18.03.26 | Kultur Venezianisches Glas - Muraneser Technik
Finissage der Ausstellung "Tradizione e innovazione"
Figuren der Commedia dell'arte (Pulcinella) nach einem Entwurf von Fulvio Bianconi (1951).
Foto: LWL / Peter Hübbe
Im Turm demonstrieren die Glasmachenden die Techniken des Fadenglases: Einfarbige oder mehrfarbige Stäbe werden bei dieser traditionellen Muraneser Technik zu Stäben mit Netzmuster, Spiralen oder Kugeln verarbeitet werden. Diese Stäbe werden dann zur Herstellung von Hohlgläsern verwendet. Die verschiedenen Verfahren werden im Glasturm anschaulich erläutert.
Zugleich können die Besuchenden noch einen letzten Blick in die Sonderausstellung werfen. Von 11 bis 16 Uhr werden regelmäßig Sonderführungen angeboten, die sich noch einmal den herausragenden Objekten der Ausstellung zuwenden und die Charakteristika der venezianischen Glaskunst zwischen 1945 und 1970 erläutern. Die Ausstellung wird ab April im Finnischen Glasmuseum Riihimäki zu sehen sein.
Hintergrund
Viele Manufakturen arbeiteten nach dem Zweiten Weltkrieg mit Entwerfern zusammen, die nicht mehr den in der muraneser Tradition verwurzelten Gestaltungsansätzen folgten. Die Meisterglasmacher der Insel griffen diese Inspirationen ebenfalls auf, konzentrierten sich jedoch eher auf handwerklich innovative Gestaltungen, die auf bisher unbekannte Weise mit der Glasmasse umgingen. Jahrhunderte alte Techniken und Inspiration durch zeitgenössische Kunst führten zu ungekannten innovativen Lösungen.
Wesentlichen Anteil an diesem Aufschwung der muraneser Glasproduktion hatte Paolo Venini, der in Kunstkreisen bestens vernetzte Inhaber einer Glasmanufaktur. Venini beauftragte seit den 1930er Jahren nationale und internationale Entwerfer, für ihn Glasobjekte zu entwickeln. Weitere muraneser Manufakturen griffen diese Tendenzen auf, etwa Aureliano Toso oder Alfredo Barbini, der in höchster handwerklicher Präzision ausgeführte massive Objekte am Ofen gestaltete, die den traditionellen Formenkanon überwanden. Insgesamt 54 Objekte aus Privatbesitz, die selten öffentlich gezeigt werden, lassen den Reichtum der Glasproduktion jener Epoche nachvollziehen. Ergänzt werden sie durch Bestände des Glasmuseums Frauenau.
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Katrin Holthaus, LWL-Museum Glashütte Gernheim, Telefon: 05707 9311-221
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Zu allen Pressemitteilungen des LWL Zu allen Pressemitteilungen dieser LWL-Einrichtung