und Markus Dillmann aus dem Steuerungsteam (v.l.).<br>Foto: LWL/Steinweg

Erfolgreich geprüft: Die Urkunde aus den Händen von Umweltgutachter Bernhard Schwager (Mitte) erhielten der stellvertretende Museumsdirektor des LWL-Museums für Naturkunde, Dr. Bernd Tenbergen, die Umweltmanagementbeauftragte Linda Segbert, EMAS-Projektleiterin Anja Schulz und Markus Dillmann aus dem Steuerungsteam (v.l.).
Foto: LWL/Steinweg

Moorschutz durch LWL-BLB und LWL-Museum für Naturkunde. Das begleitende Forschungsprojekt ist weltweit einmalig.<br>Foto: LWL/Kriegs

Moorschutz durch LWL-BLB und LWL-Museum für Naturkunde. Das begleitende Forschungsprojekt ist weltweit einmalig.
Foto: LWL/Kriegs

Weiterverwendet statt entsorgt: Materialien der Ausstellung "Alleskönner Wald" aus Münster kommen seit Mitte 2025 im Dobergmuseum in Bünde erneut zum Einsatz.<br>Foto: LWL/Steinweg

Weiterverwendet statt entsorgt: Materialien der Ausstellung "Alleskönner Wald" aus Münster kommen seit Mitte 2025 im Dobergmuseum in Bünde erneut zum Einsatz.
Foto: LWL/Steinweg

Bequem ankommen zum LWL-Museum für Naturkunde konnten Besuchende 2025 mit dem GreenTicket: Mit Bus und Bahn kamen sie klimafreundlich, unkompliziert und günstig zum Museum.<br>Foto: LWL/Steinweg

Bequem ankommen zum LWL-Museum für Naturkunde konnten Besuchende 2025 mit dem GreenTicket: Mit Bus und Bahn kamen sie klimafreundlich, unkompliziert und günstig zum Museum.
Foto: LWL/Steinweg

Pressekontakt

Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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